DFB ohne Neuanfang am sportlichen Abgrund

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DFB-Präsident Reinhard Grindel und Joachim Löw - DFB und Bundestrainer Joachim Löw mit Vertragsverlängerung bis 2020 - Foto: gettyimages / DFB
DFB-Präsident Reinhard Grindel und Joachim Löw – DFB und Bundestrainer Joachim Löw mit Vertragsverlängerung bis 2020 – Foto: gettyimages / DFB

Fußball Deutschland und die komplette DFB-Krise sowie das Desaster Sommermärchen 2018 mit Reinhard Grindel, Joachim Löw und Oliver Bierhoff in den Hauptrollen.

Mesut Özil und sein Rücktritt ohne Selbstkritik sowie Augenmaß in der Rassismus-Frage. Nicht die Politik sondern der deutsche DFB-Fußball bestimmt medial das Sommerloch!

Der DFB ist ohne einen inhaltlichen und personellen Neuanfang am sportlichen Abgrund.

Ein Kommentar von SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

25.07.2018 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Wie stark Geschichte und Fortschritt in Fußball Deutschland kippten

Deutschland war 2014 der Nabel der Fußball-Welt: Sportlich und im Team mit Spielern wie Mesut Özil und Jerome Boateng. Migration, Integration und das Bekenntnis zum deutschen Staat schienen gelungen. Der sportliche Erfolg überdeckte alles. Der Vorzeige-Fußball-Nation gelang vieles.

Vier Jahre später wurde der sportpolitische, integrative Fortschritt zum Rückschritt im Fußball-Verband und seiner schwach agierenden Führungs-Kader um Präsident Reinhard Grindel, Team-Manager Oliver Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw. Der sportliche Misserfolg bei der Fußball WM in Russland verschärfte die Krisen-Situation und die gesellschaftliche Stimmung schlug um.

Miss-Management auf sportpolitischer und sportlicher Bühne – das schreit weiterhin nach inhaltlichem und personellem Neuanfang im Deutschen Fußball-Bund. Doch welche Führungskräfte kommen nach Grindel, Löw und Bierhoff?

Causo Mesut Özil offenbarte gesellschaftliches Grundproblem und den Zusammenbruch der Integrations-Kampagne des DFB

Wer das Foto mit Mesut Özil, Ilkay Gündogan und Türkeis Despoten Erdogan als „Erdogan-Affäre“ bezeichnete, sorgte für den ersten medialen Fehler. Diese Verharmlosung, denn Deutschland wurde in den politischen Schock-Zustand versetzt, bereitete den Boden für die stets zunehmende Diskreditierung von Özil mit dem Druck, dass er sich erklären muss.

Als am 22. Juli schon lange das „Kind im Brunnen“ lag, brachte Özil wenig Twitter-Selbstkritik zustande. Augenmass in seiner Rassismus-These gegen DFB-Präsident Grindel kannte er gar nicht. So verpasste Özil die allerletzte Chance für eine mögliche Normalisierung der öffentlichen Diskussion. Der Rücktritt, sportlich wie aus seinen Gedanken heraus, war folgerichtig.

Özil als Symbol-Figur einer verkorksten Weltmeisterschaft öffentlich zu verurteilen ist grundlegend falsch. Grindel, Löw und Bierhoff und eine DFB-Medien-Abteilung, die nur Kapitän Manuel Neuer im Fokus hatte, vereinen mehr Fehler-Potential. Mesut Özil ist eher Opfer einer im gesellschaftlichen deutschen Kontext noch nicht gelungenen Migration und Integration. Insofern ist auch die Integrations-Kampagne des DFB vollständig zusammen gebrochen. Ein Neuanfang steht auch hier notwendigerweise an.

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DFB mit Total-Versagen – Grindel mit politischer und Löw/Bierhoff mit sportlicher Verantwortung

Der Niedergang des deutschen Qualitäts-Fußballs seit der EURO 2016 mit dem unentschuldbaren Versagen bei der Weltmeisterschaft in Russland sind Bundestrainer Joachim Löw, Team-Manger Oliver Bierhoff und 23 WM-Akteuren zu zuordnen. Verantwortung tragen eindeutig Löw und Bierhoff. Beide zu ersetzen wäre zuallererst durch das DFB-Präsidium nach dem WM-Titelkampf erforderlich gewesen.

Aber eine inkompetente und schwache DFB-Führung schwörte per Maulkorb-Erlass die Regional- und Landesverbände auf die sportliche Zukunft mit Löw und Bierhoff ein. Dieses Verhaltens-Muster ist vielen Ostdeutschen noch zu gut in Erinnerung. Die „Erdogan-Özil-Affäre“ wurde nach dem Besuch der beiden Nationalspieler beim Bundespräsidenten Steinmeier vor der WM vom DFB für beendet erklärt und seitens Grindel versucht, nach dem WM-Championat auszusitzen. Ob allein der sportliche WM-Erfolg dieses Mittel und die Diskussion erstickt hätten, ist nicht mehr empirisch zu überprüfen.

Aber „dank“ Bierhoff und Grindel, der erst Beschwichtiger und nach dem WM-Desaster plötzlich wieder wie Bierhoff im „Welt-Interview“ zum Özil-Kritiker avancierte, wurde das Thema wieder salonfähig. Nur Glaubwürdigkeit und Vertrauen in den DFB und seiner versagenden Repräsentanten blieben vollends auf der Strecke.

Die Folge: Total-Versagen und noch kein Neuanfang. Die Verbands-Spitze mit dem ehemaligen Bundestags-Abgeordneten Grindel lieferte sich mit der Vertragsverlängerung vor der Weltmeisterschaft bereits dem Gespann Löw/Bierhoff aus und bestätigte dies bei der „Maulkorb-Konferenz“ letzte Woche mit den Regional- und Landes-Verbänden. Schlimmer geht eigentlich nicht mehr. Aber nach der Offenbarung der ursächlichen Fehler-Ketten und dem Total-Versagen des Deutschen Fußball-Bundes und seiner Nationalmannschaft in den vergangenen Monaten liegt nun die künftige Chance des Neubeginns in Fußball Deutschland.

Quintessenz:

Der Deutsche Fußball-Bund muss sich inhaltlich und personell reformieren. Reinhard Grindel, Oliver Bierhoff sowie Joachim Löw sollten von ihren Funktionen entbunden werden. Dies wäre der erste Schritt des Neuanfang.


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