Fussball EM 2016: Deutschland ineffizient und noch nicht auf höchstem Leistungs-Level

Toni Kroos – Fussball EM 2016: Aktion während der UEFA EURO 2016 Gruppe C-Spiel zwischen Deutschland und Polen im Stade de France am 16. Juni 2016 in Paris, Frankreich. Foto: Paul Gilham / Getty Images
Toni Kroos – Fussball EM 2016: Aktion während der UEFA EURO 2016 Gruppe C-Spiel zwischen Deutschland und Polen im Stade de France am 16. Juni 2016 in Paris, Frankreich. Foto: Paul Gilham / Getty Images

Fussball EM 2016 Frankreich: Deutschland ist Europameister – im Auslassen hochkarätigster Torchancen! Das ist wie im ganzen deutschen „Teamplay“ noch viel Luft nach oben! Gegen Nordirland fehlte ein Miroslav Klose vergangener Jahre.

Ein Kommentar von SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.Fussball

Ob die DFB-Elf gegen die EM-Mitfavoriten Spanien oder Italien oder Frankreich ab dem Viertelfinale bei erhöhtem Erfolgs- und Leistungsdruck mithalten und gewinnen kann, ist nach dem „Fast-Kantersieg-Match“ gegen ein zweit- oder drittklassiges Nordirland noch nicht final zu beurteilen. Die Messlatte zum Europameistertitel liegt wesentlich höher!

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22.06.2016 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Fussball EM 2016: Ein Qualitätsmerkmal des Teams und seiner Spieler sind die Torgefährlichkeit und Abschlussquote, sprich Chancenverwertung. Deutschland kann im EM-Achtelfinale gegen einen wahrscheinlich wieder eher defensiv eingestellten Gegner (Albanien oder Slowakei) nochmals „üben“, um dann im Viertelfinale endlich auf dem höchsten Leistungs-Level in Abwehr (auch noch kein echter Härtetest) und Angriff angekommen zu sein. Wie anno 2014 bei der Fußball WM in Brasilien, als die Mannschaft im Quarterfinal Frankreich nach gutem Match mit 1:0 besiegen konnte.

Wann gab es jemals ein so großes Sündenregister aus deutscher Sicht: Deutschland scheint auf dem richtigen Weg beim Findungsprozess der EM-Startelf mit Joshua Kimmich und Mario Gomez zu sein, aber dann im deutschen Offensivfeuer von 74:11 Angriffen, 26:2 Torchancen und 9:1 hundertprozentiger Tormöglichkeiten nur ein einziges Tor – da kann man die Enttäuschung von Bundestrainer Joachim Löw verstehen.

Die DFB-Elf hätte nicht nur ein halbes Dutzend Tore erzielen sondern auch ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz senden müssen. So liegt Deutschland im Tor- und Leistungstrend der knappen Favoritensiege oder auch nur Unentschieden von Frankreich oder Portugal. Nur bei weniger Torchancen in den Topspielen ab dem Viertelfinale muss ganz einfach die Verwertungsquote größer als 4 Prozent wie im Nordirland-Spiel sein.

Ich bleibe dabei: Große Titelkämpfe in Ballsportarten werden in der Abwehr und nicht im Angriff entschieden. Insofern möchte ich der deutschen Mannschaft Mut machen, dass Mario Gomez und Thomas Müller im Doppelpack trotzdem die nötigen Treffer in den K.-O.-Matches erzielen werden. Steht die Abwehr im Dreier- oder Viererverbund, ob nun mit Shkodran Mustafi oder Mats Hummels, ob mit Joshua Kimmich oder Benedikt Höwedes – klar ist doch: Bleibt die Null auch in den Top-Matches weiter hinten stehen, werden Deutschlands Fußballer noch eine gewichtige Rolle im EM-Championat spielen.

Manchmal reicht auch ein Standard zum Siegtor, wie bspw. Mats Hummels im WM-Viertelfinale gegen Frankreich. Schau ‘n wir mal und vergessen die Mentalität und Kampfkraft als deutsche Turnier-Tugenden nicht. Auch die werden entscheidend „eingreifen“!

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