Fussball EM Einsichten: Deutschland ohne WM-Qualität mit Licht und Schatten. Joshua Kimmich „EURO-Rookie“

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Fussball EM 2016 - Foto: ©UEFA
Fussball EM 2016 – Foto: ©UEFA

Fussball EM Einsichten: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft schaffte das Double aus aufeinander folgendem Weltmeister- und Europameister-Titel nicht.

Die Niederlage gegen Gastgeber Frankreich im Halbfinale war aber kein Desaster.

Nur mit Ernüchterung musste zur Kenntnis genommen werden, dass die DFB-Elf nicht an das Leistungsniveau der Fussball WM 2014 in Brasilien heran reichte. Die hohen gerechtfertigten eigenen Erwartungen blieben hinter dem EM-Ergebnis Halbfinale zurück.

Ein Kommentar in Thesen über Licht und Schatten der deutschen Mannschaft bei der UEFA EURO 2016

von SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

Joshua Kimmich (Deutschland) – Fussball EM 2016: UEFA EURO Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Frankreich im Stade Velodrome am 7. Juli 2016 in Marseille, Frankreich. Foto: Alex Livesey / Getty Images
Joshua Kimmich (Deutschland) – Fussball EM 2016: UEFA EURO Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Frankreich im Stade Velodrome am 7. Juli 2016 in Marseille, Frankreich. Foto: Alex Livesey / Getty Images

09.07.2016 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:Fussball

Fussball EM Einsichten: Als Team trat „Die Mannschaft“ wie schon in den vergangenen Jahren in eindrucksvoller Art und Weise auf und präsentierte das „deutsche Fußball-Wunder“ seit der Amtsübernahme 2004 durch Jürgen Klinsmann und den damaligen weitreichenden Entscheidungen im Nachwuchsbereich des Sportdirektors Matthias Sammer würdig.

  • Ohne diese Trendwende durch Klinsmann, Sammer und Joachim Löw hätte es das erfolgreiche Jahrzehnt im deutschen Fußball seit dem Sommermärchen 2006 nicht gegeben.
  • Die Fußball WM 2014 in Brasilien war der vorläufige Höhepunkt dieser großartigen Entwicklung mit dem vierten WM-Stern. Das Fundament in Qualität, Quantität, Taktik und Weiterentwicklung einer Vielzahl deutscher Spieler ist auch für die Zukunft gelegt.
  • In Brasilien führten mit hoher Leistungsqualität Kapitän Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer, Thomas Müller und Miroslav Klose das erfolgreiche Team. In Frankreich fehlte diese Leistungskonstanz auf hohem Niveau bei den Führungsspielern. In entscheidenden Phasen des Viertel- und Halbfinals versagten mental die Nerven und die Beine beim Tore schießen. Mesut Özil, Mario Götze und Thomas Müller spielten eine schlechte Europameisterschaft und waren weit weg von ihren Möglichkeiten.
Bastian Schweinsteiger (Deutschland) – Fussball EM 2016: UEFA EURO Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Frankreich im Stade Velodrome am 7. Juli 2016 in Marseille, Frankreich. Foto: Matthias Hangst / Getty Images
Bastian Schweinsteiger (Deutschland) – Fussball EM 2016: UEFA EURO Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Frankreich im Stade Velodrome am 7. Juli 2016 in Marseille, Frankreich. Foto: Matthias Hangst / Getty Images
  • Die Leistungssteigerungen gegen Nordirland (Vorrunde) und Slowakei (Achtelfinale) täuschten über das wahre Leistungsvermögen hinweg. Gegen Italien in der zweiten und Frankreich in der ersten Halbzeit traten die Defizite in Augenschein. Die „Top-Leistung in Topspielen“ konnte jeweils nicht hundertprozentig abgerufen werden.
  • Die nach dem Achtelfinale taktisch und personell gefundene deutsche Turniermannschaft wurde gegen die sprichwörtliche These, „never change a winning team“, von Joachim Löw gegen Italien und Frankreich (verletzungsbedingt) verändert. Deutschlands taktische Variabilität ist ein unschätzbarer Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Er wurde nur zum falschen Zeitpunkt, Italien-Match, durch Löw anders interpretiert.
  • Deutschlands offensiver „Angriffswirbel“ war deutlich erkennbar. Die Chancenverwertung offenbarte in allen Spielen desaströse Züge. Zudem bedeuteten Abwehr-Instabilitäten und eigene Fehler am Ende den Match-Verlust gegen Frankreich mit zu früher Heimkehr nach Deutschland.
  • Ein „Knipser mit Spielintelligenz“ eines Miroslav Klose und ein erstklassiger Spiel-Regisseur fehlten im deutschen Team. Eine Umstellung auf die taktische 4-4-2-Spielweise könnte der Weg in die Zukunft bedeuten. Die „falsche Neun“ im Angriffszentrum ist historisch überlebt.
Toni Kroos (Deutschland) – Fussball EM 2016: UEFA EURO Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Frankreich im Stade Velodrome am 7. Juli 2016 in Marseille, Frankreich. Foto: Matthias Hangst / Getty Images
Toni Kroos (Deutschland) – Fussball EM 2016: UEFA EURO Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Frankreich im Stade Velodrome am 7. Juli 2016 in Marseille, Frankreich. Foto: Matthias Hangst / Getty Images
  • Joachim Löw wird als Bundestrainer vertragstreu bis 2018 zur Fußball WM in Russland weitermachen. „Schweini“ und „Poldi“, also Schweinsteiger und Podolski, eher nicht. Sie werden bei der Vielzahl von sehr guten Spielern auch gut ersetzt. Die „neue Führungsriege“ mit Manuel Neuer, Jerome Boateng und Toni Kroos steht bereit. Joshua Kimmich avancierte zum „deutschen Rookie“ des EM-Turniers.
  • Ein fünfter WM-Stern in Russland scheint durchaus realistisch zu sein. Wenn die richtigen, von Kritik und Selbstkritik beherrschten, Analysen sowie Lehren aus der nicht so ganz erfolgreichen UEFA EURO 2016 in Frankreich gezogen werden!

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