Fussball EM 2016: Thomas Müller: „Ein gutes Ergebnis einzufahren ist legitim“


Fussball EM 2016 Frankreich: Der Torschützenkönig der Fußball-WM 2010, Thomas Müller vom FC Bayern München, stellte sich nach dem enttäuschenden 0:0 der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen den Fragen der Medienvertreter.

Die Mannschaft habe beim torlosen Remis den Schwerpunkt auf die Defensive gelegt, sagte Müller. Allerdings fehle dem Weltmeister-Team auch ein Stürmer, der sich in 1:1-Situationen durchsetzen könne.

Thomas Müller – Fussball EM 2016: Aktion während der UEFA EURO 2016 Gruppe C - Spiel zwischen Deutschland und Polen im Stade de France am 16. Juni 2016 in Paris, Frankreich. Foto: Paul Gilham / Getty Images
Thomas Müller – Fussball EM 2016: Aktion während der UEFA EURO 2016 Gruppe C – Spiel zwischen Deutschland und Polen im Stade de France am 16. Juni 2016 in Paris, Frankreich. Foto: Paul Gilham / Getty Images

SPORT4FINAL veröffentlicht mit freundlicher Zustimmung von Continental (Quelle: http://www.continental-reifen.de/autoreifen/media-services/contisoccerworld/uefa-euro-2016/2016-06-17-interview-mueller) Auszüge des Interviews mit Thomas Müller.

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18.06.2016 – Continental SoccerWorld / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Herr Müller, Sie haben mit der deutschen Nationalmannschaft ein 0:0 gegen Polen erreicht. Wie fällt Ihre Analyse aus?

Thomas Müller: „Der Punkt ist in Ordnung. Aber es geht immer im Fußball darum, mit welchem Gefühl man aus dem Spiel rausgeht. Erwartungshaltung und Ergebnis. Wir hatten uns vorgenommen, zu gewinnen. Wir haben gezeigt, dass unsere Basis vorhanden ist, um erfolgreich zu sein. Wir arbeiten als Mannschaft gut zusammen, wir hauen uns rein. Der Einsatz und der Zusammenhalt sind bei jedem einzelnen zu sehen und zu spüren. Aber es hat heute einfach gegen gut verteidigende Polen der letzte Esprit gefehlt, der letzte zündende Gedanke.“

Das heißt, dass Sie nicht zufrieden mit dem Punkt sind?

Thomas Müller: „Dementsprechend sind wir nicht zu 100 Prozent zufrieden. Wir sind auf der Suche nach den Lösungen. Das knabbert, so direkt nach dem Spiel, an uns Offensivspielern schon. Ich persönlich bin natürlich auch nicht zufrieden. Mich persönlich stört noch nicht mal, dass ich bei der EURO noch kein Tor geschossen habe. Mich stört, dass ich die letzten zwei Spiele keine wirkliche Tormöglichkeit mir mit dem Team erarbeiten konnte. Darauf müssen wir hinarbeiten, dass unsere Laufwege, unsere Kombinationen wieder zu Torchancen führen.“

Denkt die Mannschaft im Moment sehr defensiv?

Thomas Müller: „Natürlich denken wir defensiv, das ist ja wichtig. Wir arbeiten auch viel, das ist auch gut so. Das ist wichtig, um Ergebnisse einzufahren. Wir haben zweimal zu Null gespielt. Wenn man Turniere gewinnen will, ist das mal das A und O. Und in der Offensive haben wir in Deutschland eben nicht den 1:1-Spieler, um Abwehrbollwerke zu knacken, so wie wir es vielleicht beim FC Bayern haben. So ein Spieler fehlt, den können wir uns nicht herzaubern, deswegen müssen wir es mit Kombinationsspiel versuchen. Da fehlt gegen Polen einfach der letzte Pass, der letzte Schritt, die letzte Abstimmung. Der andere Teil ist, dass Polen sehr gut verteidigt hat, auch wenn man sich die Standards anschaut.“

Wie kann man diese Lösungen finden?

Thomas Müller: „Wir müssen in die Analyse gehen. Wir müssen schauen, was uns gefehlt hat. Im nächsten Spiel müssen wir das dann besser machen. Das letzte Risiko sind wir gegen Polen nicht gegangen. Das letzte Schnelligkeitsmoment vorne fehlt einfach.“

Nervt es eigentlich, dass so viele Mannschaften gegen Sie, gegen die deutsche Nationalmannschaft so hinten drin stehen?

Thomas Müller: „Kann man so sagen. Aber es hilft uns nichts, uns darüber zu beklagen. Es ist legitim, dass Gegner versuchen, ein gutes Ergebnis einzufahren. Das sind eben ihre Mittel. Natürlich würde man lieber gegen Mannschaften spielen, die auch das Spiel mit dem Ball lieben.“

Fehlt Ihnen persönlich im Moment auch ein wenig das Glück?

Thomas Müller: „Ich weiß nicht, ob das Glück fehlt. Es ist grundsätzlich so, dass wir uns als Mannschaft zu wenige Torchancen herausarbeiten, und deshalb habe ich auch zu wenige Tormöglichkeiten. Wenn ich wieder mal eine Möglichkeit bekomme, dann muss ich halt da sein.“


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