Handball EHF Champions League Final4: Győr und Buducnost im „Augenhöhe-Topspiel“


Handball EHF Champions League: Győri Audi ETO KC besiegte Buducnost Podgorica - Cornelia Nycke Groot - Foto: Anikó Kovács und Tamás Csonka (Győri Audi ETO KC)
Handball EHF Champions League: Győri Audi ETO KC besiegte Buducnost Podgorica – Cornelia Nycke Groot und Milena Raicevic – Foto: Anikó Kovács und Tamás Csonka (Győri Audi ETO KC)

Handball EHF Champions League Final4 2016 – Halbfinale: Das erste Halbfinale am Sonnabend in der Papp Laszlo Sport-Arena in Budapest zwischen Buducnost Podgorica und Győri Audi ETO KC ist ein Topspiel der Superlative und wird auf Augenhöhe ausgetragen.

In den beiden Hauptrundenspielen der diesjährigen Champions-League-Saison gewannen beide Teams jeweils ihr Heimspiel: Győri Audi ETO KC mit 22:20 und Buducnost Podgorica mit 25:22 Toren. Hochspannung und Leistungsqualität könnte das Semifinale beider hochkarätig besetzter Mannschaften auszeichnen. Schauen wir uns beide Teams ein wenig näher an.

SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp berichtet live aus Budapest.

04.05.2016 – EHF Final4 / SPORT4FINAL / Frank Zepp:Handball

Nach vielen Verletzungen in der vergangenen Saison befindet sich Győri Audi ETO unter den Top-Sieg-Anwärter der EHF Champions League der Frauen in diesem Jahr. Ambros Martins Team hat endlich wieder Konsistenz und ist bestrebt, in Budapest zu gewinnen, nachdem es die erste Ausgabe des EHF Final4 gewonnen hatte. Verletzungen in dieser Spielzeit ereilten Anita Görbicz und Zsuzsanna Tomori  bei internationalen Spielen. Chefcoach Ambros Martin ist es trotz der Schwierigkeiten gelungen, den richtigen Weg für sein Team zu finden. Die norwegische Einheit, Heidi Löke, Linn Sulland und Kari Aalvik Grimsbö agiert sehr gut, während Eduarda Amorim immer näher zu ihrer besten Form findet und die zu FTC Budapest wechselnde Aniko Kovacsics einige starke Auftritte hatte. Die Spielerin der bisherigen Saison war Cornelia Nycke Groot, die auch das niederländische Team bis ins WM-Finale führte und zu Győrs Spielmacherin avancierte. Győr fehlte ein wenig die Konstanz in einigen Matches. Der ehemalige Champions-League-Sieger gewann in Skopje und verlor das nächste Spiel gegen Midtjylland zu Hause (beide fünf Tore).

Aber das Team fand bald den Rhythmus, auch nach Tomoris und Görbicz‘ Verletzungen bei der Handball-WM. Győrs Abwehr erreichte Top-Form, was das Leben leichter für die großartige Torhüterin Grimsbö machte. Im Angriff, der auch mal ins Stocken geriet, zeichneten sich mit ausgezeichneten Leistungen Nycke Groot, Löke und Amorim aus. Buducnost, Vardar Skopje und Bukarest wurden zu Hause geschlagen. Allerdings erwies sich die Heim-Niederlage gegen Midtjylland sehr teuer, weil Győr dadurch an zweiter Stelle in der Hauptrunde hinter Buducnost ins Ziel kam. Im ungarischen Viertelfinale demontierte Győr den Erzrivalen und amtierenden Landesmeister Ferencvaros in beiden Spielen im zweistelligen Bereich. Top-Torschützinnen in dieser Champions-League-Saison sind Heidi Löke (57), Eduarda Amorim (52), Linn Sulland (49), Cornelia Nycke Groot (46) und Aniko Kovacsics (40).

Handball EHF Champions League: Győri Audi ETO KC besiegte Buducnost Podgorica - Heidi Löke - Foto: Anikó Kovács und Tamás Csonka (Győri Audi ETO KC)
Handball EHF Champions League: Győri Audi ETO KC besiegte Buducnost Podgorica – Heidi Löke – Foto: Anikó Kovács und Tamás Csonka (Győri Audi ETO KC)

Zum ersten Mal seit der Saison 2012/13 absolvierte Buducnost Podgorica die Hauptrunde mit einigen Niederlagen. „Wenn wir jetzt besiegt werden, ist es besser als in den späteren Spielen“, erklärte Buducnost-Trainer Dragan Adzic im Januar 2016 nach der ersten Niederlage in Győr. Diese Niederlage beendete eine Serie von 20 Monaten ((20 Siege und zwei Unentschieden) ohne Niederlage. Buducnost begann die Spielzeit 2015/16 ohne die deutsche Torhüterin Clara Woltering, die zu den Stützen der wichtigste Matches beim den Erfolgen in der Champions League 2012 und 2015 (Final4 MVP) gehörte. Buducnosts Spielphilosophie basiert in erster Linie auf einer starken Verteidigung.

Buducnost Podgorica ging mit sieben Punkten in die Hauptrunde und musste sich mit den starken Teams von Győri Audi ETO KC, HC Vardar Skopje und FC Midtjyland messen. Aufgrund Radmila Petrovic‘ Krankheit (Mononukleose) und instabiler Leistungen von Marta Zderic beschloss Buducnost, zwei Verstärkungen für den Rest der Saison zu holen: Die Slowenin Neli Irman (Kreis rechts) und die tunesische Torhüterin Echraf Abdallah (sie verließ den Verein nach nur einem Spiel aus familiären Gründen). Nach der Niederlage von Buducnost in Győr am 9. Januar 2016 folgten auch ohne die verletzte Abwehrspezialistin Suzana Lazovic noch drei Siege in Folge gegen Vardar (31:19), FC Midtjylland (28,18) und Győr (25:22). Damit war praktisch den ersten Platz in der Hauptrunden-Gruppe gesichert. Die Spitzenposition in der Hauptrunde geriet auch nicht nach der ersten Niederlage gegen ihren regionalen Rivalen Vardar in Skopje (24:26) in Gefahr. Im Viertelfinale gegen Baia Mare wurde ganz souverän zum dritten Mal in Folge die Teilnahme beim Champions League Final4 in Budapest geschafft. Die Top-Torschützinnen sind für Buducnost Cristina Neagu (80), Katarina Bulatovic (78), Dragana Cvijic (46), Majda Mehmedovic (42) und Milena Raicevic (37).


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