Saint-Raphael Var Handball mental stärker als SC Magdeburg

SC Magdeburg - Handball Bundesliga - EHF Cup Finals 2018 - Saison 2017-2018 - Foto: SC Magdeburg
SC Magdeburg – Handball Bundesliga – EHF Cup Finals 2018 – Saison 2017-2018 – Foto: SC Magdeburg

Ottostadt Magdeburg EHF Cup Finals – 1. Halbfinale: Saint-Raphael Var Handball vs. SC Magdeburg.

SCM-All-Star Steffen Stiebler zu SPORT4FINAL vor dem Halbfinale im EHF Cup: „Das Pokal-Aus von Hamburg hat auf das EHF-Cup-Halbfinale keine mentalen Auswirkungen. Denn wir spielen zu Hause und wollen gewinnen.“

Der SC Magdeburg konnte den „Fluch der Halbfinal-Niederlagen“ nach Göppingen im EHF-Cup 2017 und Hamburg im DHB-Pokal 2018 nicht besiegen. In einem kämpferisch geprägten und spielkulturell nur durchschnittlichen Match unterlag der Gastgeber dem Vierten der französischen Meisterschaft, Saint-Raphael Var Handball, unglücklich mit 27:28 Toren.

Die französischen Gäste hatten den besseren Spielmacher Daniel Sarmiento und den erfolgreichsten Torschützen Raphael Caucheteux in ihren Reihen. Der SCM begann einfach zu viele technische Fehler und wirkte in der Crunchtime mental nicht so stark.

SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp berichtet live aus dem Magdeburger Handball-Tempel von den EHF Cup Finals.

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19.05.2018 – SPORT4FINAL LIVE / Frank Zepp:

Ottostadt Magdeburg EHF Cup Finals – 1. Halbfinale: Saint-Raphael Var Handball vs. SC Magdeburg.

1. Halbzeit: Fehlerbehaftetes „Augenhöhe-Match“

Die 6.209 Zuschauer sahen eine „Berg- und Tal“-Halbzeit zweier Teams, die zu viele technische Fehler beginnen und nicht ihre spielerischen Qualitäten offenbarten. Die französischen Gäste, Vierter in der Liga, führten schnell mit 6:2 (10) und bestraften Magdeburgs pomadiges Spiel. Dann ging ein Ruck durch die SCM-Mannschaft und das Teamplay gewann an Fahrt und Präzision. Mit Bezjak und O’Sullivan im spielgestaltenden Rückraum sowie Musche als Vollender (5 Treffer) wurde die Begegnung gedreht und eine zwei Tore Führung erkämpft. Saint-Raphael stellte im Angriff auf 7:6 um und erzielte Wirkung mit dem verdienten Ausgleich zur Halbzeit. Magdeburg vergab zwei Siebenmeter. Eine sehr durchwachsene Schiedsrichterleistung der spanischen WM- und EM-erfahrenen Unparteiischen. Torhüter 6:5 Paraden. Technische Fehler 6:5. Gegenstoß-Tore (1. Welle) 2:3.   

Ottostadt Magdeburg EHF Cup Finals – 1. Halbfinale: Saint-Raphael Var Handball vs. SC Magdeburg - Foto: SPORT4FINAL
Ottostadt Magdeburg EHF Cup Finals – 1. Halbfinale: Saint-Raphael Var Handball vs. SC Magdeburg – Foto: SPORT4FINAL

2. Halbzeit: Saint-Raphael Var Handball glücklicher mit weniger Fehlern

Das Spiel wog hin und her. Die Frage war: Welches Team machte weniger Fehler und wirkte abgezockter? Saint-Raphael hatte auf jeden Fall in Daniel Sarmiento den besseren Spielmacher gegenüber Marko Bezjak und Christian O’Sullivan. Über den Kreis wurde Magdeburg im Innenblock sehr oft ausgespielt. Auch im Kasten stand bei den französischen Gästen der bessere Keeper. Aber der SC Magdeburg hatte genug Chancen, um den Sieg nach Hause zu bringen. Am Ende waren es vielleicht die Nerven und Erinnerungen an Hamburg und Göppingen im letzten Jahr, als man jeweils auch im Halbfinale unterlag. Der letzte Spielzug bei 27:28 nach der letzten SCM-Auszeit (59:44) auf den Außen Pettersson war jedenfalls die schlechteste aller Möglichkeiten zur Torerzielung. SCM-Trainer Wiegert nahm auch nicht Quenstedt für die letzten Sekunden heraus, um in Überzahl zu agieren. So stimmte einiges nicht an diesem Nachmittag im Magdeburger Teamplay.

Ottostadt Magdeburg EHF Cup Finals – 1. Halbfinale: Saint-Raphael Var Handball vs. SC Magdeburg - Foto: SPORT4FINAL
Ottostadt Magdeburg EHF Cup Finals – 1. Halbfinale: Saint-Raphael Var Handball vs. SC Magdeburg – Foto: SPORT4FINAL

Stimmen:

Adrien Dipanda: „Für mich hat unser international erfahrener Torhüter Popescu den Unterschied gemacht. Im Angriff wirkten wir etwas durchschlagsstärker.“

Daniel Pettersson: „Wir haben nicht unser Spiel gezeigt und zu viele Fehler gemacht. Zu Hause zu verlieren tut sehr weh.“

Matthias Musche: „Aus der Hamburg-Niederlage haben wir gelernt und ohne Nachwirkungen gespielt. Wir haben einfach nicht gut genug gespielt und zu viele Chancen vergeben. Die Mannschaft hat verloren. Da kann ich keine Schuldzuweisungen machen.“

Bennet Wiegert: „Es war für mich persönlich die größte Enttäuschung heute. Die Mannschaft hat alles gegeben. Ihr kann ich keine Schuld geben. Wir hätten es einfach zu Hause schaffen müssen.“

Christian O’Sullivan: „Wir haben schlecht gespielt und in den entscheidenden Phasen nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Wir haben besser gespielt als in Hamburg und zeigten keine Nerven nach den zwei Niederlagen gegen die Löwen. Wir werden lernen und stärker wieder zurückkommen. Nun gilt es, den vierten Platz in der Bundesliga abzusichern, um wieder EHF-Cup zu spielen.“

Steffen Stiebler: „Nach den zwei guten Jahren 2015 und 2016 im DHB-Pokal haben wir nun nach drei Halbfinal-Niederlagen in Folge eine schlechte Phase. Daraus werden wir lernen, um nächste Saison noch näher an die Champions-League-Plätze in der Bundesliga heran zu kommen.“

Statistik:

Ottostadt Magdeburg EHF Cup Finals 2018 – 1. Halbfinale

Saint-Raphael Var Handball vs. SC Magdeburg 28:27 (13:13)

Spielfilm: 6:2 (10.), 6:7 (17.), 9:11 (25.) 11:13 (29.), 13:13 (HZ) – 17:18 (38.), 21:21 (46.), 25:23 (53.), 27:27 (59.), 27:28 (EST)

Man of the Match: Raphael Caucheteux (12 Tore)

Erfolgreichste Torschützinnen: Caucheteux (12), Sarmiento (5) – Musche (7), Pettersson (6)

Wurfeffizienz: 70:59 Prozent

Torhüter: 13:10 Paraden

Technische Fehler: 12:11