Handball Bundesliga Frauen – 9. Spieltag

Handball Bundesliga Frauen - 9. Spieltag - Foto: Fotolia
Handball Bundesliga Frauen – 9. Spieltag – Foto: Fotolia

Handball Bundesliga Frauen: Vierkampf an der HBF Tabellenspitze. SG BBM Bietigheim verlor in EHF Champions League. HSG Blomberg-Lippe gewann in EHF European League gegen Thüringer HC.

16.11.2020 – PM HBF / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball Bundesliga Frauen: Kurzfristig musste am Mittwoch das Spiel von Borussia Dortmund gegen den 1. FSV Mainz 05 auf den 30. Januar 2021 verschoben werden. Die Dortmunder Mannschaft musste sich nach den Champions League-Spielen gegen Györ in Quarantäne begeben, da beim ungarischen Gegner Spielerinnen positiv auf Covid-19 getestet wurden. Der einzig verlustpunktfreie Klub der Bundesliga musste so zusehen, wie die SG BBM Bietigheim mit einem hart erkämpften 32:29 bei der HSG Bensheim/Auerbach mit nun 15:3 Punkten an die Tabellenspitze zog.

Mit der HSG Blomberg-Lippe, dem Thüringer HC sowie auch der TuS Metzingen hielten sich weitere Favoriten in ihren Partien unter der Woche schadlos. Während das für Samstag angesetzte Spiel zwischen Halle und Oldenburg ebenfalls verschoben werden musste, landeten Metzingen, Neckarsulm und Bad Wildungen Siege. International konnte die HSG Blomberg-Lippe im HBF-Duell beim Thüringer HC gewinnen, in der Champions League kassierte die SG BBM Bietigheim eine Heimniederlage.

Neckarsulmer Sport-Union – TSV Bayer 04 Leverkusen 30:26 (12:14)

Der Start gehörte den Gastgeberinnen, die ein schnelles 3:0 vorlegten und Michael Biegler zu einer frühen Auszeit veranlassten. Nach dem Weckruf kam Leverkusen besser ins Spiel, beim 9:9 durch Mia Zschocke gelang der Ausgleich und kurz darauf die Führung. Neckarsulm tat sich in dieser Phase schwer, zur Pause stand ein 12:14 auf der Anzeigetafel.
Nach Wiederbeginn wuchs der Rückstand beim 13:17 auf vier Tore an. Tanja Logvin reagierte und nahm Jurgutyte in Sonderbewachung, die die Werkselfen aus dem Tritt brachte und die Neckarsulm zum 17:17-Ausgleich nutzte. „Wir waren davon nicht überrascht, sondern wir waren nicht wach genug, das war das Entscheidende“, ärgerte sich Biegler über den Bruch im Spiel seines Teams. Die Gastgeberinnen legten nun vor, führten teils mit sechs Toren und siegten mit 30:26.
„Wir waren nicht wach, laufen Rückständen hinterher und geben Vorsprünge zu schnell wieder ab“, haderte Biegler über das Leverkusener Spiel, in dem die 17-jährige Pia Terfloth mit drei Treffern ein Lichtblick war. Neckarsulm setzte sich mit 13:5 Punkten unterdessen auf dem fünften Platz fest. „Ich habe nach der Niederlage im Pokal heute eine Antwort erwartet – und ich habe sie bekommen. Ich muss der Mannschaft gratulieren. Ich bin unheimlich stolz“, so NSU-Trainerin Tanja Logvin.

TuS Metzingen – Frisch Auf Göppingen 29:21 (14:11)

Mit dem dritten Liga-Sieg in Folge hat sich die TuS Metzingen auf den siebten Platz der Tabelle empor geschoben. Im Nachholspiel gegen Frisch Auf Göppingen kam das Team von Edina Rott zu einem insgesamt ungefährdeten 29:21 (14:11) Erfolg. Silje Brons Petersen erzielte 10/5 Treffer für Metzingen, Bo van Wetering (6) war beste Feldschützin bei den Gastgeberinnen. Bei Göppingen kamen Michaela Hrbova und Roxana Ioneac Joldes je fünf Tore.
In den ersten Minuten der Partie legten allerdings die Gäste aus Göppingen vor, Metzingen zog jedoch umgehend nach und konnte beim 5:4 erstmals die Führung übernehmen. Die Gastgeberinnen gaben in der Folge den Ton an, Göppingen ließ sich aber zunächst nicht abschütteln. Nach einem 14:11 zur Pause pendelte die Differenz im zweiten Abschnitt zunächst um die fünf Tore. Beim 20:17 keimte bei den Gästen noch einmal Hoffnung auf, doch eine Vierer-Serie zum 24:17 stellte für Metzingen die Weichen zum 29:21-Erfolg.
„Auch wenn das Ergebnis im Vergleich zum Rosengarten-Spiel identisch ist, ist der Sieg viel wertvoller. Wir haben in der zweiten Halbzeit richtig gut verteidigt und uns den Sieg verdient“, so Metzingens Trainerin Edina Rott, die betonte: „Es war ein Schritt in die richtige Richtung.

HSG Bad Wildungen Vipers – Kurpfalz Bären 32:30 (15:14)

Dicht an den ersten Punkten der Saison waren die Kurpfalz Bären aus Ketsch im Spiel bei den Vipers in Bad Wildungen. Am Ende aber behaupteten die Gastgeberinnen ein 32:30 (15:14), sie glichen ihr Punktekonto somit auf 8:8 aus. Für die Vipers erzielten Jana Scheib und Maxime Struijs jewels acht Treffer, bei den Gästen war Rebecca Engelhardt mit sechs Toren die beste Werferin.
Lediglich beim 0:1 befanden sich die Vipers im ersten Abschnitt in Rücklage – entscheidend absetzen konnten sie sich aber im gesamten Spielverlauf nicht. Mit einem Doppelschlag verkürzten die Gäste in der letzten Minute des ersten Abschnitts sogar wieder auf ein Tor, mit einem 15:14 wurden die Seiten gewechselt. Die Vipers legten zwar wieder drei Tore vor, sahen sich beim 21:22 dann aber wieder mit einem Rückstand konfrontiert. Zehn Minuten vor dem Ende übernahmen die Gastgeberinnen wieder die Führung, der Sieg war aber erst mit dem 32:30 von Alina Otto acht Sekunden vor dem Ende unter Dach und Fach.
„Ich bin richtig erleichtert über den Sieg – wir haben einen Schritt nach vorne gemacht, in der letzten Saison hätten wir dieses Spiel verloren. Ein Sonderlob gilt Jana Scheib, die ein super Spiel gemacht hat und toll gekämpft hat“, kommentiert Vipers-Trainerin Tessa Bremmer die Partie.

Mittwochsspiele

Thüringer HC – Frisch Auf Göppingen 39:27 (21:15)

Vier Tage nach dem Kantersieg im Achtelfinale des DHB-Pokals haben die Handballerinnen des Thüringer HC auch das Bundesliga-Duell gegen Frisch Auf Göppingen deutlich für sich entschieden. In heimischer Halle gelang den Thüringerinnen am Mittwochabend ein ungefährdeter 39:27 (21:15)-Sieg. „Wir hatten heute einen guten Start und haben damit die Grundlage für den Sieg gelegt“, freute sich THC-Coach Herbert Müller.
Ganz so leicht wie beim 31:16 in Göppingen hatten es die Thüringerinnen diesmal nicht, doch nach einem furiosen Start ins Spiel (12:4) kontrollierten sie jederzeit das Geschehen und glänzten mit hoher Effizienz in der Offensive. Göppingen kam in der Folge aber ebenfalls im Angriff ins Laufen und erzielte fünfzehn Treffer im ersten Abschnitt. „Das letzte Spiel war schlecht im Angriff, heute hat es in der Abwehr gehapert“, befand Göppingens Coach Aleksandar Knezevic.
Der THC führte zur Pause beim 21:15 dennoch mit sechs Treffern und öffnete die Tür für die Gäste nicht mehr. Auch in der Schlussphase ließen die Gastgeberinnen nicht nach und bauten ihren Vorsprung weiter aus. Mit nunmehr 13:5 Punkten bleiben die Thüringerinnen Tabellenvierter. Beste THC-Werferin war Rückraumspielerin Marketa Jerabkova mit 13 Toren. Göppingen steht mit 4:8 Punkten auf dem 13. Platz.

HSG Blomberg-Lippe – Buxtehuder SV 27:21 (16:6)

Auswärtsspiele bleiben in dieser Saison kein gutes Pflaster für den Buxtehuder SV. Auch das vierte Gastspiel in der laufenden Bundesliga-Spielzeit verlor das Team. Bei der HSG Blomberg-Lippe gab es ein 21:27. Mit einer schwachen ersten Hälfte geriet der BSV früh auf die Verliererstraße. Zudem musste das Team die Verletzungen von Caroline Müller-Korn und Lynn Schneider verkraften.
Blomberg ging mit dem Selbstvertrauen von sechs Siegen aus acht Spielen in die Partie und gab von der ersten Minute den Ton an: Über ein 4:1 zogen die Gastgeberinnen auf 8:2 davon und setzten sich in der Folge immer weiter ab – zur Pause stand beim 16:6 bereits ein zweistelliger Abstand auf der Anzeigetafel. Auch dank einer glänzend aufgelegten Nele Franz, die elf Treffer erzielte, war die Vorentscheidung gefallen.
Buxtehude kam mit einer Dreier-Serie aus der Pause, konnte die Blombergerinnen bis zum 27:21-Endstand aber nicht mehr wirklich in Bedrängnis bringen. „In der zweiten Halbzeit haben wir kämpferisch alles in die Waagschale geworfen, aber insgesamt waren es zu viele einfache Fehler“, konstatierte BSV-Coach Dirk Leun nach der vierten Auswärtsniederlage.

TuS Metzingen – HL Buchholz 08-Rosengarten 29:21 (17:10)

Mit großen Verletzungssorgen reisten die Handball-Luchse aus Buchholz-Rosengarten in Richtung Metzingen, lediglich zwei Feldspielerinnen saßen für Wechsel auf der Bank. „Nach dem Ausfall vieler Leistungsträgerinnen war für uns das Motto Schadensbegrenzung“, räumte Trainer Dubravko Prelcec ein. Metzingen klärte schnell die Fronten, nahm nach einem frühen 5:1 ein 17:10 mit in die Kabinen.
Beim 24:14 war die Entscheidung gefallen, die Gäste gaben sich aber nicht auf: „Aufgrund der gezeigten Leistung bin ich stolz auf meine Mannschaft, die im Verlauf des Spiels unerschrocken und couragiert aufgetreten ist. Die Mädels haben die taktische Marschroute eingehalten, bis zur völligen Erschöpfung gekämpft und niemals aufgegeben“, so Prelcec nach der 21:29-Niederlage.
Marlene Zapf, mit neun Treffern beste Schützin der Metzingerinnen, erklärte angesichts des mit 8:8 Punkten nun ausgeglichenen Punkte-Kontos: „Wir haben die Pflichtaufgabe erfüllt und sind froh, die zwei Punkte geholt zu haben. Somit setzen wir den Aufwärtstrend fort und klettern in der Tabelle weiter nach oben.“

HSG Bensheim/Auerbach – SG BBM Bietigheim 29:32 (14:17)

Nach der Absage des Spiels der verlustpunktfreien Dortmunderinnen nutzte unterdessen Bietigheim die Chance zum Sprung an die Spitze der Tabelle. Bei der HSG Bensheim/Auerbach hatte das Team von Trainer Markus Gaugisch allerdings harte Arbeit zu verrichten. Kopf an Kopf ging es durch den ersten Abschnitt, zur Pause stand ein 17:14 für die Gäste auf der Anzeigetafel.
Zu Beginn der zweiten Hälfte setzten die Flames aber schnell erst den Anschluss- und dann auch den Ausgleichstreffer. Beim Stand von 20:20 nahm Gaugisch seine Auszeit, sein Team setzte sich in der Folge beim 26:23 erneut auf drei Treffer ab. Eine Vorentscheidung bedeutete dies aber nicht, Bensheim/Auerbach hielt dagegen – erst als Emily Sando einen Siebenmeter der Gastgeberinnen parierte und Xenia Smits auf der Gegenseite für das 30:27 sorgte, waren die Weichen zum 32:29-Erfolg gestellt.
„Ich muss den Flames zu einem sehr guten Spiel gratulieren. Wir waren am Ende die glücklichere Mannschaft, nicht die bessere. Bensheim hat uns über sechzig Minuten das Leben schwer gemacht. Ich bin froh, dass wir heute gewonnen haben“, so BBM-Trainer Markus Gaugisch. Dem konnte Flames-Coach Heike Ahlgrimm verständlicherweise zustimmen: „Ich denke, dass die Mädels ein Unentschieden und einen Punkt verdient gehabt hätten, da wir heute sehr viel richtig umgesetzt haben.“

DELO EHF Champions League

Rückschlag für die SG BBM Bietigheim im Kampf um den Einzug in die Play-offs der DELO EHF Champions League. Die Enztälerinnen verloren ihr Heimspiel gegen den FTC Budapest nach einer schwachen ersten Halbzeit mit 25:29 (6:15).
Die Gäste aus Ungarn verteidigten beherzt und lagen nach acht gespielten Minuten mit 5:2 in Führung. Die SG BBM kam auch nach zwei Auszeiten weiter nicht in Schwung, Überzahlsituationen wurden nicht genutzt und zu all dem unterliefen den SG-Ladies zu viele technische Fehler. In der 25. Minute gelang den weiter engagiert aufspielenden Gästen beim 15:5 die erste zehn Tore-Führung.
Die Kabinenansprache von Markus Gaugisch hatte es wohl in sich. Der Angriff-Abwehr-Wechsel von Julia Maidhof mit Danick Snelder zeigte schnell Wirkung – die SG BBM zeigte sich gefestigter im Defensivverbund und weitaus konzentrierter im Angriff und holte nach und nach auf, zur Wende reichte es aber nicht mehr.
„Das Spiel haben wir in der ersten Halbzeit verloren. Wir konnten die Rückraumschützen von Budapest nicht auf Distanz halten und haben insgesamt unsere Form und Körpersprache der Vorwoche vermissen lassen. Wir müssen uns jetzt auf das nächste Spiel in Leverkusen konzentriert vorbereiten“, so Bietigheims Chefcoach Markus Gaugisch.

EHF European League

Die HSG Blomberg-Lippe hat am Samstagabend einen ersten Schritt in Richtung Gruppenphase der EHF European Handball League gemacht. In Bad Langensalza gewannen die Blombergerinnen das Hinspiel der letzten Qualifikationsrunde um die Teilnahme an der Gruppenphase gegen den Thüringer HC mit 31:27 (17:14). Am kommenden Samstag steht der HSG in der heimischen Halle an der Ulmenallee jedoch noch das Rückspiel bevor.
„Wir haben etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen, wurden dann jedoch immer sicherer und konnten zwischenzeitlich sogar auf acht Tore davonziehen. Auch wenn wir diesen Vorsprung nicht ganz halten konnten, bin ich unglaublich stolz auf mein Team. Unsere Zielsetzung war, dass wir eine Entwicklung zeigen, im Vergleich zum ersten Spiel. Das ist der Mannschaft heute eindrucksvoll gelungen“, so Blombergs Trainer Steffen Birkner auch mit Blick auf die klare 28:36-Niederlage in der Liga.
Sein Gegenüber, THC-Trainer Herbert Müller, zeigte sich nicht Einverstanden mit dem Auftritt seines Teams: „Wir waren heute nicht aggressiv genug, um auf internationalem Parkett zu bestehen. Als unsere Abwehr dann in der zweiten Halbzeit besser stand, haben wir zahlreiche hundertprozentige Chancen vergeben.“

Tabelle 1. Liga

Platz TeamSpiele Differenz Punkte
1.SG BBM Bietigheim 95215:3
2.Borussia Dortmund 78514:0
3.HSG Blomberg-Lippe 93514:4
4.Thüringer HC 94813:5
5.Neckarsulmer Sport-Union 92813:5
6.HSG Bensheim/Auerbach 81610:6
7.TuS Metzingen 94610:8
8.SV Union Halle-Neustadt (N)8-139:7
9.TSV Bayer 04 Leverkusen 8238:8
10.HSG Bad Wildungen Vipers 8-148:8
11.Buxtehuder SV 9-268:10
12.VfL Oldenburg 8-316:10
13.Frisch Auf Göppingen 7-334:10
14.HL Buchholz 08-Rosengarten (N)9-452:16
15.1. FSV Mainz 05 8-780:16
16.Kurpfalz Bären 9-930:18

Tabelle 2. Liga

Platz TeamSpiele Differenz Punkte
1.Füchse Berlin 96317:1
2.SG H2Ku Herrenberg 82814:2
3.BSV Sachsen Zwickau 72712:2
4.HSV Solingen-Gräfrath 73311:3
5.TG Nürtingen 8510:6
6.HC Leipzig 7169:5
7.TuS Lintfort 7-27:7
8.VfL Waiblingen 7-146:8
9.TVB Wuppertal 7-224:10
10.SG 09 Kirchhof 7-324:10
11.TSV Nord Harrislee 8-154:12
12.HSG Freiburg 8-213:13
13.HC Rödertal 7-362:12
14.SV Werder Bremen 7-301:13

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