Handball EM 2016: Deutschland sensationell im Halbfinale nach Dänemark-Sieg

Handball EM 2016 Polen: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat das „Viertelfinale“ gegen Top-Favorit Dänemark sensationell mit 25:23 Toren gewonnen und steht im Halbfinale der Handball-Europameisterschaft.

Handball EM 2016: Deutschland sensationell im Halbfinale nach Dänemark-Sieg - Foto: ZPRP / EHF
Handball EM 2016: Deutschland sensationell im Halbfinale nach Dänemark-Sieg – Foto: ZPRP / EHF

In der 53. Minute „erzwang“ „Matchplayer“ Mikkel Hansen mit dem 23:21 für Dänemark die Auszeit von Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Was danach passierte, war unbeschreiblich und mit unglaublichem Eingang in die Geschichtsbücher: Dänemark erzielte bis zum Schlusspfiff keinen Treffer mehr und Julius Kühn, Martin Strobel, Tobias Reichmann, Fabien Wiede mit den letzten vier deutschen Treffern sowie einem Andreas Wolff im Kasten, der diesen buchstäblich „zunagelte“.

Die größte Überraschung der jüngsten Europameisterschafts-Geschichte war perfekt! Deutschland steht seit 2008 wieder im EM-Halbfinale.

Match-Sätze des Tages:

Bob Hanning: „Dies war ein Meilenstein, dem noch viele folgen müssen. Wir sind noch nicht Weltklasse, weil wir das konstant nachweisen müssen.“

Stefan Kretzschmar: „Herausragend die Variabilität des Bundestrainers, die Taktik in Abwehr und Angriff oftmals entscheidend zu ändern.“

Erik Schmidt: „Egal wer jetzt kommt, warum sollen wir nicht auch die nächste Weltklassemannschaft schlagen. Wir können auch Europameister werden.“

SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp in Wroclaw

27.01.2016 – SPORT4Final Live aus Wroclaw / Frank Zepp:

Handball EHF EURO 2016 der Männer aus Polen:

SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp berichtet live von den Spielen der deutschen Handball-Nationalmannschaft aus Wroclaw und von den Finalspielen in Kraków.

 

Aus dieser deutschen Mannschaft Spieler heraus zu heben, fällt äußerst schwer, weil Deutschland im „Teamwork“ derzeit unschlagbar erscheint. In der mehrheitlich von Dänemark beherrschten ersten Spielhälfte war es Steffen Fäth mit seinen fünf Toren, der die DHB-Auswahl immer in dänischer Reichweite hielt. Niklas Landin agierte einen Tick besser als Andreas Wolff, der aber in der Crunchtime des Matches über sich hinaus wuchs und den Sieg fest hielt.

Schon vor der Pause ab dem 2:4-Rückstand (7.) ging Deutschland in die 4:2-Abwehr über, womit Dänemark Probleme bekam. Der Aktionsradius von Mikkel Hansen (7 Tore) und von Michael Damgaard (3 Tore) wurde eingeschränkt. Die deutsche Mannschaft erzielte sechs Minuten kein Tor und büßte ihren 10:8-Vorsprung (22.) bis zum 12:13-Halbzeitstand ein.

In der zweiten Halbzeit dann ein Wechselbad der Gefühle und beiderseitigen Führungen. Deutschland lag 21:20 (49.) in Front, um Dänemark wieder mit 21:23 (53.) vorbei ziehen zu lassen. Der deutsche „Ziel-Sieg-Einlauf“ bedeutete mit dem 4:0-Lauf im „Meer der Emotionen“ den größten Erfolg einer Männer-Nationalmannschaft seit 2008.

Handball EM 2016: Deutschland sensationell im Halbfinale nach Dänemark-Sieg - Foto: ZPRP / EHF
Handball EM 2016: Deutschland sensationell im Halbfinale nach Dänemark-Sieg – Foto: ZPRP / EHF

Am SPORT4Final-Mikro waren:

Stefan Kretzschmar: „Herausragend die Variabilität des Bundestrainers, die Taktik in Abwehr und Angriff oftmals entscheidend zu ändern. Die Mannschaft hat als Team super funktioniert. Dieser Erfolg ist für das Image des deutschen Handballs entscheidend, was wir lange nicht hatten. Polen im eigenen Land wird besonders schwer für uns.“

Bob Hanning: „Dies war ein Meilenstein, dem noch viele folgen müssen. Wir sind noch nicht Weltklasse, weil wir das konstant nachweisen müssen.“

Niklas Landin: „Vielleicht war es eine Kraftfrage, aber bei dieser Spielplanung wussten wir das vorher. Am Ende haben wirklich nur Kleinigkeiten entschieden. Ich glaube, dass Spanien auch ins Halbfinale kommt.“

Carsten Lichtlein: „Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft. Wir haben sensationell und aufopferungsvoll gekämpft, was ja Berge versetzen kann. Im Halbfinale gucken wir nur auf uns.“

Fabian Wiede: „Es ist das Größte, Dänemark zu schlagen und ein unbeschreibliches Gefühl. Wir sind stehend kaputt und ich muss erstmal alles setzen lassen.“

Erik Schmidt: „Wir haben hier eine Siegermentalität entwickelt. Dies gibt uns noch mehr Selbstvertrauen. Wir hatten keine lange Schwächephase. Egal wer jetzt kommt, warum sollen wir nicht auch die nächste Weltklassemannschaft schlagen. Wir können auch Europameister werden.“

Rune Dahmke: „So richtig habe ich den Sieg noch nicht realisiert. Unser Wille zum Sieg war letztendlich entscheidend.“

Martin Strobel: „Es ist ein tolles Gefühl, aus eigener Kraft das Halbfinale geschafft zu haben. Wir sind noch enger zusammen gerückt und werden weiter kämpfen.“

Finn Lemke: „Die Spielvorbereitung war wie immer. Wir waren deshalb optimistisch, weil wir immer in der zweiten Halbzeit gekommen sind.“

Jannik Kohlbacher: „Wir haben heute definitiv das geilste Spiel gemacht.“

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