Handball WM 2017 Deutschland: Biegler-Ladies noch nicht in WM-Medaillen-Form


Handball DHB Ladies Frauen-Nationalmannschaft - Michael Biegler, Clara Woltering, Alexandra Mazzucco, Jenny Karolius, Emily Bölk, Jan Holpert - Foto: SPORT4FINAL
Handball DHB Ladies Frauen-Nationalmannschaft – Michael Biegler, Clara Woltering, Alexandra Mazzucco, Jenny Karolius, Emily Bölk, Jan Holpert – Foto: SPORT4FINAL

Handball WM 2017 Deutschland – DHB Frauen: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft von Bundestrainer Michael Biegler gewann am vergangenen Wochenende zweimal klar gegen den „zweiten Anzug“ von Vize-Welt- und -Europameister Niederlande.

Wie sind diese Erfolge im Vorfeld der Handball-Weltmeisterschaft einzuordnen? Dies ist, wie vieles im Leben, eine „Frage der Ansicht“ (Puhdys-Titel) oder des angelegten Bewertungs-Maßstabes.

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31.10.2017 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball WM 2017 Deutschland – DHB Frauen: Wenn das Ziel der deutschen Ladies eine „WM-Medaille“ nach zehn Jahren sein soll, dann muss nach Meinung von SPORT4FINAL der Maßstab heißen: Die deutsche Auswahl sollte spielerisch und kämpferisch in der Lage sein, spätestens in den K.-O.-Spielen ab dem Achtelfinale den WM-Top- oder Mitfavoriten Niederlande, Norwegen, Frankreich, Russland, Rumänien, Dänemark, Schweden Paroli zu bieten.

Oder klar formuliert: Gegen diese Top-Teams müssen in den vier möglichen Matches in Magdeburg (Achtelfinale), Leipzig (Viertelfinale) sowie der Finalrunde in Hamburg mindestens drei Siege gelingen, wenn für das Team um Kapitänin Anna Loerper eine Medaille bei der Heim-Weltmeisterschaft heraus springen soll. Loerper besitzt aus dem aktuellen Kader zusammen mit Clara Woltering WM-Bronze von 2007 in Paris (Anja Althaus und Susann Müller werden vom Bundestrainer nicht berücksichtigt).

Fazit: Nach dem Besuch von zwei Trainingseinheiten in Leipzig sowie unter Berücksichtigung der beiden Testspiele gegen die Niederlande ist aus SPORT4FINAL-Sicht noch keine „WM-Medaillen-Form“ gegeben. Dies hat ja einerseits auch noch einige Wochen Zeit und andererseits kann auch wie bei der EURO 2016 in Schweden eine gewisse „Entwicklungs-Eigendynamik“ während des WM-Turniers einsetzen. Die beiden letzten Vorbereitungs-Spiele vor den Titelkämpfen gegen die Slowakei und Island werden nicht die entscheidenden Rückschlüsse geben können, weil diese Teams nicht zur europäischen Spitze gehören.

Nur nebenbei bemerkt: Bad boys Bundestrainer Christian Prokop hatte mit Spanien einen europäischen Top-Gegner nach seinem vorletzten Lehrgang vor Beginn der Europameisterschaft im Januar 2018 in Kroatien „vor der Brust“ anlässlich des 100. Geburtstages von Handball Deutschland.

Für Bundestrainer Michael Biegler stand auch schon vor den Niederlande-Matches fest: „Mein Team hat noch in allen vier Parametern des Spiels – Rückzug, Deckung, Gegenstoß und Angriffsspiel – weiteres Entwicklungspotenzial. Die Frage ist doch: Wo schaffen wir noch Entwicklung vor oder während der Weltmeisterschaft? Das Potential ist nicht ausgeschöpft, wenn die WM zu Ende ist.“

Unklar bleibt bis zur Weltmeisterschaft die konkrete Beantwortung der Frage, wie weit das deutsche „Ladies-Team“ noch von der absoluten Weltspitze leistungsmäßig entfernt oder mit Edelmetall dazu gehörig ist? Zum Beispiel im Team-System-Play, in den Individualleistungen auf jeder Position, in der Athletik, in der taktischen Umsetzung der Matchpläne, im wurftechnischen Bereich sowie des Verarbeitens der mentalen Drucksituation bei einer Weltmeisterschaft im eigenen Land mit Medaillen-Ziel.

Nach den Eindrücken der letzten Woche würde der SPORT4FINAL-WM-Kader derzeitig wie folgt aussehen:

Tor: Dinah Eckerle (Thüringer HC), Clara Woltering (BVB 09 Dortmund)

Linksaußen: Lone Fischer (Buxtehuder SV), Angie Geschke (VfL Oldenburg)

Rückraum links: Emily Bölk (Buxtehuder SV), Xenia Smits (Metz Handball)

Rückraum Mitte: Anna Loerper (TuS Metzingen), Kim Naidzinavicius (SG BBM Bietigheim)

Rückraum rechts: Alicia Stolle (HSG Blomberg-Lippe), Kerstin Wohlbold (Thüringer HC)

Rechtsaußen: Svenja Huber (BVB 09 Dortmund), Alexandra Mazzucco (Thüringer HC)

Kreis: Anja Althaus (Györi Audi ETO KC), Julia Behnke (TuS Metzingen), Antje Lauenroth (SG BBM Bietigheim)

Reserve:

Tor: Katja Kramarczyk (TSV Bayer 04 Leverkusen)

Rückraum: Saskia Lang (Thüringer HC)

Abwehr: Jenny Karolius (TSV Bayer 04 Leverkusen)


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