Handball WM 2017: Dagur Sigurdsson vor deutscher Presse: „Größte Enttäuschung als Bundestrainer“

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Julius Kühn und Dagur Sigurdsson in der Pressekonferenz - Handball WM 2017: Dagur Sigurdsson vor deutscher Presse: „Größte Enttäuschung als Bundestrainer“ - Foto: France Handball
Julius Kühn und Dagur Sigurdsson in der Pressekonferenz – Handball WM 2017: Dagur Sigurdsson vor deutscher Presse: „Größte Enttäuschung als Bundestrainer“ – Foto: France Handball

Handball WM 2017 Frankreich: Deutschland nach der Achtelfinal-Niederlage gegen Katar im Schockzustand! Aber warum? Die Vorrunde war zwar ergebnistechnisch sehr gut, aber leistungstechnisch gab es nur ein überzeugendes Match gegen Kroatien. Ausgerechnet im Achtelfinale gegen Katar, gegen die Deutschlands „bad boys“ noch bei Olympia klar gewannen, „nahm“ sich die DHB-Auswahl das eine schlechte Turnier-Spiel, was bei allen Top-Favoriten schon mal vorkommt.

Die Ära von Dagur Sigurdsson als Bundestrainer ist zu Ende. Nach dem verlorenen Match gegen Katar und der offiziellen Pressekonferenz stellte er sich noch den Fragen der deutschen Journalisten. Die Fragen und Antworten in der Zusammenfassung.

Live aus Paris: SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

23.01.2017 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp im Scandinavium Göteborg
SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp im Scandinavium Göteborg

Dagur, welches Gefühl hast Du?

Dagur Sigurdsson: „Wir lagen nach 45 Minuten mit vier Toren in Führung. Deswegen ist es wirklich ein Schock für uns, dass wir dieses Spiel verloren haben. Wir haben das ganze Spiel über geführt. Dann muss man auch sagen, dass Daniel Saric im Tor einfach überragend war. Natürlich war der Torhüter auf unserer Seite auch stark. Aber er hat uns wirklich den Zahn gezogen. Wir haben den Mut verloren.“

Waren einige Spieler vielleicht gedanklich schon im Viertelfinale oder Halbfinale gegen Frankreich?

Dagur Sigurdsson: „Ich glaube schon, dass wir im Kopf schon eine Runde weiter waren. Da muss man ehrlich sein. Natürlich wollten alle gewinnen. Die Konzentration war da. Wir haben aber auch zu wenig handballerische Lösungen gefunden. Ich fand, wir waren einfach nicht gut genug. Als Katar sich auf die 6:0-Deckung zurück zog, waren wir zu statisch. Wir haben da zu ängstlich gespielt, weil Saric im Tor sehr stark war. Glandorf hat nach seiner Einwechslung Ruhe reingebracht. Es waren einfach zu wenige Spieler sehr gut drauf.“

Du hast wenig gewechselt und zum Beispiel an Steffen Fäth sehr lange festgehalten?

Dagur Sigurdsson: „Es hatte dann eben doch immer wieder gute Aktionen. Er hat ein sehr gutes Turnier gespielt. Deswegen und weil er einen sehr starken Wurf hat. Wir hatten eher sehr wenig Druck vom Rückraum.“

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Du hast auch selbst Fehler gemacht, sagtest Du in der Pressekonferenz. Welche Fehler meinst Du?

Dagur Sigurdsson: „Nach dem Spiel schaut man erst einmal auf sich selbst und was man hätte besser machen können. Ich hätte kurz vor Schluss ein Timeout nehmen können. Ich habe aber auch auf der Bank gut mit den Spielern gesprochen. Hätte ich ein Timeout genommen, hätte sich Katar noch etwas überlegen können und zumindest wechseln können, um die besten Abwehrspieler auf das Feld zu schicken. Aber wäre der Ball zum 21:20 drin gewesen, wären alle happy gewesen – ich auch.“

Wie ordnest Du diese Niederlage ein?

Dagur Sigurdsson: „Es war mit Abstand die größte Enttäuschung in meiner Zeit als Bundestrainer. Wir wollten alle mehr. Wir haben als Gruppe sehr gut gespielt. Wir hatten auch eine gute Vorbereitung auf das Spiel und waren richtig gut drauf. Wir hatten heute kein Katastrophen-Match aber auch kein gutes Spiel. Es gab auch die eine oder andere Situation, in der wir gerne einen Siebenmeter gehabt hätten. Das hat uns ein bisschen gebrochen. Katar hat auch kein super Spiel gemacht, aber die sind am Ende stark aufgetreten. Sie haben nur einmal geführt und das war genau zum richtigen Zeitpunkt.“

Was ist das für ein Abschied nun?

Dagur Sigurdsson: „Da mache ich kein extra Drama draus. Ich bin einfach enttäuscht.“

Wie schätzt Du die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft ein?

Dagur Sigurdsson: „Ich glaube, da muss man sich keine großen Sorgen machen. Aber die Weltspitze ist sehr eng beisammen. Wir sprachen darüber, dass Ungarn super stark ist. Jetzt plötzlich gewinnen die gegen Dänemark. So ist die aktuelle Lage: Zehn oder fünfzehn Mannschaften können untereinander alle schlagen. Die Mannschaften, die in der Vorrunde Probleme hatten, kommen dann ohne Angst in die K.-O.-Runde und können frei aufspielen.“


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