Handball IHF Super Globe: Füchse-Klub-Weltmeister Wiede, Drux, Heinevetter im Interview: „Nur alkoholfreies Bier“

Handball IHF Klub-WM Super Globe: Die Füchse Berlin sind erneut Vereins-Weltmeister geworden. Sie verteidigten den Handball-Titel des IHF Super Globe gegen eine der besten Mannschaften der Welt – Paris Saint-Germain.

Handball IHF Super Globe: Füchse-Klub-Weltmeister Wiede, Drux, Heinevetter im Interview: „Nur alkoholfreies Bier“ - Foto: Füchse Berlin
Handball IHF Super Globe: Füchse-Klub-Weltmeister Wiede, Drux, Heinevetter im Interview: „Nur alkoholfreies Bier“ – Foto: Füchse Berlin

Dies ist damit das zehnte Finale, das Füchse-Eigengewächs Fabian Wiede zusammen mit Geschäftsführer Bob Hanning bestritten und gewonnen hat. Gemeinsam haben sie noch keinen Titel liegen gelassen.

Vereins-Weltmeister doppelt – nun könnte der Weltmeistertitel mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft in Frankreich im Januar 2017 in Paris folgen …

Handball EM 2016 Hauptrunde: Deutschland dominiert Ungarn mit Klassenunterschied - Fabian Wiede - Foto: ZPRP / EHF
Handball EM 2016 Hauptrunde: Deutschland dominiert Ungarn mit Klassenunterschied – Fabian Wiede – Foto: ZPRP / EHF

09.09.2016 – PM Füchse / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball IHF Klub-WM Super Globe: Die Interviews mit Fabian Wiede, Paul Drux und Silvio Heinevetter.

Fabian, du hast noch nie ein Finale mit Bob Hanning verloren. Es sind bereits zehn Stück: mehrfach B- und A-Jugendmeister, DHB-Pokal, EHF-Pokal, Europameisterschaft und jetzt zwei Mal Vereinsweltmeisterschaft. Schon ein wenig unheimlich, oder?

Fabian Wiede: Ja, das natürlich ist schon eine sehr gute Geschichte. Dieses Jahr war richtig gut für uns, wären wir bei Olympia weitergekommen, wären es heute elf gewonnene Endspiele gewesen. Ich bin froh, dass wir so eine Gewinnertruppe sind.

Du hast wichtige Tore geworfen und Verantwortung übernommen. Trotzdem lief es die ersten 45 Minuten nicht. Wie habt ihr am Ende so aufgedreht?

Wiede: Es ist immer schwierig, nach einem Rückstand heranzukommen. Wir wollten uns am Anfang der zweiten Halbzeit Tor für Tor zurückkämpfen. Das hat gut funktioniert. Dann waren es irgendwann nur noch drei Tore. Das War das Ziel. Wenn die Gegner kurz vor Schluss nicht davonziehen, sondern man selber aufholt, dann ist die aufholende Mannschaft immer im Vorteil. Reine Kopfsache. Man weiß dann einfach, dass alles drin ist. Das war unser Vorteil mit einer super Abwehr mit daraus resultierenden schnellen, einfachen Toren.

Paris setzt auf ältere Stars, ihr wirktet am Ende sogar frischer als in den ersten Minuten. Geht das alles spurlos an die vorbei?

Wiede: Nein, auf keinen Fall. Ich bin sehr k.o. Gerade vom Kopf her waren die vergangenen Wochen eine sehr schwierige Zeit. Ich bin einfach nur froh, dass das mit dem Titel heute geklappt hat und wir nun endlich in die Saison reingehen können. Dafür muss man natürlich nochmal alle Kräfte mobilisieren, damit man die übersteht.

Freust du dich darauf, nächstes Jahr wieder nach Doha zu fliegen?

Wiede: Ja, das ist schon okay hier. Für so ein Turnier macht man es gerne!

Paul Drux (Handball - Füchse Berlin) - Foto: DHB/Sascha Klahn
Paul Drux (Handball – Füchse Berlin) – Foto: DHB/Sascha Klahn

Paul, was bedeutet der heutige Titel für dich?

Paul Drux: Wir haben gegen eine unglaublich starke Mannschaft gewonnen, darauf kann man stolz sein. Den Titel muss man zwar unter manch anderen einordnen, aber er hat trotzdem eine hohe Bedeutung. Wir haben nämlich gegen sehr gute Mannschaften gespielt und es ist etwas Besonderes, gegen die zu gewinnen. Schwierig ist aber weniger der Gewinn, sondern die Verteidigung eines solchen Titels. Beim ersten Mal kann man immer eine Überraschung schaffen. Beim zweiten Mal sind alle gewarnt.

Wie kommt man nach einem Sieben-Tore-Rückstand zurück ins Spiel?

Drux: Wir haben irgendwie wieder richtig gut gespielt, haben Hoffnung gekriegt, am Sieg geschnuppert und gemerkt: Da geht was. Die Pariser kamen ins Nachdenken und das ist dann ein Problem. Tja, so läuft das halt manchmal.

Was hast du gedacht, als ihr das erste Mal in Führung lagt?

Drux: „Einen abwehren und dann vorne rein, dann geht vielleicht was!“ Ich war zu dem Zeitpunkt ja auf der Bank, trotzdem wollte ich einfach motivieren und irgendwie helfen. Hat geklappt!

Was war heute der entscheidende Faktor für den Sieg?

Drux: Ich glaube tatsächlich, es war der Moment, als wir das erste Mal vorn lagen. Das war der entscheidende Punkt. In den letzten Minuten haben wir eine super Abwehr gespielt, dazu kamen noch tolle Paraden von Heine. Das hat uns am Leben gehalten.

Olympia Rio 2016 Handball: Silvio Heinevetter - Foto: Sascha Klahn/DHB
Olympia Rio 2016 Handball: Silvio Heinevetter – Foto: Sascha Klahn/DHB

Apropos Heine: der hat tatsächlich in den letzten zehn Minuten nur zwei Tore kassiert. Silvio – kaum seid ihr aus Rio zurück, schon geht’s nach Doha. Beide Turniere waren super erfolgreich. Wie geht’s dir jetzt?

Silvio Heinevetter: Aktuell bin ich sehr glücklich und stolz, gegen ein Team gewonnen zu haben, dessen Anspruch es ist, jeden Titel zu holen. Aber wenn es kein Rückspiel gibt, wussten wir: Es gibt irgendwann im Laufe des Spiels eine Chance. Das es erst am Ende des Spiels so war, ist umso besser. Dass wir sie genutzt haben, umso schöner. Leider kann man hier nichts trinken, weil in Katar gerade „Dry Days“ sind. Es gibt nur alkoholfreies Bier.

Am Anfang warst du an vielen Bällen dran, am Ende hast du es zugenagelt. Was ist passiert?

Heinevetter: Zuerst hat die ganze Mannschaft nicht so dolle gespielt, muss man so sagen. Aber man darf auch nicht vergessen, wer da auf der anderen Seite steht. Die vermutlich beste Mannschaft der Welt. Absolute Mega-Stars, die wissen, was sie machen. Wir hingen immer hinten dran, haben sie machen lassen und waren körperlich nicht so präsent, wie erhofft. Zum Schluss konnten wir einfache Tore machen und haben gut gedeckt. Das war Mitte zweiten Halbzeit die Kehrtwende im Spiel.

Geht ihr jetzt mit Schwung in die neue Saison oder eher erschöpft?

Heinevetter: Man sollte jetzt nicht zu negativ denken. Jetzt können wir uns erstmal freuen, diesen unglaublichen Pokal gewonnen zu haben. Wir haben am Mittwoch ein wichtiges Spiel, das wissen wir. Man darf in der Bundesliga keine Mannschaften unterschätzen, das hat man bei den ersten zwei Spieltagen gesehen. Auch der vermeintlich schwächste Aufsteiger kann in Melsungen gewinnen. Und Minden hat eine starke Mannschaft. Wir wollen aus der Achterbahnfahrt der vergangen Saison lernen – dazu haben wir jetzt aber auch eine bessere Mannschaft.

Ihr seid der einzige deutsche Klub, der den Weltpokal verteidigt hat. Ziel: das dritte Mal?

Heinevetter: Ich denke, zwei Mal klingt schon nach einer Serie. Das finde ich gut, da kann gern noch mehr kommen.

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