Handball-EM: Deutschland besiegt Kroatien mit Nervenstärke und erreicht Hauptrunde

EhfEuro2014W_Hun-Cro_logo_bw_EN_EPS8

 

10.12.2014 – EHF / SPORT4Final:

Handball-EM 2014: Gruppe C in Varazdin

Deutschlands Frauen bestehen nervliche Reifeprüfung im „Alles-oder-Nichts“-K.O-Spiel und werfen Co-Gastgeber Kroatien aus dem Turnier

Höhere Match-Sicherheit und Spielübersicht im Angriff durch Susann Müller als Passgeberin und Torschützin sowie aggressivere, schnellfüßige Abwehrleistung als Erfolgsfaktoren

Handball-EM-Geschichte wiederholt sich manchmal doch: „Matchplayerin“ wie vor zwei Jahren Torhüterin Katja Schülke

 

SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp berichtet live vom Final-Wochenende der Handball-EM aus Budapest.

Schweden und Niederlande mit leistungsgerechtem Remis

Heine Jensen: „Mit Susann Müller gegen Kroatien. Es geht um alles bei der EURO.“

Deutschland verliert nach schwächerer Vorstellung gegen gutes Oranje-Team

Handball-EM 2014: Gruppe C mit Deutschland

 

Kroatien vs. Deutschland  24:26 (14:13)

Matchplayerin:

Andrea Penezic (13 Tore)

Katja Schülke (13 Bälle – 35 Prozent Quote)

Handball-EM 2014: Katja Schülke - Foto: DHB/Sascha Klahn
Handball-EM 2014: Katja Schülke – Foto: DHB/Sascha Klahn

 

Es war kein glanzvoller Sieg gegen Kroatien. Darum ging es auch (noch) nicht. Im Handball-EM-Turnier 2014 zu verbleiben war erste „Frauenpflicht“ der deutschen Handballerinnen. Dieses Ziel wurde mit Nervenstärke und einer spielerischen Steigerung erreicht. Auch wieder mit Susann Müller, die dem deutschen Spiel die nötige Sicherheit und dem Gegner die „mentale Angst“ bescherte. 

Mut forderte der Bundestrainer Heine Jensen vor dem Match von seinen Spielerinnen, den er selbst auch bei der Aufstellung mit zwei Abwehr-Angriffswechseln hatte: Nadja Nadgornaja und Anne Müller in der Deckung sowie Susann Müller und Kim Naidzinavicius (1. Halbzeit) / Shenia Minevskaja (2. Hälfte) im Angriff. Auf der Spielmacherposition steigerte sich Kerstin Wohlbold gegenüber dem ersten Spiel. Hier sind aber noch weitere qualitative Reserven zu erschließen. Vielleicht auch Mut des Bundestrainers, Naidzinavicius oder Minevskaja eine Chance zu geben! Ein  verbessertes deutsches Teamspiel war erkennbar. 

Auf beiden Seiten setzten die Ausnahmekönnerinnen die besonderen Akzente: Die Torhüterinnen Katja Schülke und Marta Zderic (33 %), die Rückraumschützinnen Susann Müller (5 Tore) und Shenia Minevskaja (5) sowie Andrea Penezic (13 Tore). Auch die Kreisspielerinnen Anja Althaus und Sonja Basic (je 3 Treffer) ragten mit Torgefahr und Abwehrstärke heraus. Kroatien musste im Verlauf des Matches zwei Verletzungen von Miranda Tatari (1. Hälfte) und Sonja Basic (2. Halbzeit) verkraften. Deutschland musste 10 Strafminuten gegenüber Null auf kroatischer Seite hinnehmen. 

Fehlender „deutscher Glanz“ sollte in den folgenden Hauptrundenspielen gegen Schweden, Frankreich, Montenegro sowie Serbien oder der Slowakei unbedingt nachgeholt werden. Zehn Minuten ohne Torerfolg in der ersten Halbzeit zwischen der 19. und 29. Minute sollten der Vergangenheit angehören! Aus eigener 10:9-Führung wurde ein 11:14-Rückstand kurz vor der Halbzeit. Ähnlich in der zweiten Hälfte, nur nicht so lange torlos. Aus 17:16 wurde ein Rückstand von 17:19 (42.). Erst Susann Müllers 26:23 (59.) brachte die Sieggewissheit. 

Mehr Konstanz und Kontinuität sowie sichere Spielphasen sind noch erforderlich. Denn Kroatien gehört nicht zur europäischen Spitze, wohin die deutschen Frauen sich spielen wollen. Die Anzahl der technischen Fehler (9) konnte zum ersten Spiel reduziert werden. So muss gegen Schweden am Freitag die Leistungskurve weiter nach oben zeigen. 

Stimmen zum Handball-EM-Spiel: 

Susann Müller (GER):

„Ich fühlte mich nicht so unter Druck. Ich kann nicht die Welt retten. Ich sagte zu den Mädchen, dass dies unsere letzte Chance sei. Ich hatte für eine lange Zeit nicht gespielt und mein Finger schmerzt noch. Aber trotzdem hat es Spaß gemacht, wieder zu spielen … Wir sind ein gutes Team. Wenn es uns gelingt, in der Abwehr gut zu spielen und mit Disziplin im Angriff, können wir weit kommen. Wie auch immer, ich will nicht zu viele Erwartungen schüren.“ 

Katja Schülke (GER-Torwart):

„Es gab Höhen und Tiefen. Ich zitterte bis zum Schlusspfiff. Aber als wir 26:23 führten,  fühlte ich, dass es geschafft ist.“ 

Nadja Nadgornaja (GER):

„Heute haben wir unser wahres Gesicht gezeigt. Wir spielten mit Herz und unserer Seele. Von nun an werden wir unser Herz in jedem Spiel einsetzen und hoffentlich werden wir Erfolg haben.“ 

Andrea Penezic (CRO):

„Ich bin sehr enttäuscht. Wir spielten unsere Heim-Meisterschaft bei dieser Handball-EM und es ist eine große Überraschung, dass wir nicht in die nächste Runde gehen. Wir wussten, dass wir gewinnen können, hatten aber nicht das nötige Glück. Wir haben alles gegeben und wir kämpften stark. Aber es war unmöglich, heute zu gewinnen … Am Ende haben wir zwei oder drei technische Fehler mehr gemacht und sie haben gewonnen.“ 

Vladimir Canjuga (CRO-Cheftrainer):

„Es war ein schwieriges Spiel für Kroatien, vor allem, als wir das Ergebnis des Spiels Niederlande gegen Schweden (30:30) sahen. Es war ein hartes Spiel, ein hartes Spiel, wir spielten eine phänomenale Verteidigung, aber wir mussten verletzungsbedingt auf Tatari verzichten. Wir mussten eine Lösung für diese zentrale Spielerin finden, ich habe versucht, sie zu finden. In der zweiten Hälfte gab es einen Mangel an Konzentration, die Spielerinnen begannen, einige Fehler zu machen. Ich glaube an die Mädchen, ich denke, sie werden es untereinander diskutieren. Ich übernehme die ganze Verantwortung und es tut mir leid, dass wir nicht in Zagreb spielen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.