Handball – WM-Playoff: DHB-Männer-Auswahl scheitert an Polen, mental an sich selbst und bleibt „Zaungast“ der Weltmeisterschaft 2015 in Katar

14.06.2014 – SPORT4Final:

WM-Playoff-Rückspiel:

Deutschland vs. Polen 28:29 (14:10) vor 6.500 Zuschauern (Hinspiel Polen vs. Deutschland 25:24)

Ein Live-Bericht von SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp.

Der „Tag der Entscheidungen“ am 14. Juni 2014 in der Magdeburger GETEC-Arena stellt für den deutschen Männerhandball eine Zäsur mit der bitteren Wahrheit dar: Deutschlands erfolgsverwöhnte Handballer vergangener Jahre bzw. Dekaden sind endgültig in der Zweitklassigkeit angekommen. In Europa und der Welt! Der EM-Sechste Polen gewann beide Playoff-Spiele um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2015 in Katar, wenn auch nur knapp, mit jeweils einem Tor.

Handball – WM-Playoff: DHB-Männer-Auswahl scheitert an Polen, mental an sich selbst und bleibt „Zaungast“ der Weltmeisterschaft 2015 in Katar - Foto: SPORT4Final
Handball – WM-Playoff: DHB-Männer-Auswahl scheitert an Polen, mental an sich selbst und bleibt „Zaungast“ der Weltmeisterschaft 2015 in Katar – Foto: SPORT4Final

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Bitter: Die deutschen Handball-Männer, kampf- und wettkampf- sowie härteerprobt in der Champions League, haben beide Katar-Endspiele gegen Polen in der Crunchtime der Begegnungen verloren, nachdem zuvor scheinbar sichere Vorsprünge von fünf Toren sowie Halbzeitführungen von 12:9 und 14:10 heraus gespielt wurden. WM-Teilnahme 2015 futsch, Olympia in Rio 2016 nur über schwerste Um- und Qualifikationswege incl. der Europameisterschaft 2016 in Polen (Qualifikation beginnt im Herbst 2014) erreichbar. Ein sportlicher, personeller Neuanfang ist unumgänglich – bei Spielern und Trainern!

Wie schon zuvor bei den erfolgreichen deutschen Frauen war das begeisternde Magdeburger Publikum der entscheidende „achte Mann neben der Platte“. Aber diese „emotionale Überlegenheit“ sowie die doppelte numerische Überzahl (6:5) hintereinander durch zwei polnische Zeitstrafen zwischen der 54. und 57. Minute konnte das DHB-Team nicht nutzen. Im Gegenteil: Zwei Bielecki-Tore in Unterzahl sowie der 27:27-Ausgleich nach 58:29 Minuten wiederum durch den ehemaligen Magdeburger Spieler, er warf zwischen der 50. und 59. Minute fünf polnische Tore in Folge nach gleichem Schema – taktisches Umstellen in der deutschen Abwehr Fehlanzeige – , besiegelten in der Crunchtime das deutsche WM-Aus und Polens verdiente Katar-Qualifikation!

Handball – WM-Playoff: DHB-Männer-Auswahl scheitert an Polen, mental an sich selbst und bleibt „Zaungast“ der Weltmeisterschaft 2015 in Katar - Foto: SPORT4Final
Handball – WM-Playoff: DHB-Männer-Auswahl scheitert an Polen, mental an sich selbst und bleibt „Zaungast“ der Weltmeisterschaft 2015 in Katar – Foto: SPORT4Final

Allein in den letzten zehn Minuten scheiterten Groetzki (bei 22:23), Gensheimer (bei 25:24) und Weinhold (bei 27:27) mit hochkarätigen Wurfpositionen. Insofern waren wie schon in Danzig beim Hinspiel die Chancenverwertung und das schwache Überzahlspiel Hauptursachen des Scheiterns. Zudem baute Heinevetter im Tor in der zweiten Hälfte leistungsmäßig ab (nach 12 Paraden vor der Halbzeitpause) und verlor das mitentscheidende Torhüterduell gegen den zweiten polnischen Keeper Wyszomirski mit 3:8 Paraden.   

Stimmen zum Spiel:  

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Spielfilm:

2:1 (3.); 2:4 (6.); 6:6 (13.); 10:6 (21.); 12:7 (25.); 14:10 (HZ) – 16:13 (34.); 18:18 (43.); 20:18 (44.); 20:21 (46.); 22:21 (48.); 22:23 (50.); 26:24 (54.); 27:25 (57.); 27:27 (59.); 27:28 (60.); 28:28 (60.); 28:29 (EST)

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