Interview mit Martin Heuberger: „Teamspirit ist schon sehr ausgeprägt.“


23.05.2014 – SPORT4Final:

Interview mit Martin Heuberger: Für den Deutschen Handballbund ist der 14. Juni 2014 in Magdeburg der „Tag der Entscheidungen“. Dies gilt natürlich auch für die DHB-Nationalmannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger. Sein Team muss sich in zwei Spielen gegen den EM-Sechsten von 2014, Polen, behaupten, um an der Handball-Weltmeisterschaft im Januar 2015 in Katar teilnehmen zu können.

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Im „Handball-Testament“ von Alt-Bundestrainer Heiner Brand standen bei der Europameisterschaft 2010 ein zehnter Platz und bei der Weltmeisterschaft 2011 der elfte Platz. Insofern war es keine große Überraschung, dass die deutschen Handballer Olympia 2012 in London nur aus der Ferne sahen. Wenn man Martin Heuberger und natürlich auch den Nationalspielern in einer kritischen Nachbetrachtung die Finger in die Wunden legen muss, geht es aus SPORT4Final-Sicht darum, dass nach einem guten fünften Platz bei der Weltmeisterschaft 2013 in Spanien die Team- sowie Leistungsentwicklung stagnierte. Die Folge war die Nichtqualifikation für die Europameisterschaft 2014 in Dänemark. Nun geht es scheinbar wiedermal um „Alles oder Nichts“ für den deutschen Männer-Handball und auch für Martin Heuberger persönlich.

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DHB: Pressegespräch am 14. Mai 2014 in Magdeburg - (v.l.) Die Bundestrainer Heine Jensen und Martin Heuberger - Foto: SPORT4Final
DHB: Pressegespräch am 14. Mai 2014 in Magdeburg – (v.l.) Die Bundestrainer Heine Jensen und Martin Heuberger – Foto: SPORT4Final

Anlässlich des DHB-Pressegesprächs hatte SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp die Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch mit dem Bundestrainer Martin Heuberger.

Ist es in Magdeburg ein Schicksalsspiel gegen Polen in den WM-Playoffs für 2015 oder geht danach die Entwicklung der Mannschaft nicht doch weiter?

Martin Heuberger: „Vom Schicksal im Sport zu sprechen, halte ich schon fast für überzogen. Ich denke, Schicksale gibt es auf menschlicher Basis, aber das hat im Sport nichts zu suchen. Klar, es wäre nicht gut für den deutschen Handball, aber damit beschäftigen wir uns gar nicht. Wir sehen es positiv.

 

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Wir wollen unbedingt 2015 zur Weltmeisterschaft nach Katar. Darauf liegt unser Fokus, darauf bereiten wir uns vor. Deshalb gilt alle Konzentration dieser wichtigen Aufgabe.“

Sie haben ja doch in den letzten Monaten die Mannschaft nach vorne gepuscht und die Mannschaft an sich präsentiert sich jetzt auch wieder in einem besseren Zustand?

Martin Heuberger: „Also, ich habe auch das Gefühle, dass die Mannschaft wirklich homogen wirkt, dass sie schon als Team auftritt und das ein großes Pfund unserer Truppe ist. Jeder ist für jeden da und fightet füreinander. Egal ob einer 60 Minuten spielt und der andere nur auf der Bank sitzt. Der Teamspirit ist schon sehr ausgeprägt in dieser Mannschaft. Und das muss und ist auch eine Stärke unserer Truppe. Ich hoffe, dass dies auch mit einer der Gründe ist, warum wir gegen Polen gewinnen.“

Vielleicht kann man auch über diesen Teamspirit die letzten Körner an Leistungskraft noch heraus kitzeln?

Martin Heuberger: „Ich glaube schon, vor allen Dingen auch, weil wir ja leistungsmäßig auch in der Breite sehr gut aufgestellt sind. Ich denke, da haben die Polen vielleicht nicht dieses Niveau. Das kann schon in den beiden Spielen insgesamt über die jeweils 60 Minuten den Ausschlag geben, weil wir schon immer einhundert Prozent Gas geben werden.“

Ist die Abwehr gerade im Auswärtsspiel für Sie der entscheidende Faktor? Wollen Sie diesbezüglich noch einiges testen?

Martin Heuberger: „Grundsätzlich haben wir schon unsere Qualitäten in der Abwehr. Mehr Qualitäten als im Angriff. Und deshalb wird unsere Abwehr mit den Torhütern zusammen ein ganz wichtiges Pfund sein und daraus holen wir natürlich unser gewohnt gutes Tempospiel nach vorn. Über Gegenstöße die einfache Tore erzielen. Dann brauchen wir uns auch nicht im Positionsangriff abmühen. Aber auch da habe ich jetzt in den letzten Wochen in den Spielen gegen Ungarn Fortschritte gesehen, so dass ich hoffe, dass wir auch da über das Kollektiv erfolgreich sein werden.“

Auf der Spielmacher-Position haben Sie jetzt drei Spieler in der Mannschaft. Gibt es da schon Erkenntnisse, wer die Nase vorn hat?

Martin Heuberger: „Ja, das ist das Schöne, dass wir auch auf der Spielmacher-Position in der Breite sehr gut aufgestellt sind. Jeder mit seinen eigenen individuellen Stärken. Es ist gut so und dann kann ich, je nach Abwehrverhalten der Polen, entsprechend reagieren. Kann mit Kraus, Kneule und Haaß, auch Weinhold ist für mich ein Thema, da agieren und von daher bin ich schon guter Dinge, dass wir auch da Lösungen für die polnische Abwehr finden werden.“

Vielen Dank für das Interview, Herr Heuberger.

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