SC DHfK Leipzig: Ballgeflüster vom „Ostderby“


16.03.2014 – SPORT4Final:

Der SC DHfK Leipzig gewann in der zweiten Handball-Bundesliga das Spiel zweier ehemaliger Europapokalsieger gegen den HC Empor Rostock nach mühevoller erster Hälfte am Ende noch souverän mit 33:27 Toren. Was blieb an Erkenntnissen von diesem „Ostderby“ hängen? Das Ballgeflüster in Thesenform:

Alexander Feld - SC DHfK Leipzig - Foto: Elmar Keil
Alexander Feld – SC DHfK Leipzig – Foto: Elmar Keil
  • Der SC DHfK Leipzig hatte sowohl auf dem Spielberichtsbogen als auch bei den eingesetzten Spielern den breiteren und qualitativ besseren Kader zur Verfügung. Spieltaktische Feinheiten und gute Wechselalternativen gaben am Ende auch den Ausschlag für den Erfolg.
  • Der Gastgeber hatte klare Vorteile auf der Torhüterposition (20:9 gehaltener Bälle) und bei der Anzahl technischer Fehler. Leipzigs Torhüter hielt in „Niklas-Landin-Manier“ 42 Prozent der Rostocker Bälle. Dem ging vor allem auch in der zweiten Halbzeit eine Steigerung der gesamten Abwehr um Rico Göde im Innenblock einher. Empors Angriffsspiel wurde nun umfassender gelesen und Spielmacher Roman Becvar in seinen Kreisen eingeengt. War Rostock in Hälfte eins mindestens ein gleichwertiger Gegner, der trotz vieler technischer Fehler bei mehreren Führungen „gefühlt“ mit einem Vorsprung in die Pause hätte gehen können, musste Empor in der zweiten Hälfte auch dem eigenen kräfteraubenden Spiel Tribut zollen.
  • Bei 4:6-Rückstand in der 10. Minute nahm Leipzigs Trainer Christian Prokop seine erste Auszeit und reagierte auf das „unsortierte“ Angriffsspiel. Alexander Feld kam für Pavel Prokopec auf die Spielmacherposition, was sich in Auswertung des Matches bei dessen kluger Regieführung als Glücksgriff erwies.
  • Knapp 3.000 Zuschauer sahen in der Arena Leipzig ein stimmungsvolles Handballfest. Nur der Hallensprecher sorgte mit kommentierenden Bemerkungen zu Schiedsrichterentscheidungen (Stichwort: Dreifache Bestrafung des SC DHfK Leipzig) und einigen respektlosen Aussagen gegenüber den Gästen (Stichwort: langsame Spielweise) für den Wermutstropfen. Bundesligatauglichkeit für einen Hallensprecher sieht anders aus. Eine Kommentarfunktion gehört nicht dazu.

Am SPORT4Final-Mikro waren:

Tom Wetzel (Torhüter HC Empor Rostock): „Wir haben so viele technische Fehler in der Vorwärtsbewegung und damit uns selber das Leben schwer gemacht. Sicher hat der Tovas gut gehalten und eine super Abwehr vor sich gehabt.“

Henrik Ruud Tovas (Torhüter SC DHfK Leipzig): „Niklas (Landin – d.R.) ist wirklich gut und ein großes Idol. In der ersten Halbzeit spielten wir anfangs taktisch undiszipliniert. Wir hatten die Woche viel gegen die Hand trainiert und es lief dann besser. Und in der zweiten Halbzeit ist die Abwehr super. Ich halte ein bisschen die Bälle. Neuer Trainer, neue Spieler und eine neue Taktik – wir müssen zusammen ein halbes oder ganzes Jahr trainieren und dann  haben wir alles verstanden.“

Alexander Feld (SC DHfK Leipzig): „Ich habe heute jede Minute auf dem Spielfeld genossen, wenn man drei Monate ausfällt. Ich sollte mit Selbstbewusstsein auf die Abwehr drauf gehen. Ich wollte der Mannschaft und dem Umfeld zeigen, dass ich wieder zurück bin. Ich denke, dass war heute ein Schritt nach vorn gewesen. Ich fühle mich in Leipzig sehr wohl, aber die Entscheidung (Vertragsverlängerung – d.R.) treffen andere, ob sie wollen oder nicht. Wenn nicht, muss ich es auch akzeptieren.“

Christian Prokop (Trainer SC DHfK Leipzig): „Es ist richtig, wir haben im Angriff mannschaftlich sehr gut, sehr druckvoll gespielt. Alexander Feld hat gut Regie geführt und die Zweikampfstärke mit Geschwindigkeit gepaart. Max Emanuel und Philipp Weber haben viele Zweikämpfe gewonnen. Aber grundsätzlich hat Henrik mit der Abwehrsteigerung den Grundstein gelegt, weil wir im Hinspiel nur passiv verteidigt haben. Die Hereinnahme von Rico Göde hat uns Sicherheit in der Abwehr gebracht. Die Mannschaft hat sich weiter entwickelt.“

Rastislav Trtik (Trainer HC Empor Rostock): „Wir haben viele technische Fehler gemacht, Siebenmeter und klare Chancen nicht verwandelt. Dann kann man nicht damit rechnen, dass wir gewinnen können. Wir haben auch unerfahrene Spieler in der Mannschaft, die noch nicht integriert sind. Man rechnet viele Kleinigkeiten zusammen. Die Torhüterleistung war ein besonderes Problem, weil wir wussten, wie diese Würfe kommen. Schon auf dem Spielprotokoll war zu sehen, dass wir weniger wechseln konnten. Leipzig hat auf jeder Position zwei gute Leute.

Christian Prokop: Im „Ostderby“ gegen Rostock das nächste Zeichen setzen