Causa Joachim Löw und DFB – Der fatale Neuanfang nach WM-Blamage

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Joachim Löw bleibt dem DFB treu - Vertragsverlängerung bis 2018 - Foto: Getty Images
Joachim Löw bleibt dem DFB treu – Vertragsverlängerung bis 2018 – Foto: Getty Images

Fußball WM 2018 Russland: Die DFB-Erfolgs-Geschichte samt Fehlerkette seit 2014 mit Joachim Löw als Bundestrainer.

Fußball WM: Eigentlich war die Entscheidung von Joachim Löw doch vorhersehbar.

Wenn im politischen Berlin die Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer nach der unsäglichen Flüchtlings-Schein-Diskussion nicht von ihren Ämtern zurücktreten, warum soll dies dann ein Fußball Bundestrainer Joachim Löw tun. Dieser kann sportliche Erfolge in der Vergangenheit und den Misserfolg bei der jüngsten Fußball Weltmeisterschaft in Russland vorweisen.

Alle drei genannten Protagonisten hängen an ihren Jobs und wollen Gutes für Deutschland tun. Joachim Löws Ja-Wort zum Weitermachen als Bundestrainer ist ein fataler Fehler im System Fußball der Causa Löw mit dem DFB und dessen fehlerhaften Krisen-Managements.

Ein Kommentar von SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

Deutschland – Die Mannschaft:

DFB ohne Neuanfang am sportlichen Abgrund

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Überblick:

Fußball WM 2018 SPORT4FINAL Beiträge

Fußball Weltmeisterschaft 2018 Russland

Fußball WM 2018 Russland

Favoriten:

Frankreich / Argentinien / Brasilien / Portugal / England / Spanien / Deutschland

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04.07.2018 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Bankrott-Erklärung mit Bittstellung des DFB vor Joachim Löw

Kein öffentlicher Druck, Ja-Sager Bundesliga-Trainer und Medien, denen Löw sehr zugetan war und ist. All dies und ein DFB mit dem Präsidenten Reinhard Grindel, die mit Krisen schlecht umgehen können und Löw einen Freifahrts-Schein zur Weiterbeschäftigung gaben. Eine kritische Analyse kann später erfolgen und der Bundestrainer darf den Neuanfang wagen. Nur wie lange und unter welcher Beobachtung geht das gut? Manager Oliver Bierhoff ist zudem als Korrektiv-Führungs-Persönlichkeit ebenfalls gescheitert. Nur die Verträge mit Löw und Bierhoff sind seitens des DFB vor der Fußball WM großzügig verlängert worden. Das Leistungsprinzip wurde außer Kraft gesetzt. Fragen wurden nach der historischen Blamage in Russland nicht gestellt. Warum auch? Die Führungsschwäche im DFB-Führungskreis kennt scheinbar keine Grenzen. Dabei ist noch nicht einmal rechtlich die „gekaufte Heim-WM 2006“ vollständig aufgearbeitet worden. Es ruft nach einem neuen DFB-Präsidium und einem neuen Bundestrainer.

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Belgien verdiente Bronze gegen England

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DHB als Vorbild für den DFB

Der Deutsche Handballbund machte es wesentlich vernünftiger und nachvollziehbarer nach dem Scheitern bei der EHF EURO 2018 und der wochenlangen Trainer-Diskussion um Bundestrainer Christian Prokop. Erst die sachliche Analyse durch Vorstand Axel Kromer, Gespräche mit allen Beteiligten und den Spielern sowie dem Trainerstab – danach folgte das „Ich würde gern weitermachen“ von Prokop und das DHB-Präsidium stimmte ab und entschied sich mehrheitlich für den Bundestrainer Prokop, der die deutsche Handball-Nationalmannschaft nun in die schwere Heim-WM 2019 führen darf. Dieses Vorbild an Krisen-Management hätte dem DFB gut getan. Aber hoch zu Ross sowie ohne Kritik und Selbstkritik gab man Joachim Löw das Signal der vollumfänglichen Einzel-Entscheidung. Und dies nach diesem Debakel in der WM-Vorrunde!

Fußball EURO 2012: Halbfinal-Niederlage gegen Italien als erste Möglichkeit des Rücktritts

Joachim Löw tauschte personell auf drei Schlüsselpositionen im Halbfinale gegen ein eigentlich spielerisch unterlegendes Italien. Diesen großen taktischen Fehler bezahlte das deutsche Team mit der 1:2-Niederlage. Italiens Matchwinner war Mario Balotelli. Löw hätte nach diesem Trainer-Fehler schon die Reißlinie ziehen können.

Fußball EURO 2016: Deutschland im Teamplay nicht konkurrenzfähig

Die Löw-Elf konnte zwar im Viertelfinale erstmals bei einem großen Turnier Italien im Elfmeterschießen (!) bezwingen, aber im Halbfinale gegen das Team Frankreich mit effizienter und moderner Spielweise war Schluss. Die deutschen Kicker fühlten sich kritiklos besser als der Gegner. Nur Tore schossen sie im ganzen Turnier aus der Ballbesitz-Strategie viel zu wenig. Löws WM-Kader von 2014 war bereits sportlich auf dem absteigenden Ast. Nur der Bundestrainer hielt an „seinen“ Weltmeistern von 2014 in Nibelungentreue fest.

Fußball WM 2014 und 2018: Historie ist mit Namen Löw fest verwurzelt

Joachim Löw schaffte als Bundestrainer historisch Einmaliges in Erfolg und Misserfolg. Nach 24 erfolglosen WM-Jahren gewann er mit der Mannschaft den vierten deutschen Stern im Maracana, dem Fußball Mekka schlechthin. Mehr ging nicht für Deutschland: Ein Team auf dem sportlichen Höhepunkt, auch mit ein wenig Glück im Finale, wenn man an Neuers Foul vor dem Strafraum denkt. In Löws Mannschaft stimmte die individuelle und Team-Entwicklung. Beide Phasen liefen auf hohem Niveau im Gleichklang. Die Mannschaft und der Bundestrainer waren auf dem Zenit des Schaffens. Einen besseren Rücktritt hätte es für Löw nicht geben können.

Joachim Löw machte weiter, erkannte die Signale bei der EURO 2016 nicht und wirkte in seiner Komfortzone in Russland weniger motiviert als vier Jahre zuvor. Rein sportlich zeigte die deutsche Mannschaft schon seit Frankreich 2016 eine Abwärts-Tendenz, der der Bundestrainer nicht entgegen gesteuert hat. Seine Devise blieb: Wir schaffen das und sind bis zum ersten Vorrundenspiel gegen Mexiko auf dem notwendigen WM-Leistungs-Niveau. Mitnichten! Löws größter Irrtum und Misserfolg wurde durch die blamable Niederlage gegen Südkorea besiegelt. Letzter in der Vorrunde, in einer leichten Gruppe auch noch, kein Team Deutschland und keine Leidenschaft sowie Mentalität – mehr ging als Debakel nicht und Löw zog nicht die persönliche Abschieds-Reißleine. Ein Neuanfang mit neuem Spieler-Personal und Bundestrainer wurde weg geworfen. Eine weitere historische Chance im DFB verpasst.

Aber dies reiht sich in die kausale Fehler-Kette des deutschen Fußballs ein, der sich am Scheideweg befindet. Mit Joachim Löw und baldigen Erfolgen. Wiedermal geht die Floskel „jetzt muss geliefert werden“ rum. Dies galt vor der Weltmeisterschaft und nun auch wieder danach – vor der EURO 2020. Ob aus dieser falschen Entscheidung in Sachen Bundestrainer Löw neue Erfolge gedeihen können, wird die Geschichte zeigen.


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