Leichtathletik-WM: David Behre mit Paukenschlag

Leichtathletik-WM: David Behre und Johannes Floors - Foto: Marcus Hartmann, www.photo-hartmann.de
Leichtathletik-WM: David Behre und Johannes Floors – Foto: Marcus Hartmann, www.photo-hartmann.de

Leichtathletik-WM Doha / Katar:

David Behre rast mit Europarekord über 400 Meter zu Gold, Johannes Floors wird Dritter – Bronze für Claudia Nicoleitzik

Was für ein phänomenales Rennen: Mit einem unnachahmlichen Schlussspurt ist David Behre (29, Leverkusen, TSV Bayer 04 Leverkusen) über 400 Meter all seinen Konkurrenten in der Startklasse T44 davongerast und hat sich bei der Leichtathletik-WM in Doha (Katar) die Goldmedaille geschnappt. Zudem siegte der 29-jährige Leverkusener mit Leichtathletik-WM-Bestzeit und holte sich seinen Europarekord zurück (48,42 Sekunden).

Handball-WM 2013 in Spanien: SPORT4Final - Redakteur Frank Zepp im Palau Sant Jordi in Barcelona am 27. Januar 2013 - Foto: SPORT4Final
Frank Zepp im Palau St. Jordi in Barcelona

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27.10.2015 – DBS / Leichtathletik-WM / SPORT4Final / Frank Zepp:

Herausragender Dritter wurde bei seinem Leichtathletik-WM-Debüt Teamkollege und Newcomer Johannes Floors (20, Leverkusen, TSV Bayer 04 Leverkusen). Ebenfalls Bronze holte Claudia Nicoleitzik (25, Völklingen/Saarland, TV Püttlingen) über 100 Meter, nach Silber über 200 Meter ihre zweite Medaille bei dieser WM.

David Behre brüllte seine Freude über seinen Gold-Lauf hinter der Ziellinie lautstark heraus. Riesig war das Glücksgefühl über den tollen Abschluss einer Saison mit Höhen und Tiefen, in der der 29-Jährige seinen Nimbus der europäischen Unbesiegbarkeit verloren hatte und mit Johannes Floors der Teamkollege plötzlich schneller unterwegs war. „Es war ein Jahr mit schwierigen Phasen. Daher ist dieses Ergebnis phänomenal. Ich bin einfach nur glücklich, auch über diese super Zeit. Wegen solchen Erlebnissen liebe ich unseren Sport“, ließ Behre seiner Freude vollen Lauf, vergas allerdings auch nicht, bei wem er sich zu bedanken hat: „Ein ganz großes Lob auch an meinen Trainer Karl-Heinz Düe, der mit so viel Herzblut bei der Sache ist“, betonte Behre, der 2007 bei einem Unfall beide Beine verloren hatte. Fünf Tage später hatte er einen TV-Bericht über Oscar Pistorius gesehen, und wollte daraufhin ebenfalls mit dem paralympischen Sport beginnen – eine goldrichtige Entscheidung.

Erst vor gut anderthalb Jahren, Anfang 2014, stand Johannes Floors erstmals auf Sprintprothesen. Und ließ jetzt zahlreiche Konkurrenten im Finale über 400 Meter hinter sich. Platz drei bei der WM-Premiere, dazu ein Europarekord über 200 Meter – willkommen in der Weltspitze. „Bronze ist der Hammer, ich habe keinen Grund zum Klagen. Das ist super geil“, jubelte der 20-Jährige, der jetzt noch über 100 Meter und die 4×100 Meter-Staffel an den Start geht.

Bereits zum zweiten Mal Grund zum Feiern hatte Claudia Nicoleitzik. Nach Silber über 200 Meter lief die 25-Jährige über 100 Meter in neuer persönlicher Bestzeit (14,73 Sekunden) zu Bronze. Nur ein Hundertstel fehlte zu Platz zwei. „Ich bin sehr zufrieden, auch mit der Zeit. Die 100 Meter liegen mir mehr“, sagte Nicoleitzik, deren jüngere Schwester ebenfalls in der paralympischen Leichtathletik unterwegs ist. „Sie ist in einer anderen Startklasse. Vielleicht schaffen wir es ja beide nach Rio.“ Leider ohne Medaille geblieben ist hingegen Rennrollstuhlfahrer Marc Schuh (26, TV Herkenrath), der in einem hochklassigen Rennen über seine Paradestrecke 400 Meter mit Platz sechs Vorlieb nehmen musste (47,80 Sekunden). Zwar steigerte sich Schuh zum Vorlauf, konnte aber auf der Außenbahn am Ende nicht mehr in die Medaillenentscheidung eingreifen. Darüber hinaus landeten Ilke Wyludda (46, Hallescher LA-Freunde) und Martina Willing (56, BPRSV Cottbus) mit dem Diskus auf den Plätzen fünf und acht, Mathias Schulze (32, DHfK Leipzig) wurde mit dem Speer Siebter. In guter Form präsentierten sich die beiden WM-Debütanten Philipp Waßenberg (17, TSV Bayer 04 Leverkusen) und Léon Schäfer (18, TSV Bayer 04 Leverkusen), die sich beide mit persönlicher Bestzeit für das Finale über 200 Meter qualifizierten.

Das deutsche Team hat nach sechs von zehn Wettkampftagen bereits fünfmal Gold, viermal Silber und sechsmal Bronze auf dem Konto. Am morgigen Mittwoch geht es spannend weiter, unter anderem starten Franziska Liebhardt (Weitsprung), die Doppelweltmeisterinnen mit der Kugel, Marianne Buggenhagen und Marie Hawkeswood, diesmal mit dem Diskus sowie Irmgard Bensusan (400 Meter).

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