Volleyball-WM-Qualifikation: DVV-Männer lösen WM-Ticket

05.01.2014 – PM:

Die DVV-Männer haben in souveräner Manier das Ticket für die Volleyball-WM-Endrunde in Polen (3.-21. September 2014) gelöst: Vor 3.650 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Ludwigsburger MHP Arena gewann die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen auch gegen die Türkei mit 3:0 (25-17, 25-19, 25-19) und blieb damit im gesamten Turnierverlauf ohne Satzverlust. Punktbeste Spieler gegen die Türkei waren Denis Kaliberda (16) und Georg Grozer (15) für Deutschland sowie Burutay Subasi (12) für die Türkei.

Für das deutsche Team ist es die dritte WM-Teilnahme in Serie, 2010 gelang bei der WM der achte Platz – die beste WM-Platzierung einer deutschen Männermannschaft seit dem 4. Platz der DDR 1974.

Foto: Conny Kurth - Georg Grozer und die Volleyball-Männer ließen sich auch nicht von der Türkei aufhalten und sicherten sich souverän das WM-Ticket
Foto: Conny Kurth – Georg Grozer und die Volleyball-Männer ließen sich auch nicht von der Türkei aufhalten und sicherten sich souverän das WM-Ticket

Leider konnten nicht mehr als die 3.650 Zuschauer die Partie verfolgen, die MHP Arena platzte aus allen Nähten. Vielmehr mussten sogar einige Zuschauer nach Hause geschickt werden… Die, die da waren, bereuten ihr Kommen nicht: Das deutsche Team bot Volleyball der Spitzenklasse und überrumpelte damit das türkische Team. Angefangen von der Annahme, in der Denis Kaliberda die Hauptlast trug, über den Block mit Tim Broshog und Marcus Böhme, das umsichtige Zuspiel von Lukas Kampa, die Abwehraktionen von Libero Ferdinand Tille oder die Angriffswucht von Georg Grozer und Christian Fromm – das deutsche Team zeigte Volleyball vom Feinsten. Auch die Statistik untermauert diesen Eindruck: Im Angriff (59% zu 38%), im Block (11 zu 6) und in der Annahme (64% positiv zu 33% positiv) gab es einen Klassenunterschied.

Foto: Conny Kurth - Auch im Block war das deutsche Volleyball-Team der Türkei überlegen
Foto: Conny Kurth – Auch im Block war das deutsche Volleyball-Team der Türkei überlegen

Ausführlicher Spielbericht

Startformation Deutschland: Lukas Kampa, Georg Grozer, Denis Kaliberda, Christian Fromm, Marcus Böhme, Tim Broshog, Ferdinand Tille
Startformation Türkei: Ulas Kiyak, Serhat Coskun, Emre Batur, Mustafa Koc, Turgay Dogan, Burutay Subasi, Hasan Yesilbudak

1. Satz

Beide Trainer veränderten ihre Teams vom Vortag: Vital Heynen vertraute der gleichen Startformation vom ersten Spieltag, Emanuele Zanini wechselte nach dem kräftezehrenden Fünfsatzmatch am Vorabend auf zwei Positionen. Die Türken erwischten den besseren Start, allerdings waren zwei Punkte äußerst umstritten. Das deutsche Team ließ sich davon nicht beirren, sechs Punkte in Serie – 2x Fromm, 1x Kampa, 2x Grozer und 1x Kaliberda – machten daraus einen Dreipunkte-Vorsprung zur ersten technischen Auszeit (8-5). Die Halle „kochte“, jeder deutsche Punkt wurde lautstark bejubelt (12-7). Der Druck der deutschen Mannschaft blieb hoch, die Abwehr um Libero Ferdinand Tille kratzte nahezu jeden Ball vom Boden. Bei der zweiten technischen Auszeit war der Vorsprung bereits auf acht Punkte angewachsen (16-8). Zwar verkürzten die Gäste nach einer kleinen deutschen 1:0-Schwächephase auf vier Zähler, dies war jedoch nur als „Ergebniskosmetik“ anzusehen (20-16). In Gefahr war die Satzführung nie, den letzten Punkt steuerte der Doppelblock Broshog/Grozer bei.

2. Satz

Blitzstart in den zweiten Satz: Der deutsche Block um Böhme war unüberwindbar, den Türken sprangen die Bälle nur so vor die Füße (6-1). Zwar veränderten die Türken ihre Aufstellung, doch alle Maßnahmen von „Taktikfuchs“ Zanini halfen zunächst nicht (10-3). Wie im zweiten Zeit gönnte sich die DVV-Auswahl auch im zweiten Satz eine nicht geplante Auszeit – sehr zum Unwesen von Heynen. Nach der Auszeit (11-8) zog das Team wieder an, und der Vorsprung wuchs wieder standesgemäß an (14-8). Auch in der Folge boten beide Teams hochklassigen Ballwechsel, vor allem in der Abwehr wurde phantastisch gearbeitet. Der Unterschied: Die DVV-Auswahl war durch die deutlichen athletischen Vorteile öfter in der Lage, aus misslichen Lagen zu punkten (21-16). Der Vorsprung wurde bis zum Ende gehalten, Grozer beendete den Satz per Ass.

3. Satz

Zanini veränderte abermals die Aufstellung und beorderte den Mittelblocker Batur – ein gelernter Diagonalangreifer – auf die Außenposition. Nach zwei Blockpunkten von Grozer gegen Batur nahm der Italiener sofort eine Auszeit (2-0). Zwar kamen die Türken in der Folge etwas besser in die Partie und glichen sogar aus (5-5), aber danach nahmen die DVV-Männer erneut das Heft in die Hand. Vor allem der Block erwies sich als schwer zu überwinden – entweder ging es direkt zurück oder er entschärfte die türkischen Angriffe entscheidend (11-8). Als Grozer per Hechtbagger einen Ball vom Boden kratzte und Kaliberda anschließend den Ball versenkte, liefen alle Spieler auf den „Volleyballer des Jahres“ zu und gratulierten ihm zu dessen Aktion (13-8). Mit satten sieben Punkten Vorsprung ging es in die zweite technische Auszeit und allen in der Halle war klar, das WM-Ticket ist greifbar (16-9). Und diesen Vorsprung ließ sich das deutsche Team – angefeuert von „Deutschland, Deutschland“-Rufen – nicht mehr nehmen. Unter dem frenetischen Jubel der Zuschauer versenkte Broshog den letzten Ball in Ludwigsburg. Die deutschen Spieler rissen die Arme hoch, bildeten einen Kreis und bejubelten die souveräne Qualifikation für die WM-Endrunde in Polen.

„Spielfilm“

1. Satz: 1-4, 5-4, 8-5, 11-7, 15-8, 19-10, 20-16, 24-17
2. Satz: 5-1, 8-2, 10-6, 14-8, 18-13 (Collin für Böhme), 20-16, 22-18 (Böhme zurück, Steuerwald für Broshog), 24-19 (Kühner für Kampa)
3. Satz: 4-2, 7-5, 13-8, 16-9, 17-10 (Collin für Böhme), 19-13, 20-14 (Steuerwald für Broshog), 22-17 (Kühner für Kampa), 23-18 (Broshog zurück)

Statistik

Deutschland: Angriff: 59% / Block: 11 Punkte / Aufschlag: 8 Fehler, 1 Ass
Türkei: Angriff: 38% / Block: 6 Punkte / Aufschlag: 12 Fehler, 1 Ass

Stimmen zum Spiel

Vital Heynen: „Wenn man drei Spiele 3:0 gewinnt und in lediglich zwei Sätzen über 20 Punkte zulässt, dann zeigt das zum einen, dass die Mannschaft besser als Kroatien, Estland und die Türkei ist. Und zum anderen, dass die Mannschaft mit Druck umgehen kann. Wir wollen auch bei der WM zeigen, dass wir oben dazu gehören.“

Jochen Schöps: „Zunächst mein Dankeschön an das Publikum, es macht Spaß, vor so einer Kulisse zu spielen. Wir haben den Druck mit dem Aufschlag hoch gehalten und es den Türken in ihrem Angriffsaufbau schwer gemacht. Wir sind glücklich und zufrieden, bei der WM dabei zu sein.“

DVV-Präsident Thomas Krohne: „Unsere Nationalmannschaft hat sich nochmals weiterentwickelt und verdient das Turnier und das damit verbundene WM-Ticket gewonnen. Die Art und Weise, wie die Mannschaft von Vital Heynen auftritt, hat überzeugt. Unsere Männer bieten hoch attraktiven, modernen Volleyball, und ich bin für die nächsten Aufgaben in diesem Jahr, die World League mit Heimspielen in Deutschland und natürlich die WM-Endrunde in Polen sehr zuversichtlich. Das Turnier in Ludwigsburg hat nahtlos an die Frauen-EM angeknüpft: Sportlich, organisatorisch, medial und natürlich auch bezüglich des Publikum-Interesses – wir sind weiter auf dem richtigen Weg.“

Emanuele Zanini (Trainer Türkei): „Deutschland hatte das gesamte Spiel über die Kontrolle. Der Unterschied in allen Elementen war deutlich: physisch und technisch. Ich hoffe, meine Spieler lernen daraus, was hohes internationales Niveau bedeutet. Deswegen war das heute Abend eine gute Lehrstunde für uns.“

Ulas Kiyak (Kapitän Türkei): „Danke, dass wir bei einer so tollen Atmosphäre dabei sein durften. Die deutsche Mannschaft war von Anfang an dominant und hat das Spiel bestimmt. Das fing mit dem Aufschlag an. Uns ist es dagegen nicht gelungen, Deutschland unter Druck zu setzen. Das Spiel hatte eine hohe Qualität, und ich hoffe, wir nehmen etwas davon für die Zukunft mit.“

Die aktuelle Tabelle

1. GER – 3:0-Siege – 9 Punkte – 9:0-Sätze
2. TUR – 2:1-Siege – 5 Punkte – 6:5-Sätze
3. EST – 1:2-Siege – 3 Punkte – 3:7-Sätze
4. CRO – 0:3-Siege – 1 Punkt – 1:9-Sätze

3.1.: GER – CRO 3:0 & EST – TUR 0:3
4.1.: GER – EST 3:0 & CRO – TUR 2:3
5.1.: EST – CRO 3:1 & TUR – GER 0:3

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