Peter Gulacsi im SPORT1 Podcast „Lieber Fußball“: „Einen Titel holen“

Peter Gulacsi und Tobias Holtkamp - Copyright: Podcastbande I Timo Knop
Peter Gulacsi und Tobias Holtkamp – Copyright: Podcastbande I Timo Knop

Fußball Bundesliga: RB Leipzig Torhüter Peter Gulacsi über seine Vertragsverlängerung: „Meine Wunschlösung unter den gegebenen Umständen war hier zu bleiben.“

12.08.2021 – PM Sport1 / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Als Teenager verließ Peter Gulacsi sein Elternhaus und ging alleine nach England zum FC Liverpool. Viele Jahre musste er als Leihspieler immer wieder die Mannschaften wechseln, doch der steinige Weg führte ans Ziel: Stammtorwart bei einem Topklub in einer großen Liga.

Im SPORT1 Podcast „Lieber Fußball“ mit Tobias Holtkamp sprach der Leipziger Torhüter darüber, wie er RB Leipzig im Duell mit Bayern München sieht, und welche Ziele er noch hat. Zudem ordnete er Julian Nagelsmanns bisherige Arbeit beim FC Bayern ein und hofft auf einen Verbleib von RB-Kapitän Marcel Sabitzer. Die wichtigsten Aussagen im Folgenden.

Peter Gulacsi über …

… den Einfluss von Trainer Jesse Marsch auf seine Vertragsverlängerung: „Wir haben gesprochen davor. Jesse Marsch hat eine sehr wichtige Rolle gespielt, genau wie Oliver Mintzlaff. Ich bin sehr froh, dass alles geklappt hat. Meine Wunschlösung unter den gegebenen Umständen war hier zu bleiben.“

… das BVB-Interesse an ihm: „Ich bin immer sehr vorsichtig, denn ich habe großen Respekt vor anderen Vereinen und vor allem anderen Torhütern. Umgekehrt würde ich mich auch nicht wohl fühlen, wenn andere Torhüter über RB Leipzig sprechen würden. Sagen wir es so: Ab Januar war eine Zeit, in der ich nicht wusste, in welche Richtung diese Situation gehen kann. Natürlich muss man ein bisschen clever sein und auch planen. Ich bin 31, hatte noch zwei Jahre Vertrag, aber habe auch drei extrem starke Saisons gespielt. Diese Situation muss man planungsmäßig nutzen, und ich meine absolut nicht finanziell, sondern planungsmäßig für meine Familie und meine sportlichen Ziele. Das möchte man sichern, das war mein Hauptziel für diese Periode. Ich bin sehr froh, dass wir eine Lösung gefunden haben.“

… den von Bayern umworbenen RB-Kapitän Marcel Sabitzer: „Ich würde mich extrem freuen, wenn die Entscheidung am Ende ist, dass Sabi bleibt – und länger bleibt. Er ist einfach ein richtig guter Fußballer und eine sehr gute Führungsperson in unserer Mannschaft. Aber jeder Fußballer muss am Ende selbst wissen, mit seiner Familie und seinem Umfeld, was genau das jeweilige Ziel ist. […] Es gibt immer viele Gründe, Lebensgründe oder Familiengründe, warum man überlegt zu wechseln oder eben nicht zu wechseln.“

… Julian Nagelsmann beim FC Bayern: „Wir haben in den zwei Jahren unter ihm extrem viel entwickelt und eine ganz andere Seite des Fußballs gelernt und angenommen. Es hat sehr gut funktioniert. Es wird interessant, wie er es genau bei Bayern macht. Die haben schon eine sehr starke Mannschaft. Ob er da seine Idee voll durchsetzen will oder nur Kleinigkeiten ändern, das wird man erst in der Saison sehen. […] Bisher waren es nur Vorbereitungsspiele ohne die Top-Spieler, ich würde dem keine große Bedeutung geben.“

… den Titelkampf gegen Bayern: „Sie sind absoluter Favorit, aber wir werden alles geben, es ihn wenigstens schwer zu machen. […] Vielleicht klappt es diese Saison, das wäre großartig. Aber da reicht es nicht, zwei Spiele gegen Bayern zu gewinnen, sondern wir brauchen konstante Top-Leistungen, um mal in ihren Nacken zu kommen. […] Der letzte Schritt ist der schwierigste Schritt. Aber wir haben eine richtig starke Mannschaft und wir haben echt viel vor. Ich habe es ja nach meiner Verlängerung schon gesagt: Ich bin hier, um einen Titel zu holen. Je früher das passiert, desto schöner wäre es.“

… den Fußball unter Trainer Jesse Marsch: „Wir werden in manchen Phasen viel mehr vertikal spielen. Von hinten weniger Aufbau, weniger Risiko. Aber wir wollen die guten Sachen, die wir unter Julian Nagelsmann gelernt haben, im Spiel behalten. Wir haben uns in den letzten zwei Jahren enorm entwickelt. Dazu kommt jetzt der Input von Jesse. Wer unser Pokalspiel verfolgt hat, hat gesehen, wir hatten mehr Umschaltmomente und haben mehr vertikal gespielt, weniger Ballbesitz in unserer Hälfte. Ob das auch in der Saison so bleibt, werden wir sehen.“

… Torwarttrainer Frederik Gößling, der nicht mit Julian Nagelsmann zum FC Bayern gewechselt ist: „Ich schätze extrem die Arbeit mit meinem Torwarttrainer Freddie, er ist auch ein überragender Mensch. Ich freue mich sehr, dass er sich entschieden hat, in Leipzig zu bleiben. […] Für den Verein war klar, dass er unbedingt bleibt. Gottseidank ist das der Fall, ich freue mich auf ein weiteres Jahr mit ihm.“

… die Jahre unter Ralf Rangnick: „Er war absolut mein strengster Trainer. Aber er ist fachlich auch ein Top-top-top-Trainer. Er investiert extrem viel und überlegt 24 Stunden, wie die Mannschaft besser werden kann. Er hat dem Verein extrem geholfen, die Mannschaften stabilisiert, auch in schwierigen Situationen. Das zeigt einfach, was für ein Trainer er ist. […] Bei mir persönlich war er immer sehr geduldig und hat gesagt: ‚Bleib ruhig. Wenn deine Chance kommt, wirst du bereit sein.‘ Und ich bin sehr froh, dass ich die Worte angenommen habe. Fünfeinhalb Jahre später habe ich fast jedes Spiel gemacht.“

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