Stefan Effenberg: DFB-Team ist keine „Weltspitze“

Stefan Effenberg - Sport1 Doppelpass - Copyright: SPORT I Nadine Rupp
Stefan Effenberg – Sport1 Doppelpass – Copyright: SPORT I Nadine Rupp

Stefan Effenberg in „Der STAHLWERK Doppelpass“ auf SPORT1 über die deutsche Nationalmannschaft:

„Dass wir nicht die Weltspitze sind, müssen wir uns eingestehen. Ich weiß nicht, ob der DFB sich das eingesteht.“

Peter Peters, DFB-Interimspräsident, auf die Frage, ob er für das Amt des DFB-Präsidenten kandidieren will: „Ich habe nie gesagt, dass ich kandidiere. Ich sage nur eins: Derjenige, der Präsident werden will, sollte darauf achten, wie die Strukturen aussehen und sollte auf das Team achten.“

05.09.2021 – PM Sport1 / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

DFB-Interimspräsident Peter Peters hat sich in „Der STAHLWERK Doppelpass“ auf SPORT1 vor den neuen Bundestrainer Hansi Flick gestellt. Zudem sprach er über die aktuell schwierige Situation des DFB, ließ aber offen, ob er für den Posten des DFB-Präsidenten kandidieren will. Zudem äußerte sich SPORT1 Experte Stefan Effenberg zur sportlichen Lage der deutschen Nationalmannschaft, während Alfred Draxler eine Lanze für Leroy Sane brach.

Sylvia Schenk, Anti-Korruptionsexpertin (Transparency International) und Anwärterin auf den Posten der DFB-Präsidentin, forderte eine Phase der Transformation, um den Verband neu auszurichten. Andreas Rettig, Geschäftsführer von Viktoria Köln und früherer DFL-Geschäftsführer, ließ sich spontan telefonisch in die Diskussion schalten und stellte Peter Peters eine Frage. Die wichtigsten Aussagen aus dem „STAHLWERK Doppelpass“:

Peter Peters (DFB-Interimspräsident):

… über Hansi Flick als neuen Bundestrainer: „Hansi Flick steht nicht für Harmonie. Hansi Flick kann streiten, er legt den Finger in die Wunde. Er kennt den Verband, das ist von Vorteil. Wenn ich aber an den ein oder anderen Wunsch denke, da sagt er, wie er das haben will. Da gibt es Diskussion.“

… über Hansi Flick und seine Aufgabe: „Flick ist Bundestrainer, aber er ist nicht nur Bundesstrainer. Er wird sein Amt auch ganz anders ausführen in der Akademie. Nichts gegen Rangnick, aber Flick verfügt über die gleichen Qualitäten. Wir wissen alle, dass wir an der Ausbildung der Spieler und Trainer arbeiten müssen. Das ist auch eine der Aufgaben von Hansi Flick. Der kommt nicht nur zum Länderspiel und fährt dann wieder. Er ist Tag für Tag vor Ort und arbeitet da akribisch. Und er macht das gut. Daher haben wir ihn verpflichtet. Das war kein Selbstläufer.“

… über die Verpflichtung von Hansi Flick: „Wir wollten keinen Trainer aus einem laufenden Vertrag verpflichten. Das war ein wichtiges Zeichen und das haben wir eingehalten. Dass es sich bei Bayern so entwickelt hat, war ein Glück für den DFB, das haben wir aber nicht so gewollt.“

… über Fehler in der Vergangenheit des DFB: „Wir haben in der Vergangenheit Fehler gemacht. Aber wir werden diesen Verband erst dann in ein besseres Fahrwasser bringen, wenn wir die Fehler analysieren. Dazu müssen wir ein Team finden, das diesen Verband führt und sich vertraut. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall, da hat man sich nicht immer über den Weg getraut.“

… über eine mögliche Kandidatur als DFB-Präsident: „Ich habe nie gesagt, dass ich kandidiere. Ich sage nur eins: Derjenige, der Präsident werden will, sollte darauf achten, wie die Strukturen aussehen und sollte auf das Team achten. Das gilt für jeden. Im Fußball ist ganz wichtig: Vertrauen.“

Sylvia Schenk (Anti-Korruptionsexpertin und Anwärterin auf den Posten der DFB-Präsidentin):

… über Lösungen für den DFB: „Jetzt ist noch die Zeit, die Weichen für eine tolle Veranstaltung bei der EM 2024 zu stellen. Wir sind im Aufbruch in verschiedenen Bereichen. Dann kann man den Menschen auch erklären, dass wir in einem Prozess sind. Aber momentan ist diese Kommunikation beim DFB gar nicht vorhanden und davor war sie unterirdisch. Da muss etwas passieren.“

… über die aktuelle Situation des DFB: „Klar hat es negative Einflüsse von außen gegeben. Aber die Misere, in der der DFB aktuell ist, hat er selbst verschuldet. Und wenn er weiter im eigenen Saft schmort, wird er da auch nicht rauskommen. Wir brauchen Transparenz und eine Aufarbeitung, damit die Vergangenheit ein für alle Mal geklärt ist. Sonst wird es da keine Ruhe geben.“

Andreas Rettig (Geschäftsführer von Viktoria Köln und Ex-DFL-Geschäftsführer):

… über sein Zitat zur Präsidentenwahl im DFB: „Ich möchte nur erklärend sagen, dass genau die zwei Präsidenten mit der kürzesten Laufzeit, Wolfgang Niersbach mit dreieinhalb Jahren und Fritz Keller mit zwei Jahren, genau eben nicht aus dem System waren. Das betrifft genau das Thema, das ich angesprochen habe: Allianzen schmieden und Ochsentour.“

… über Peter Peters Qualifikation als DFB-Präsident: „Er spricht davon, dass immer Fehler an der Spitze gemacht worden sind. Er ist Mitglied dieser Spitze seit vielen, vielen Jahren. Mich würde interessieren, Peter, was dich für das Amt des Präsidenten qualifiziert? Die Tätigkeit bei Schalke 04 kann es ja nicht gewesen sein.“

Stefan Effenberg (SPORT1 Experte):

… über die Nationalmannschaft: „Dass wir nicht die Weltspitze sind, müssen wir uns eingestehen. Ich weiß nicht, ob der DFB sich das eingesteht. Wir gehören nicht in die Spitze der Welt. Aber wir sind nach wie vor stark genug, so eine Gruppe wie unsere zu dominieren. Aber wir sollten nicht den Anspruch haben, in Katar um den Titel mitzuspielen. Das muss man einfach mal realistisch einschätzen. Dann schraubt man auch die Erwartungen runter.“

… über das Problem auf der Position des Mittelstürmers: „Jede starke Nation hat einen starken Stürmer vorne drin. Egal, ob das Lukaku ist bei Belgien oder Weghorst bei den Niederlanden. Wir haben gar keinen. Irgendwann wollten wir in Deutschland den Fußball von Pep Guardiola beim FC Bayern kopieren. Das fällt uns heute auf die Füße, dass wir keine Topstürmer mehr haben – die wir eigentlich mit Miroslav Klose, Rudi Völler, Kalle Riedle immer hatten. Aber wir haben uns davon verabschiedet und wollten Fußball mit kleinen, wuseligen Stürmern spielen. Aber das funktioniert nicht.“

Alfred Draxler (SPORT1 Experte):

… über die Spielerausbildung beim DFB: „Wir sollten viel eher darüber sprechen, warum es so ein Spiel wie gegen Liechtenstein gegeben hat. Da hat der DFB in der Spielerausbildung einen Fehler gemacht. Es wurden keine Spezialisten ausgebildet. Wir spielen seit Jahren ohne Mittelstürmer. Warum haben wir keinen Mittelstürmer? Da ist in der Ausbildung etwas total schief gelaufen.“

… über Leroy Sane: „Wer kein Fan von Leroy Sane ist, liebt den Fußball nicht. So einen Spieler brauchst du und für den gehst du ins Stadion. Wie Julian Draxler ist er ein riesen Kicker. Aber es fehlt so die letzte Spannung. Die Körpersprache ist nicht immer die beste.“

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