F.C. Hansa Rostock verliert gegen SV Wehen Wiesbaden angesichts schlechterer Spielanlage und ineffizienter Chancenverwertung

10.08.2014 – SPORT4Final

Fußball 3. Liga: 4. Spieltag

F.C. Hansa Rostock vs. SV Wehen Wiesbaden  0:1 (0:0)  vor 10.500 Zuschauern in der DKB-Arena Rostock

In einem qualitätsarmen aber wenigstens spannenden Drittligaspiel des vierten Spieltages verlor in heimischer Umgebung der F.C. Hansa Rostock gegen Ligamitfavorit SV Wehen Wiesbaden mit 0:1 Toren. Die Gäste zeigten die reifere und kompaktere Spielanlage und gewannen verdient. Der „Hansa-Kogge“ fehlten entscheidende Prozente in der Spielübersicht und Struktur sowie bei der Chancenverwertung.

F.C. Hansa Rostock verliert gegen SV Wehen Wiesbaden angesichts schlechterer Spielanlage und ineffizienter Chancenverwertung - Foto: SPORT4Final
F.C. Hansa Rostock verliert gegen SV Wehen Wiesbaden angesichts schlechterer Spielanlage und ineffizienter Chancenverwertung – Foto: SPORT4Final

Der Gastgeber hätte in der temposchwachen ersten Halbzeit bei leichten Chancenvorteilen (3:2) mit drei guten Möglichkeiten (Srbeny 20.; Jakobs 25. und Kopfball Stuff/Ruprecht 26.) in Führung gehen können. Die qualitativ beste Tormöglichkeit hatten aber die Gäste in der Nachspielzeit durch Herzig, dessen Schuss Rostocks Torhüter Jörg Hahnel großartig parierte.

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte begünstigte ein grober Abwehrfehler von Steven Ruprecht den straffen 17-Meter-Schuss von Book zur Führung des SV Wehen Wiesbaden. In der 55. Minute verhinderte Hahnel die wahrscheinliche Spielentscheidung durch Book. Erst eine gelb-rote Karte für den nach der Pause eingewechselten Alexander Nandzik (62.) sollte die Spannung der Begegnung aus Rostocker Überzahlsicht erhöhen. Der F.C. Hansa drängte phasenweise die gut verteidigenden Gäste in ihre Hälfte. Drei offensive Auswechslungen sorgten zunehmend für mehr Rostocker Druck, ohne spielerischen Zuschnitt und mit der berühmten „Brechstange“ bei „Kick and Rush“ warteten die Hausherren auf das erlösende Tor zum Unentschieden. Die beste mehrerer Kopfballchancen hatte Rostocks Kapitän Christian Stuff nach 83 Minuten ca. 3 Meter vor dem Wiesbadener Torhüter Markus Kolke, die dieser in bestechender Manier zunichte machte.

Rostocker Ineffizienz bei der Verwertung der nicht übermäßig vielen und hochkarätigen Chancen sowie der Spieler mit Regiequalitäten fehlten an diesem Sonntagnachmittag. Ein Heimsieg in 2014 ebenso. Die zweite Niederlage in Folge in der noch jungen Saison sei aus Chronistenpflicht erwähnt. Rostock mit vier Punkten auf dem 15. und Wehen Wiesbaden mit zehn Punkten auf dem dritten Platz darf auch nicht unterschlagen werden.        

Epilog: Der SV Wehen Wiesbaden verbrachte die Nacht vor dem Spiel im Hotel Steigenberger in Wismar. Gegen 2:30 Uhr morgens wurde die Polizei benachrichtigt, um die Schmierereien am Mannschaftsbus zu „begutachten“ …

F.C. Hansa Rostock verliert gegen SV Wehen Wiesbaden angesichts schlechterer Spielanlage und ineffizienter Chancenverwertung - Foto: Daniel Mucha (www.svwehen-wiesbaden.de)
F.C. Hansa Rostock verliert gegen SV Wehen Wiesbaden angesichts schlechterer Spielanlage und ineffizienter Chancenverwertung – Foto: Daniel Mucha (www.svwehen-wiesbaden.de)

SPORT4Final-Spieler des Matches: Nils-Ole Book (SV Wehen Wiesbaden)

Stimmen zum Spiel:

David Blacha (F.C. Hansa Rostock):

„Wenn eine Mannschaft 30 Minuten in Unterzahl spielt und sich komplett hinten reinstellt, dann ist es nicht mehr so gut mit einem strukturierten Spielaufbau. Dann steht ein riesen Block vor dem Tor und dann muss man auch die Brechstange herausholen. Ich glaube, in dieser Phase kann man uns keinen Vorwurf machen, dass wir nicht strukturiert gespielt haben. So entwickeln sich eben die Spiele, wenn sich eine Mannschaft komplett hinten reinstellt, dann muss man es so probieren.“ 

Mustafa Kucukovic (F.C. Hansa Rostock):

„Es steht gar nicht zur Sache, ob Wehen Wiesbaden verdient gewonnen hat. Wir haben unser Spiel, wie wir es spielen wollten, nicht immer durchgesetzt. Letztendlich haben wir das Spiel verloren. Die drei Punkte sind weg – ganz einfach.“ 

Nils-Ole Book (SV Wehen Wiesbaden):

„Wir haben verdient gewonnen, auch wenn wir in Unterzahl ein bisschen Glück hatten, als Rostock noch einmal mit Standards und hohen Bällen kam. Ich glaube aber, dass wir ein wenig die bessere Mannschaft waren. Wir waren spielerisch etwas besser und Rostock hat auch noch Druck gemacht. Aber insgesamt war unser Sieg verdient.“ 

Marc Kienle (Trainer Wehen Wiesbaden):

„In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme, ins Spiel zu kommen. In Unterzahl in der zweiten Hälfte hatten wir die große Möglichkeit zum 2:0. Nach Gelb-Rot war Rostocks Druck immens. Trotz unserer vier Ausfälle zeigte meine Mannschaft eine tolle Moral. Wir waren insgesamt ein glücklicher Sieger.“ 

Peter Vollmann (Trainer F.C. Hansa Rostock):

„Wir verpassten es in der ersten Halbzeit in Führung zu gehen. Ich habe keine großen Unterschiede gesehen. Beide Teams haben sich neutralisiert. Nach unserem groben Fehler zum 0:1 haben wir in Überzahl in der zweiten Halbzeit alles versucht,  auch mit der Brechstange. Der Gegner hat uns nicht an die Wand gespielt. Ich habe keinen Klassenunterschied gesehen. Mit dem Einsatz und der Moral meiner Mannschaft bin ich zufrieden.“ 

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