RB Leipzig mit 2:0-Effizienz-Sieg im Derby gegen Rot-Weiß Erfurt

Effektivere Chancenverwertung und Doppeltorschütze Poulsen sorgen für ersten Leipziger Heimsieg und Platz in der Tabellenspitze

Erfurter Gäste über weite Strecken optisch mit der besseren Spielanlage

RB Leipzigs Probleme auf der Spielmacherposition ist ernstzunehmende Baustelle beim ambitionierten Verein

Rolf Rombach (RW Erfurt-Präsident): „Wir haben heute leider eine katastrophale Schiedsrichterleistung gesehen.“

Walter Kogler (RWE-Trainer): „Die Leistung war akzeptabel – das Resultat konnte mit der Leistung nicht mithalten.“

Alexander Zorniger (RBL-Trainer): „Von der Nutzung der Torchancen waren wir heute die bessere Mannschaft.“

24.08.2013 – S4F:

Sport4Final-Redakteur Frank Zepp liegt es fern, über Referee-Entscheidungen fachgerecht zu urteilen. Aber das Foul des Leipziger Franke in der 22. Minute (als letzter Mann!) gegen den individuell starken und gefährlichen Brandstetter bei 1:0-Führung der Rasenballsportler sowie die mögliche Herausstellung Frankes hätte dem Spiel eine Wende geben können …

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Hätte, wenn und aber zählen im Sport und Fußball aber nicht! Nur Fakten und Tore! Da „half“ Erfurt den Leipziger Hausherren schon nach 37 Sekunden durch einen zu kurzen Rückpass von Kleineheismann Richtung Torhüter, den der pfeil- und reaktionsschnelle Däne Poulsen zu seinem ersten Saisontor einnetzen konnte. Nach einem 18-Meter-Schuss von Rockenbach war es dann aber mit Leipzigs Spielaufbau, ich mag nicht von Spielphilosophie sprechen, für eine halbe Stunde Fehlanzeige. Erfurt übernahm sukzessive mit gefälligen und durchdachten Spielzügen über Kapitän Engelhardt die Initiative. Zwei Kopfbälle in der 17. und 26. Minute, letzterer sogar an die Querlatte, brachten die Gäste in Ausgleichs-Tuchfühlung. Aber das rasante und kampfbetonte „Ostderby“ (ist dieser Begriff noch zeitgemäß?) nahm nach Leipzigs „Verschnaufpause“ vor der Halbzeit wieder Fahrt auf. Poulsen, Jung und Franke hatten mit ihren Riesenchancen die sichere 2-Tore-Führung in den Füßen.

Apropos Rockenbach und Spielmacherposition. Obwohl mit grenzenlosem Vertrauen des Trainers ausgestattet, blieb der „Zehner“ nur ein Schatten seiner selbst und wurde nach der Pause durch Kammlott ersetzt. Für Sport4Final ist Leipzigs Problem auf dieser eminent wichtigen Position, die ja auch bei Ballverlust sofort zur Rückeroberung des Balles beitragen sollte, eine ernstzunehmende Baustelle des ambitionierten Vereins.

Rot-Weiß Erfurt erhöhte in der zweiten Halbzeit den Druck und setzte sich mehrfach in der Leipziger Hälfte fest. Die Rasenballsportler agierten zunehmend aus einer leichten Konterstellung. Großchancen blieben Mangelware. Erfurts Fillinger lief in der 71. Minute aufs Tor zu und wird in letzter Sekunde im Strafraum seitlich abgedrängt.  Kammlott verstolperte in aussichtsreicher Strafraumposition eine Minute später den Ball. Der an diesem Tag recht unauffällig agierende Leipziger Kapitän Frahn wurde in der 87. Minute durch Röttger klug freigespielt und dessen Pass zu Poulsen verwertete der Däne mit einem technisch hervorragenden 18-Meter-Linksschuss zum entscheidenden 2:0 für RB Leipzig. Doppeltorschütze Poulsen und die effizientere Chancenverwertung bescherten dem Gastgeber nach zwei Unentschieden den ersten Heimsieg der Saison – Tabellenplatz 3 inklusive.     

Sport4Final-Redakteur Frank Zepp im Interview mit …

Wie bewerten Sie Ihren Spielaufbau?

Bastian Schulz (RB Leipzig): „Wir haben 2:0 gewonnen. Ich denke, das ist entscheidend. Drei Punkte sind in Leipzig geblieben – darum geht’s. Wenn der Spielaufbau sehr schön wäre und wir hätten verloren, dann hätte jeder gesagt, ihr habt verloren. Aber wir haben gewonnen.“

Gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten?

Bastian Schulz: „Klar gibt es noch Verbesserungen. Wichtig war aber heute, dass wir die ersten drei Punkte zu Hause geholt haben und darauf können wir aufbauen. Klar, wir wissen auch, dass wir unsere spielerische Komponente noch steigern müssen. Aber ich denke, das kommt.“

Ist so der Fußball oder hätten Sie sich heute einen Punkt verdient?

Rolf Rombach (RW Erfurt-Präsident): „Wir hätten sogar drei Punkte verdient gehabt. Wir waren heute über weite Strecken die bessere Mannschaft. Wir sind unglücklich in Rückstand geraten und hervorragend zurückgekommen. Bis auf zwei Chancen in der ersten Halbzeit haben wir wenig zugelassen. Wir hatten vorne unsere Chancen und haben heute leider eine katastrophale Schiedsrichterleistung gesehen.“

Was unterschied beide Teams?

Stefan Kleineheismann (RW Erfurt): „Wir waren nicht clever genug. Im Endeffekt haben wir kein Tor gemacht und die haben zwei erzielt.“   

Wo sehen Sie Ihre Zukunft – im Sturm oder auf der 10er-Position?

Carsten Kammlott RB Leipzig): „Ich kann da und da spielen und mir ist es egal. Da wo mich der Trainer aufstellt, spiele ich. Wenn es so läuft wie heute, umso besser.“

 

Die Trainer in der Pressekonferenz:

Walter Kogler (RW Erfurt): „Wir haben heute ein sehr leidenschaftliches Spiel gesehen, von zwei Mannschaften, die sich nichts geschenkt haben. Ich denke, dass es die Mannschaft (nach dem Rückstand – d.A.) sehr gut gemacht hat. Je länger das Spiel gedauert hat, hat sie sich immer besser behaupten können. In der zweiten Hälfte waren wir dann die optisch überlegende Mannschaft, hatten die eine oder andere Möglichkeit, die wir nicht genutzt haben. Letztendlich bleibt für uns eine passable Leistung. Ich möchte noch betonen, dass wir heute mit der Spielleitung nicht zufrieden sind. Die eine oder andere Situation war da schon spielentscheidend. Die Leistung war akzeptabel – das Resultat konnte mit der Leistung nicht mithalten.“

Alexander Zorniger (RB Leipzig): „Wir waren die ersten vierzig Sekunden richtig gut im Spiel. Wir konnten dieses Niveau dann nicht mehr halten. Viel zu passiv gegen einen Gegner, der nach diesem Schock ganz gut zu bespielen war. Mir hat das Aufbauspiel überhaupt nicht gefallen. Es waren zu viele Alibiaktionen. Von der Laufbereitschaft hat mir die zweite Halbzeit besser gefallen. Von der Nutzung der Torchancen waren wir heute die bessere Mannschaft und deswegen haben wir auch verdient gewonnen.“

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