Henk Groener: „Wir hätten gewinnen können“

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Handball EM 2018 Testspiel. Deutschland vs. Russland in Anhalt Arena Dessau-Roßlau. Foto: SPORT4FINAL
Handball EM 2018 Testspiel. Deutschland vs. Russland in Anhalt Arena Dessau-Roßlau. Foto: SPORT4FINAL

Handball EM 2018 Vorbereitung: Deutschland unterlag Olympiasieger Russland im ersten Testspiel in Dessau-Roßlau.

Handball EM Vorbereitung: Kim Naidzinavicius feierte ihr Comeback, vier Spielerinnen ihr Debüt und Bundestrainer Henk Groener erhielt eine Torte zum 58. Geburtstag.

Henk Groener: „Wir brauchen bei beiden Teilnehmern THC und Bietigheim das Niveau der Hauptrunde in der Champions League, weil wir das Niveau auch bei der EM benötigen.“

Jevgeni Trefilov: „Deutschland braucht mehr Geduld, um nach oben zu kommen. Ich lade Deutschland gern zu Spielen nach Russland ein.“

Live aus der Anhalt Arena von Dessau-Roßlau berichtet SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

29.09.2018 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball EM 2018 Vorbereitung: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen von „Geburtstagskind“ Henk Groener verlor zwei Monate vor der EHF EURO in Frankreich (29. November bis 16. Dezember) ein Testspiel gegen Olympiasieger Russland mit 31:35 (15:14) Toren. Am Sonntag spielt die deutsche Auswahl in Nordhausen erneut gegen Russland.

Im ersten Match unter der neuen Kapitänin Kim Naidzinavicius präsentierte sich die deutsche Mannschaft in einem intensiven Duell lange Zeit auf Augenhöhe. In der zweiten Halbzeit wurde eine „Vier-Tore-Führung“ wieder abgegeben. In der Crunchtime zeigte die erste Sieben Russlands von Trainer-Legende Jevgeni Trefilov ihre individuelle Klasse und gewann verdient das Testspiel.

Stimmen der Protagonisten:

Henk Groener (Deutschland): „Russland war ein starker Gegner mit Blick auf die Handball EM Vorbereitung. Russland spielt eine sehr konsequente, körperbetonte Abwehr. Deshalb war der Test auch wertvoll für uns. Beide Mannschaften haben im Spiel viel getestet. Wir haben viele einfache technische Fehler gemacht, aber das Testen stand im Vordergrund. Im Tempospiel haben wir schon gut nach vorn gespielt. Mit den vier Debütantinnen war ich zufrieden. Es ist sehr wichtig, sie an dieses internationale Niveau heran zu führen. Denn in der Liga spielen sie noch keine Champions League.

Aber wir brauchen bei beiden Teilnehmern THC und Bietigheim das Niveau der Hauptrunde in der Champions League, weil wir das Niveau auch bei der Handball EM benötigen. Das geht alles ein bisschen schneller und härter.

Natürlich haben wir uns über die Niederlage geärgert, denn wir hätten gewinnen können. Dennoch gab uns das Spiel viele Aufschlüsse für die EM Vorbereitung. Morgen wollen wir dann auch in Nordhausen gewinnen.

Zum Weltniveau hin müssen wir uns in der Breite verbessern. Es ist wichtig, 60 Minuten konstant auf Top-Niveau zu spielen. Insofern müssen wir konstanter werden für Spiele auf diesem hohen Niveau.

Alicia Stolle hat eine Prellung auf dem Knie.

Wir haben mit Anne Hubinger gut trainiert und die Belastung steuern können. Wir haben mit der medizinischen Abteilung darüber gesprochen. Wir sind der Meinung, der Fuß ist noch nicht gesund, sie braucht noch Zeit und der Fuß wäre der Belastung noch nicht gewachsen. Ich werde das auch mit Herbert Müller so besprechen und ihm weiter geben. Anne soll nach dieser schweren Verletzung erst richtig gesund sein, bevor sie an solchen Sachen teilnehmen kann. Es geht ja darum, dass ihre Karriere noch ein bisschen länger dauern soll.“

Kim Naidzinavicius (Deutschland – Kapitänin): „Nicht nuir das Kapitänsamt war etwas besonderes sondern dass ich nach neun Monaten wieder ein Länderspiel bestritten habe. Wir wollten das Ding natürlich gewinnen, aber wir – und speziell Henk – haben noch andere Ziele mit Blick auf die Europameisterschaft Wir müssen uns noch mehr einspielen. Ich hoffe, dass wir morgen noch zulegen und dann auch gewinnen. In der Champions League werden wir uns mehr entwickeln, um dann auch in der Nationalmannschaft den nächsten Schritt zu machen. Ich freue mich auf die nächsten Monate.“

Jevgeni Trefilow (Russland): „Danke, dass wir hier in Deutschland eingeladen durften. Ich denke, es war für beide Seiten ein wichtiger Test. Wir haben momentan nicht so eine starke Mannschaft. In der Abwehr waren wir chaotisch. Mehr als 30 Gegentore sind zu viel.

Deutschland hat sehr junge, gute Leute mit starkem Potential. Männer und Frauen haben hier eine starke Liga. Ich verstehe nicht, warum Deutschland nicht nach oben kommt. Etwas funktioniert da nicht.

Die EM zu gewinnen ist sehr schwer. In Europa sind viele Mannschaften auf Top-Niveau.

Deutschland spielt im Angriff zu direkt und müsste mehr technisch spielen. Man sollte die Abschluss-Handlungen mehr verstecken. Deutschland spielt eine sehr gute, bewegliche Deckung.

Wir haben in der Abwehr zu viele Fehler gemacht. Wir müssen mehr als Mannschaft auftreten. Das ist das Geheimnis des Erfolges.

Deutschland braucht mehr Geduld, um nach oben zu kommen. Ich lade Deutschland gern zu Spielen nach Russland ein.“

Statistik:

Deutschland vs. Russland 31:35 (15:14)

Spielfilm: 3:7 (14.), 9:11 (23.), 12:11 (26.), 15:14 (HZ) – 21:17 (36.), 23:23 (45.), 25:25 (48.), 26:30 (54.), 30:32 (58.), 31:35 (EST)

Woman of the Match: Daria Dmitrijeva

Torhüter: 9:8 Paraden

Technische Fehler: 15:19

Gegenstoß-Tore (1. Welle):

Tore in Überzahl: 3:2

Tore in Unterzahl: 1:5

Zuschauer: 2.113 in Dessau

Deutschland: Eckerle, Rühter; Berger (2), Grijsels (1), Smits (4), Behnke (6), Seidel, Naidzinavicius (6/2), Zschoke (1), Schirmer (2), Bölk (3), Großmann (1) Weigel (3), Müller, Schulze (2), Stolle – Coach: Groener

Russland: Mekhdieva, Trusova, Kaplina; Kuznetsova, Matlashova, Dmitrijeva (7/1), Sen, Gariaeva (1), Vyakhireva (7/1), Sudakova, Samokhina (7), Makeeva (1), Malashenko (2), Managarova (2), Skorobogatchenko (8), Dudina , Frolova, Snopova – Coach: Trefilov


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