Handball vs. Rugby: Unterschiede, Gemeinsamkeiten. Kritischer Vergleich

Handball vs. Rugby: Unterschiede, Gemeinsamkeiten und kritischer Vergleich. Copyright: https://pixabay.com/de/photos/washington-everett-rugby-spiel-80382/ - Lizenz: Pixabay Licence. Bild von David Mark auf Pixabay.
Handball vs. Rugby: Unterschiede, Gemeinsamkeiten und kritischer Vergleich. Copyright: https://pixabay.com/de/photos/washington-everett-rugby-spiel-80382/ – Lizenz: Pixabay Licence. Bild von David Mark auf Pixabay.

Handball vs. Rugby: Der britische Rugby-Trainer Damian McGrath schlägt auf seinem Blog Rugby Coach Weekly den Rugby-Handball als Trainingsübung vor.

Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Ballbesitz. Gleichermaßen haben die Spieler die Möglichkeit, zu experimentieren und an ihrer Technik zu feilen.

02.09.2021 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball vs. Rugby: Das wenig überraschende Ziel ist, dass jede Mannschaft mit mindestens vier Akteuren so oft wie möglich das Spielgerät im gegnerischen Tor versenkt.

Die Spieler dürfen mit dem Ball laufen und diesen in alle Richtungen spielen, aber ausschließlich der Tormann darf den Torraum betreten. Vor ihm haben die Verteidiger die Aufgabe, Fehler zu erzwingen oder Pässe abzufangen. Kontakt ist grundsätzlich nicht erlaubt, die Spieler dürfen das Spielgerät abfälschen. Bei jedem Treffer beginnt das Spiel mit einem Pass des gegnerischen Tormanns.

Nun gibt es auch andere Kombinationen wie Fußball-Tennis, das neben einer Trainingsübung auch eine eigenständige Sportart ist, aber McGraths Artikel ist ein Parade-Beispiel für die ähnlichen Spielweisen von Rugby und Handball. Auch wenn es den einen oder anderen Unterschied gibt.

Dazu gehört, dass im Rugby ausschließlich das Treten in alle Richtungen erlaubt ist. Mit der Hand darf der Ball ausschließlich rückwärts gespielt werden. Zudem besteht in ersterer Sportart das Tor aus zwei senkrechten Malstangen sowie einer Querstange und es gibt verschiedene Möglichkeiten, um zu punkten. Im Handball gilt es den Ball einzunetzen. Zudem hat das Spielgerät im Rugby eine rotationselliptische Form. Im Handball ist er eindeutig größer und rund.

Handball und die Rugby Stars bei den Olympischen Spielen

McGrath schlägt also eine Mannschaft mit mindestens vier Spielern für Rugby-Handball vor. In Wahrheit stehen im Handball insgesamt sieben Stammkräfte, der Tormann und sechs Feldspieler, auf dem Feld. Weitere sieben bis neun Teamkollegen nehmen auf der Ersatzbank Platz.

Im Rugby ist die 7er-Variante jene, die seit 2016 und nach fast 90 Jahren Wartezeit wieder bei Olympischen Spielen vertreten ist. Diese Disziplin schrieb hierbei in Rio de Janeiro in doppelter Hinsicht Geschichte, weil die Auswahl aus den Fidschi-Inseln erstmals Gold für ihr Land holte. Allerdings handelt es sich ausschließlich um eine von mehreren. Abseits der olympischen Bewerbe sind Rugby Union mit 15 Spielern und Rugby League mit 13 Akteuren verbreiteter. Es versteht sich von selbst, dass die allermeisten Rugby Stars auch diese Disziplinen beherrschen. Und so profitiert das gesamte Rugby von der Aufnahme in die olympischen Wettbewerbe. Damit einher kam auch ein interessantes Online-Spiel auf den Markt.

Handball ist hingegen seit 1972 durchgehend bei Olympischen Sommerspielen vertreten. Genau genommen ist der Herren-Handball seit der Ausgabe von München Teil des olympischen Programms. Damen-Handball folgte vier Jahre später bei der Auflage von 1976 im kanadischen Montreal. In beiden Sportarten bestehen die Begegnungen aus zwei Spielhälften. Im Rugby dauern diese 40 Minuten, im Handball 30 Minuten.

Quereinsteiger aus dem Handball haben es im Rugby äußerst leicht

Peter Schatz betreut seit der Saison 2011/2012 die Damen des SC Neuenheim in der Rugby-Bundesliga-Süd und berichtete 2015 in einem Interview mit dem Portal Deutschlandfunkkultur.de, dass die meisten Quereinsteigerinnen aus dem Handball kommen. Er erklärte diesbezüglich unter anderem: „Quereinsteiger kommen ganz klar aus Handball, weil das Ballgefühl da ist und auch die körperliche Konstitution. Ein Handballer hat es sehr, sehr leicht.“ Auch wenn es anders beim Handball und etwa beim Fußball nicht erlaubt ist, den Ball mit der Hand nach vorn zu befördern. Daher sind speziell in dieser Sportart viele Spielertypen wichtig. Egal, ob man klein oder groß ist. Kräftige, schlankere und flinkere Akteure sind allesamt essenziell.

Quereinsteiger aus dem Rugby eignen es sich am ehesten für die Defensive

Ein fliegender Wechsel vom Rugby zum Handball ist eindeutig schwieriger. Quereinsteiger, die vom Basketball, Volleyball, Fußball und Eishockey kommen, gewöhnen sich leichter an die Regeln. Und das schon allein aufgrund der Tatsache, dass der Ball immer nach vorn gespielt werden kann. Am besten eignen sich hierbei Basketball- sowie Baseball- und Volleyball-Spieler. Basketball-Spieler punkten mit einer besonders guten Kondition sowie im Ballbesitz. Baseball- und Volleyball-Akteure weisen hingegen eine bessere Wurferfahrung auf und können dementsprechend schärfere Würfe ausführen. Die Stärke der Rugby-, Eishockey- und Fußball-Spieler liegt hingegen in der körperbetonten Verteidigung.

Weitere Top-Beiträge:

Handball Deutschland: Anspruch und Wirklichkeit. Das DHB-Dilemma

Olympia Tokio 2020 Handball: Gescheiterte DHB-Mission. Stagnation unter Alfred Gislason

Fußball EM 2021 UEFA EURO Kommentar: Deutschland – Mittelmaß statt Weltklasse

Fußball EM 2021 Kommentar: Deutschland – Stagnation, Fortschritt, Rückschritt

Kommentar verfassen