DHfK Leipzig nach mentaler und spielstrategischer Schwächephase mit Niederlage in Eisenach

DHfK Leipzig nach mentaler und spielstrategischer Schwächephase mit Niederlage in Eisenach - Foto: Rainer Justen
DHfK Leipzig nach mentaler und spielstrategischer Schwächephase mit Niederlage in Eisenach – Foto: Rainer Justen

06.04.2015 – DHfK / SPORT4Final / Frank Zepp:

Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben das Spitzenspiel in der zweiten Bundesliga mit 23:27 (15:12) Toren verloren. Der Thüringer SV Eisenach nutzte eine längere mentale und spielstrategische Schwächephase der Leipziger zur Spielwende in der zweiten Halbzeit aus.

Der SC DHfK Leipzig beherrschte die Thüringer vor dem Seitenwechsel klar. Die Abwehr stand sicher und Keeper Felix Storbeck gab seinen Vorderleuten durch seine Paraden zusätzlichen Halt. Aus dieser sicheren, sehr beweglichen Deckung wurden viele schnelle Gegenangriffe vorgetragen. Außerdem fielen sowohl Philipp Pöter als auch Philipp Weber im Positionsangriff gegen die wechselnden Abwehrvarianten des Kontrahenten stets eine passende Antwort ein. Die Leipziger lagen stellenweise mit fünf Treffern vorn. 11:6, 12:7, 13:8 nach 25 Minuten!

Dafür waren die 150 Anhänger der Leipziger in der entlegensten Ecke der Halle obenauf. Sie hätten in dieser Phase mit der Chancenverwertung der Sachsen oder zwei, drei Konzentrationsmängeln (bei einem angezeigten Zeitspiel der Eisenacher) hadern können. Sonst wäre eine noch deutliche Halbzeitführung möglich gewesen. Zur Pause führten die Gäste folgerichtig mit 15:12 Toren.

Doch in der zweiten Halbzeit hatte der DHfK-Rückraum mit Emanuel, Pöter und Weber ganz große Probleme, noch Lücken in der Deckung der körperlich robusten Hausherren zu finden. Sie mussten sich jeden Treffer regelrecht erarbeiten. Eisenach, der favorisierte Absteiger aus der ersten Bundesliga, schloss allmählich auf. Vielleicht hätten die Leipziger das Spitzenspiel – trotz dieser Schwächen – gewinnen können. Doch der ansonsten so sichere Lukas Binder ließ einen Konter zum vermeintlichen 18:16 liegen.

Dies war der Anfang einer rabenschwarzen Phase mit vielen Fehlwürfen und Abspielfehlern. Die wurden durch die routinierten Eisenacher konsequent bestraft. Die Gastgeber erzielten sieben Tore in Folge. Eisenach führte 23:17 in der 48. Minute.

Tatsächlich konnten die DHfK-Handballer das Geschehen in den letzten Minuten nicht mehr drehen. Als René Villadsen, der überragende Keeper der Eisenacher, den Ball aus dem eigenen Torraum in den leeren Kasten der Leipziger zur 26:22-Führung warf, war alles schon entschieden. Die Gastgeber gewannen 27:23. Auf Grund der konstanteren Leistung über 60 Minuten auch verdient. Eisenach kommt dem Spitzenreiter in der zweiten Bundesliga punktemäßig näher.

Trainerstimmen:

Christian Prokop (SC DHfK Leipzig): „Glückwunsch an die Gastgeber. Sie haben das – von der Tabellenkonstellation und tollen Kulisse her – erwartete Spitzenspiel verdient gewonnen. Wir konnten mit unserer Leistung einen wichtigen Beitrag zu diesem Match leisten. Wir hatten in der ersten halben Stunde eine hervorragende Abwehr, unsere Angriffe sehr clever vorgetragen und Eisenach, die stärkste Mannschaft in unserer Liga, beherrscht. Es ist bitter, dass dieser Vorsprung in der zweiten Halbzeit in kürzester Zeit verloren ging. Wir haben zu viele Fehler gemacht, viele Chancen ausgelassen und dadurch die Halle selber zum Beben gebracht. Da müssen wir cooler und cleverer werden. Wir haben ja viele junge Leute im Team, die Fehler machen dürfen, doch daraus lernen müssen. Wenn wir solche bitteren Phasen schnell durchbrechen, dann werden wir vorwärts blicken können.“

Trainer Velimir Petkovic (ThSV Eisenach): „Wir wussten, wir werden mit Sieg auf einen Aufstiegsplatz kommen, doch waren in der ersten Halbzeit sehr nervös. Da hatten wir keine Qualität, keine Beweglichkeit in der Deckung. Wir kriegen zu viele einfache Tore. Wir hatten ja gesehen im Video, wie Leipzig spielt. Das haben wir in der zweiten Halbzeit viel besser gemacht, viele Bälle geklaut, auch mentale Stärke gezeigt. Die Mannschaft hat richtig gekämpft. Der Trainer ist heute zufrieden.“

ThSV Eisenach gegen SC DHfK Leipzig 27:23 (12:15)

Stationen: 2:1, 3:5, 6:8, 6:12, 8:13, 12:15, 16:16, 23:17, 25:22, 27:23

ThSV Eisenach: Villadsen 1, Gorobtschuk; Elisson 4, Sklenák 2, Wöhler, Jurdzs 10, Luther, Jaanimaar 4, Forstbauer, Schliedermann, Hansen 1, Heinemann 2/1, Koloper 3

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Tovas; Naumann, Emanuel 2, Krzikalla 4, Pöter 3, Oehlrich 1, Binder 2, Janke 2, Roscheck, Weber 5/1, Milosevic 4, Pechstein

Zuschauer: 3.100 in der Werner-Aßmann-Halle in Eisenach

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