Handball Bundesliga: SC DHfK Leipzig chancenlos gegen THW Kiel

SC DHfK Leipzig - Handball Bundesliga Saison 2020-2021 - Copyright: SC DHfK Leipzig
SC DHfK Leipzig – Handball Bundesliga Saison 2020-2021 – Copyright: SC DHfK Leipzig

Handball Bundesliga Männer, 31. Spieltag: SC DHfK Leipzig vs. THW Kiel.

Der SC DHfK Leipzig war vor heimischen 1.000 Zuschauern bei der 26:33 (14:18) Niederlage gegen Rekordmeister THW Kiel chancenlos.

Dem hoch ambitionierten Gastgeber ging Mitte der ersten Halbzeit völlig der Spielfaden verloren und die Deckungsarbeit war zudem nicht konkurrenzfähig auf diesem Niveau gegen den THW Kiel, der nun alleiniger Spitzenreiter nach dem Heim-Remis der SG Flensburg-Handewitt gegen die Rhein-Neckar Löwen ist. Der SC DHfK Leipzig rutschte auf Platz 11 der Tabelle ab.

Man of the Match: Niclas Ekberg (THW Kiel)

Handball Bundesliga - SC DHfK Leipzig vs. THW Kiel - Foto: Karsten Mann
Handball Bundesliga – SC DHfK Leipzig vs. THW Kiel – Foto: Karsten Mann

27.05.2021 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball Bundesliga MännerDer SC DHfK Leipzig agierte 5 Minuten auf hohem Team-Niveau (Birlehm) und ging verdient mit 3:0 gegen den THW Kiel in Front. Danach „zerstörte“ der Gastgeber seine eigene Spielführung durch technische Fehler im Angriff und teils überharte Fouls in der löchrigen Abwehr. Viele Strafminuten und eine korrekte glatte rote Karte für Kapitän Milosevic schon in der 9. Minute sorgten für keinen Spielfluss und eine fehlende Kompaktheit im Deckungssystem gegen einen THW Kiel, der bei weitem auch nicht in Bestform agierte.

Aber der Rekordmeister beruhigte sein Spiel, steigerte sich leicht, ging zur offensiven 3:2:1-Abwehr über und schaffte auch durch Treffer in Überzahl frühzeitig die Matchwende. Herausragend die Kieler Torhüter – Landin mit gehaltenen freien Bällen und Quenstedt mit pariertem Siebenmeter. Der THW Kiel stabilisierte sein Teamplay und ging mit einer völlig verdienten Vier-Tore-Führung in die Pause. Wurfeffizienz 59:71 Prozent. Torhüter 6:7 Paraden. Gegenstoß-Tore 2:3. Strafminuten 10:2 incl. Rot. Technische Fehler 9:4. Beste Torschützen: Krzikalla 5, Gebala 3, Weber 2 – Ekberg 6, Zarabec 3, Weinhold 2, Pekeler 2.

THW Kiel - Handball Bundesliga und Champions League Saison 2020-2021 - Reihe von links nach rechts: Dr. Frank Preis, Dr. Detlev Brandecker, Miha Zarabec, Niclas Ekberg, Domagoj Duvnjak, Sven Ehrig, Rune Dahmke, Filip Jicha, Christian Sprenger. Reihe von links nach rechts: Stephan Lienau, Steffen Weinhold, Sander Sagosen, Niklas Landin Jacobsen, Dario Quenstedt, Harald Reinkind, Nikola Bilyk, Viktor Szilagyi. Reihe von links nach rechts: Maik Bolte, Michael Menzel, Jan Bock, Magnus Landin Jacobsen, Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler, Pavel Horak, Hinrich Brockmann, Mattias Andersson - Copyright: THW Kiel / Liqui Moly HBL
THW Kiel – Handball Bundesliga und Champions League Saison 2020-2021 – Reihe von links nach rechts: Dr. Frank Preis, Dr. Detlev Brandecker, Miha Zarabec, Niclas Ekberg, Domagoj Duvnjak, Sven Ehrig, Rune Dahmke, Filip Jicha, Christian Sprenger. Reihe von links nach rechts: Stephan Lienau, Steffen Weinhold, Sander Sagosen, Niklas Landin Jacobsen, Dario Quenstedt, Harald Reinkind, Nikola Bilyk, Viktor Szilagyi. Reihe von links nach rechts: Maik Bolte, Michael Menzel, Jan Bock, Magnus Landin Jacobsen, Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler, Pavel Horak, Hinrich Brockmann, Mattias Andersson – Copyright: THW Kiel / Liqui Moly HBL

Die zweite Halbzeit „zementierte“ die Machtverhältnisse vor der Pause. Leipzig bemüht um Fehlerreduzierung, dafür agierte man aber weiterhin im Abwehrverbund nicht erstklassig. Der THW Kiel besaß immer mehrere Anspielstationen – entweder am Kreis oder aus dem Rückraum. Hinten hielt Torhüter Landin seinen Level aus der ersten Hälfte. Dem Gastgeber fehlte die nötige Angriffs-Struktur und das nötige Durchsetzungsvermögen an diesem Abend.

Der THW Kiel machte „sein Ding“ auf der Platte, zog über Zarabec die Spielfäden und besaß in Pekeler, Ekberg und Landin die besten Akteure des Spiels. Der Rekordmeister, mit sehr guter Chancenverwertung, scheint gut gerüstet für das DHB Pokal Final Four in der kommenden Woche.

Stimmen:

Andre Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): „Die Zuschauer heute waren überragend und haben Lärm für 2000 gemacht. Wir haben gegen einen sehr starken Gegner gespielt, welcher in meinen Augen eine der besten Mannschaften der Welt ist. Wir hatten einen tollen Start und haben dann versäumt dran zu bleiben. Wir waren früh mit vielen Zeitstrafen belastet und haben viel in Unterzahl gespielt. Das hat uns auf jeden Fall nicht geholfen. Durch die hohe Belastung der Kieler wollten wir mit viel Tempo kommen. Das ist in der ersten Halbzeit auch gut gelungen, aber wir konnten das nicht halten. Wir haben auch nicht so gut und aufmerksam verteidigt, wie wir das vielleicht aus der Vergangenheit gewohnt sind. Da haben wir zu viel liegen lassen und es dem THW zu einfach gemacht, Tore zu erzielen. Das hat mir nicht gut gefallen und müssen wir definitiv verbessern. Zudem haben wir heute mit ein paar einfachen Fehlern Kiel zu leicht ins Tempospiel eingeladen, aber das kann passieren gegen diesen Weltklassegegner. Nun schauen wir nach vorn, denn am Sonntag geht es bereits Auswärts in Göppingen weiter.“

Filip Jicha (Trainer THW Kiel): „Zuallererst muss ich Leipzig gratulieren, dass sie wieder vor Zuschauer spielen dürfen. Ich persönlich habe sogar Gänsehaut bekommen, als ich die Jungs von Leipzig einlaufen sah. Wegen den Zuschauern und den Emotionen mache ich persönlich überhaupt diesen Sport und dass das heute mit 1000 Zuschauern funktioniert hat, freut mich wirklich sehr. Ich muss ein Riesenkompliment an meine Mannschaft machen, die heute sehr fokussiert gespielt hat. Ich glaube, der Schub durch die Zuschauer und die Emotionalität hat uns heute auch geholfen. Die ersten 8 Minuten haben wir gebraucht, um ins Spiel rein zu kommen, da Leipzig sehr motiviert in der Anfangsphase gespielt hat. Danach haben wir unseren Fokus gefunden und eine starke Leistung gezeigt, die ich als eine der besten aus den vergangenen Partien bezeichnen muss. Hier zu gewinnen, ist alles andere als selbstverständlich.“

Statistik: Handball Bundesliga Männer, 31. Spieltag:

SC DHfK Leipzig vs. THW Kiel 26:33 (14:18)

Man of the Match: Niclas Ekberg (THW Kiel)

Spielfilm: 1:0 (3. – Krzikalla 7m), 2:0 (3. – Gebala), 3:0 (5. – Gebala 2.W), TF auf beiden Seiten (6.), 3:1 (6:23 – Duvnjak), 3:2 (9. – Ekberg ÜbZ), Milosevic Rot (Foul an Reinkind (8:56), 3:3 (10. – Ekberg ÜbZ), 3:4 (10. – Weinhold ÜbZ leeres Tor), 4:4 (11. – Weber UnZ), 4:5 (12. – Pekeler), 5:5 (12. – Gebala), 5:6 (12. – Ekberg 7m ÜbZ), Leipzig 0:44 zu Viert (14.), 5:7 (14. – Ekberg 7m 2ÜbZ), 5:8 (15. – Ekberg TGS ÜbZ), Auszeit Leipzig (15.), 6:9 (16. – Landin ÜbZ), 7:9 (17. – Weber), 8:9 (17. – Binder TGS), 8:10 (18. – Pekeler), 8:11 (19. – Sagosen 2.W), 9:11 (21 .- Krzikalla TGS), Gelb Haber (21.), 9:12 (21.), 10:12 (22. – Meyer-Siebert Kempa), 10:13 (23. – Ekberg 7m), 11:13 (23.), 11:14 (24. – Zarabec), 12:14 (25. – Krzikalla 7m), 12:15 (25. – Zarabec), 13:15 (26. – Krzikalla 7m ÜbZ), 13:16 (27. – Weinhold UnZ), 14:16 (27. – Krzikalla ÜbZ), Quenstedt parierte 7m von Krzikalla (29.), 14:17 (29. – Sagosen ÜbZ), 14:18 (30. – Duvnjak ÜbZ leeres Tor), 14:18 (HZ) – 14:19 (31. – Weinhold), 14:20 (34. – Ekberg 7m), 15:20 (35. – Krzikalla 7m), 15:21 (36. – Pekeler), 16:21 (37. – Gebala), 17:21 (37. – Binder), 17:22 (38. – Pekeler), 17:23 (39. – Pekeler), 18:23 (41. – Binder TGS leeres Tor), 19:23 (43. – Larsen), 19:24 (43. – Ekberg), 19:25 (45. – Weinhold 5/5), Auszeit Leipzig (45.), 20:25 (46. – Weber Kempa ÜbZ), 20:26 (47. – Ekberg 7m), 20:27 (49. – Dahmke TGS), 20:28 (49. – Dahmke TGS), 21:28 (50. – Gebala), 21:29 (51. – Dahmke), 22:29 (53. – Mamic), 22:30 (53. – Zarabec), Auszeit Leipzig (54.), 23:30 (54. – Krzikalla 7m ÜbZ), Auszeit Kiel (55.), 24:30 (56. – Meyer-Siebert), 24:31 (57. – Sagosen), 24:32 (58.), 25:32 (59. – Gebala), 25:33 (59.), 26:33 (60. – Gebala), 26:33 (EST)

Beste Torschützen: Krzikalla 7/9, Gebala 5/6, Binder 3/4, Weber 3/6 – Ekberg 9/9, Pekeler 5/5, Weinhold 4/4, Zarabec 4/5, Dahmke 3/3

Wurfeffizienz: 60:74 Prozent

Torhüter: 11:12 Paraden (25:32 Prozent)

Gegenstoß-Tore: 3:4

Technische Fehler: 15:5

Strafminuten: 12:8

Rot: Milosevic (9. – Foulspiel)

Zuschauer: 1.000

Schiedsrichter: Adrian Kinzel und Sebastian Grobe

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