HC Leipzig bei 32:30-Sieg über Aufsteiger Bietigheim mit „schwächster Leistung des ganzen Jahres“

11.01.2014 – SPORT4Final:

HC Leipzig vs. SG BBM Bietigheim 32:30 (16:15) vor 2.140 Zuschauern in der Arena Leipzig

Zahlen-Spiel:

3:4 (8. – Auszeit Leipzig), 10:10 (17.), 14:11 (23.), 16:15 (HZ.) – 21:21 (45. – Auszeit Leipzig), 24:21 (47.), 29:28 (55. – Auszeit Leipzig), 32:30 (Endstand)

In der Handball-Bundesliga der Frauen gewann der HC Leipzig vor heimischer Kulisse gegen Aufsteiger SG Bietigheim äußerst knapp mit 32:30 Toren. Für Trainer Thomas Ørneborg war es die „schwächste Leistung des ganzen Jahres“. Gemeint war die laufende Saison, in der der deutsche Rekordmeister weiter zwei Punkte hinter Titelverteidiger Thüringer HC nach diesem Spieltag rangiert. Am 19. Februar kommt es zum nächsten „Gipfeltreffen“ der Meisterschaftsfavoriten in Bad Langensalza. Bis dahin liegt noch sehr viel Arbeit vor den Leipziger Spielerinnen und Verantwortlichen, um das eigene Leistungsniveau in Quantensprüngen den eigenen Ansprüchen und möglichen, realistischen Titelhoffnungen anzupassen.

WM-Torschützenkönigin Susann Müller (HC Leipzig) in herausragender Form - Foto: Sebastian Brauner
WM-Torschützenkönigin Susann Müller (HC Leipzig) in herausragender Form – Foto: Sebastian Brauner

Mit Susann Müller (12 Tore, davon allein 9 Treffer in Hälfte zwei) und Karolina Kudlacz (7 Tore) besaßen die Hausherren die Sieggaranten. Auch 10 Tore von Annamaria Ilyes und 6 Tore der gut aufspielenden Ex-Leipzigerin Ania Rösler konnten für Bietigheim die Sensation eines Punktgewinnes oder sogar Sieges nicht realisieren. Dabei hatten die Gäste mit der Nummer drei der deutschen Nationalmannschaft, Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich, einen starken Rückhalt. Weitere Vorteile besaßen die Bietigheimerinnen beim „Spiel in der kleinen Gruppe“. Allein die auf beiden Seiten registrierten vielen technischen Fehler sowie Mängel in der Chancenverwertung sollten Bietigheimer Hoffnungen auch zu Nichte machen. Aber der Kampfgeist war groß und hielt bis in die Schlussminuten bei 30:29 (57.) die Begegnung für die Gäste offen.

Wenn beim HC Leipzig nur Susann Müller in WM-Form und Karolina Kudlacz in Normal-Form spielen, kann es keinen teamorientierten, erfolgreichen und modernen Handball geben. Ein wirklich spielendes und Handball zelebrierendes Team ist derzeit auf der Platte nicht zu erkennen. Dies sollte den HCL-Verantwortlichen doch genügend Anlass zum Nachdenken geben.  

Die Spielanalyse der beteiligten Spielerinnen und Trainer – am SPORT4Final-Mikro waren:

Wieland Schmidt: „Wir sind zufrieden mit dem Sieg. Wir haben schon bessere Spiele gemacht. Eine tolle Susann Müller.“

Anne Hubinger: „Wir haben viel zu viele Fehler gemacht, zu viele freie Bälle verworfen und eindeutige Chancen nicht rein gemacht. Und dann denke ich, gegen Bietigheim zu Hause ist 32:30 nicht in Ordnung.“

Susann Müller: „Wir haben nicht unser Leistungsniveau erreicht, weder in der Abwehr noch im Angriff. Machen die Dinger nicht rein, in der Abwehr lassen wir uns ausnehmen – dann kann man so ein Spiel nicht hoch gewinnen. Dann muss man sehen, das man überhaupt gewinnt.“

Thomas Ørneborg: „Die schwächste Leistung des ganzen Jahres, denke ich. Bietigheim macht ein gutes Spiel, aber wir müssen es viel, viel, viel besser machen. Es war auch heute eine mentale Frage. Die Zuschauer waren ganz überragend, Susann Müller in der zweiten Halbzeit war ganz überragend und der Rest nicht. Susi musste auf Rückraum rechts in der zweiten Hälfte spielen, weil Anne Hubinger heute nicht auf ihrem normalen Niveau war. Vom Leistungsniveau waren es heute zwei, drei Schritte zurück. Wir fokussieren ein bisschen auf Göppingen und Buxtehude, aber noch nicht auf den 19. Februar beim Thüringer HC.“

Ania Rösler (Bietigheim, früher Leipzig): „Wir sind zu fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen und haben die eine oder andere liegen lassen. Zum Schluss macht es eben die Erfahrung von Leipzig. Susann ist für mich eine überragende Linkshänderin. Wir haben gekämpft und am Ende hätten wir heute hier einen Punkt verdient.“

Dago Leukefeld (Trainer Bietigheim): „In der entscheidenden Phase hat Karo dann im „eins-gegen-eins“ unsere rechte Abwehrseite ein bisschen auseinander genommen, als wir Susann wieder in Manndeckung hatten. Aber das muss man eben riskieren und man braucht auch ein Quäntchen Glück, was wir nicht gehabt haben. Wir haben auch ein, zwei einfache Fehler in der Abwehr beim Übergeben und Übernehmen gemacht. Für uns war es gegenüber Bensheim ein Schritt nach vorn. Im Endeffekt waren es eben Susann und Karo, die das Spiel auf Leipziger Seite entschieden haben.“

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