DHB-Pokal Final Four 2014: Füchse Berlin im Finale

12.04.2014 – PM:

DHB-Pokal Final Four 2014:

Die Füchse Berlin haben das Endspiel um den DHB-Pokal erreicht. Bei der ersten Final-Four-Teilnahme gewannen die Hauptstadthandballer ihr Halbfinale gegen MT Melsungen mit 30:28 (15:13). Gegner am Sonntag ist die SG Flensburg-Handewitt, die zuvor mit 30:26 (16:12) gegen die Rhein-Neckar Löwen gewonnen hatte. Vor rund 13.000 Zuschauern warf Konstantin Igropulo sieben Tore für Berlin. Die Entscheidung in einer umkämpften Partie fiel erst Sekunden vor dem Ende. Paul Drux erzielte den entscheidenden Treffer zum 30:28.

Handball-Bundesliga Männer: Final Four 2014 Hamburg - Foto: DKB-Handball-Bundesliga
Handball-Bundesliga Männer: Final Four 2014 Hamburg
Foto: DKB-Handball-Bundesliga

In einer umkämpften Anfangsphase profitierten sowohl die MT Melsungen als auch die Füchse Berlin von einer effektiven Torausbeute. Während die Hauptstadthandballer durch einen Unterarmwurf von Bartlomiej Jaszka in Führung gingen, erwies sich Michael Müller auf Seiten der Melsunger als treffsicherer Torschütze. Die Mannschaften tasteten sich ab und es entwickelte sich die erwartet spannende Partie. Die Melsunger hatten jedoch im Angriff den etwas besseren Start erwischt und konnten in Führung gehen. Nach 21 Minuten griff Dagur Sigurdsson zur grünen Karte und ordnete sein Team neu. Neben dem wieder genesenen Pavel Horak bekam auch Paul Drux wichtige Spielanteile und konnte Akzente setzen. 

Von Beginn an konnten sich die Füchse auf einen stark haltenden Silvio Heinevetter verlassen, der die Melsunger Werfer ein ums andere Mal verzweifeln ließ. Die vergebenen Angriffsversuche der Berliner blieben somit nahezu ohne Auswirkung, auch wenn Melsungen weiter führte. Und, nachdem der ehemalige Berliner Johannes Sellin eine Zeitstrafe kassierte, hatte Berlins Kapitän Iker Romero die Zeit und Übersicht für seinen Kreisläufer Jesper Nielsen. Zweimal in Folge zogen sie das Foul am Kreis und bekamen die Strafwürfe zugesprochen. Diese konnte Konstantin Igropulo souverän verwandeln und das Ruder wieder zu Gunsten der Füchse herumreißen. 

In den letzten fünf Minuten des ersten Abschnitts boten sich beide Mannschaften die erwartet spannende Partie auf Augenhöhe. Teilweise ging es Schlag auf Schlag, die Intensität der Begegnung hatte einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Besonders die Außenspieler zogen das Tempo immer wieder an und sorgten durch schnellen Antritt für weitere Treffer. Derweil hatte Berlin das Quäntchen mehr Glück und ging in Führung. Fabian Wiede hatte mit zwei Toren seinen Auftritt und erhöhte den Vorsprung der Berliner auf 13:11, welcher bis zur Halbzeitpause gehalten werden konnte – mit einem 15:13 ging es in die Kabinen. 

Den Torreigen im zweiten Durchgang eröffnete Felix Danner für die MT, im direkten Gegenzug stellte Jaszka allerdings den alten Vorsprung wieder her. Melsungen blieb weiterhin in direkter Schlagdistanz, ließ allerdings beste Möglichkeiten wie einen Siebenmeter ungenutzt. Darauf folgten zwei Fehlpässe, welche von Berlins Igropulo abgefangen wurden und in erfolgreiche Tempogegenstöße mündeten. Nachdem Paul Drux mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 19:15 erhöhte, sah sich Melsungens Trainer Michael Roth zur frühen Auszeit gezwungen. 

Melsungen versuchte zu variieren und wechselte den in der zweiten Hälfte glücklosen Mikael Appelgren für Per Sandström aus. Der neue Torhüter parierte prompt drei Würfe der Füchse und brachte sein Team wieder in eine aussichtsreiche Position. Denn seine Vordermänner Müller, Sellin und Allendorf nutzten die Lücken im Defensivblock der Berliner und ließen die lautstarken Melsunger Fans aufjubeln, plötzlich waren es wieder zwei Tore bei noch fünfzehn Minuten Spielzeit. 

Nach den Unachtsamkeiten in der Rückzugsbewegung stabilisierte sich nun wieder das Berliner Abwehrbollwerk um Denis Spoljaric und profitierte außerdem vom guten Stellungsspiel von Silvio Heinevetter. In der Folge schwanden bei Melsungen die Ideen in der Offensive, zu oft waren unkreative Abschlüsse die Folge und endeten entweder im Block oder in den Händen von Heinevetter. Spätestens nachdem Fabian Wiede den Vorsprung der Füchse mit einem Hammer in den Winkel wieder auf vier Treffer hochschraubte, lief der MT die Zeit davon. 

Mit einer umgestellten 5:1-Defensive versuchten die Melsunger noch einmal, das Spiel an sich reißen zu können. Doch die Füchse hatten die Routine und konnten ihre Angriffe kontrolliert herunterspielen. Selbst der starke Melsunger Kreisläufer Felix Danner hatte mit sieben Toren den Spielstand nicht mehr entscheidend drücken können. Sogar zwei Zeitstrafen in der Schlussphase konnten die Berliner kompensieren und schienen auf sicherem Weg ins Finale. 

Allerdings machten es die  Berliner in der letzten Minute noch einmal selbst spannend: Melsungen kam auf zwei Tore heran und die Füchse warfen den Ball mit dem Wiederanpfiff direkt in die Arme des Gegners. So war es Ex-Fuchs Johannes Sellin mit einem beherzten Wurf von Rechtsaußen zum 28:29, der die Spannung in dieser hitzigen Partie endgültig auf den Höhepunkt beförderte. Berlin wurde so früh wie möglich angegriffen, doch konnte nur mit einem Foul blockiert werden. Igropulo hatte mit dem resultierenden Siebenmeter die Chance auf den Siegtreffer, scheiterte allerdings am linken Bein von Mikael Appelgren. Der Abpraller rollte durch die Spielfeldmitte, Paul Drux kam als erster an das Leder heran und konnte nach kurzer Pass-Stafette selbst zum endgültigen Sieg einnetzen.

Torschützen:

Igropulo (7/4), Jaszka (5), Romero (4), Wiede (4), Drux (3), Petersen (3), Zachrisson (2), Horak (1), Löffler (1)

Stimmen:

Dagur Sigurdsson: „Wir haben meiner Meinung nach verdient gewonnen, es war ein schweres Spiel. Wir haben ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu kommen, aber wir sind dann in den Rhythmus gekommen und unsere Abwehr und unsere Torhüterleistung waren da. Jetzt stehen wir vor dem Finale und wollen morgen gewinnen, das glauben vielleicht nicht viele, aber wir sind überzeugt, dass wir das können. Wir haben in der Mannschaft die Erfahrung von mehr als 70 Titeln und haben junge, frische Leute und freuen uns jetzt auf das Finale.“

Bob Hanning: „Es war ein elementar wichtiges Spiel für uns aus vielerlei Gründen. Es ging um viel mehr als um den Finaleinzug. Wir wussten, wenn wir dieses einzige Spiel in einer tollen Saison verlieren, dann haben wir noch eine Chance mit dem Gewinn im Europapokal wieder europäisch zu spielen. Es war für uns daher ganz wichtig ins Finale einzuziehen. Beide Mannschaften haben leidenschaftlich gekämpft. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass unsere jungen Spieler mit Paul Drux und Fabian Wiede so eine tolle Leistung gebracht haben, daran sieht man, dass man es nicht immer als unsportlich bezeichnen kann, wenn man sie hier auf die Platte nimmt.“  

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