Handball EHF Cup: Füchse Berlin siegten bei Tatabanya KC

Handball: Füchse Berlin Mannschaftsfoto 2016/2017 - Foto: Füchse Berlin
Handball: Füchse Berlin Mannschaftsfoto 2016/2017 – Foto: Füchse Berlin

Handball EHF-Cup: Füchse Berlin erspielen sich Vorsprung für Europapokal-Rückspiel im Viertelfinale

Die Füchse Berlin haben ihr Viertelfinale-Hinspiel im Handball Europapokal souverän gewonnen. Gegen Tatabanya KC aus Ungarn gewannen sie 30:25 (17:11). Die Nachwuchsspieler Kevin Struck und Ignacio Plaza erhielten vor allem in Halbzeit zwei viele Spielanteile. Über die meiste Zeit führte Berlin mit sechs Toren, nur ab und zu kamen die Gastgeber auf vier heran. Bester Werfer für Berlin war Hans Lindberg mit neun Treffern, gefolgt von Petar Nenadic mit sechs. Das Handball Rückspiel in Berlin findet bereits in einer Woche am 29. April um 15:00 Uhr in der Max-Schmeling-Halle statt.

23.04.2017 – PM Füchse / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Vor nur halb gefüllten Rängen gehörten die ersten Minuten den Torhütern. Nach acht Minuten stand es noch immer 2:2, was den bis dahin den jeweils vier Paraden von Silvio Heinevetter und Mihaly Toth zu verdanken war. Später sollte diese Leistung auf eine circa 35-prozentige Fang-Quote auf beiden Seiten sinken. Die Gastgeber gingen in der Abwehr dermaßen hart zur Sache, dass Steffen Fäth und Fabian Wiede bereits früh behandelt werden mussten und dementsprechend für jeweils drei Angriffe fehlten. Dennoch gelang es den Berlinern, sich durch einen verwandelten Siebenmeter von Hans Lindberg in der 10. Minute mit 4:3 in Führung zu werfen. Beim Stand von 6:6 entschieden die Unparteiischen, dem aggressiven Spiel der Ungarn einen Riegel vorzusetzen und verschafften den Füchsen ihre zweite Überzahl.

Im Anschluss blieb es kurzzeitig spannend, die Führung konnte sich das Team von Velimir Petkovic zwar sichern, Tatabanya gelang jedoch immer wieder der Anschlusstreffer. Häufig durch seltsame Tore, die auf undefinierbare Weise zustande kamen: Beispielsweise missglückte ein Kempa-Trick der Hausherren, der Abpraller landete jedoch beim Rückraumspieler, der ihn aus zwölf Metern reinhämmerte.

Erst, als Tatabanya-Coach Vladan Matic den siebten Feldspieler brachte, konnte sich der amtierende Vereinsweltmeister etwas absetzen, indem er zwei Mal ins leere Tor traf. Der Kontergegenstoß von Bjarki Elisson besorgte in Minute 15 dann das 10:6, woraufhin Matic die Auszeit nahm. Das 12:7, bei dem Petar Nenadic den gesamten gegnerischen Mittelblock für Steffen Fäth wegsperrte und das 13:7, bei dem Abwehrchef Jakov Gojun einen erfolgreichen Konter lief, fielen innerhalb von 20 Sekunden. Diesen Sechs-Tore-Vorsprung verteidigte Berlin sogar in Unterzahl, sodass sie mit 17:11 in die Halbzeit gingen.

Den ersten Treffer der zweiten dreißig Minuten setzte Tatabanya drei Minuten nach Wiederanpfiff. Kent Tönnesen netzte jedoch direkt im Anschluss aus dem Rückraum ein. In der 39. Minute kamen die Hausherren wieder auf vier Tore heran, nachdem Paul Drux einen Versuch übers Tor setzte. Der direkte Konter sowie ein erfolgreicher Angriff der Ungarn im Nachgang rüttelten die Füchse wieder wach, sodass Petar Nenadic auf fünf erhöhte (21:16, 40.)

Nach einem Fehlwurf von Ignacio Plaza erreichte der Abpraller Hans Lindberg auf Rechtsaußen, der aus spitzem Winkel per angedrehtem Heber verwandelte. Dies sorgte für den erneuten Sechser-Vorsprung (23:17, 43.). Nachdem neun Minuten vor Spielende Strucks Ausfallschritt Richtung Ball als Absicht gewertet und er daraufhin vom Platz gestellt wurde, gelang den Ungarn der Treffer zum 25:22 aus Berliner Sicht. Trainer Petkovic wechselte deshalb Petr Stochl gegen den zeitweilig glücklos agierenden Heinevetter ein.

Nach zwei Griffen ins Gesicht (es erwischte Jakov Gojun und Petar Nenadic), hatten die Gäste aus der Hauptstadt plötzlich eine doppelte Überzahl (54. Minute). Diese konnten sie jedoch nicht nutzen. Als Petkovic zwei Minuten vor Schluss die Auszeit nahm, sagte er zu seinen Spielern: „Jetzt reinmachen, dann verteidigen, fünf Tore Vorsprung sind okay, Jungs!“ Allerdings landete der anschließende Angriff am Pfosten, genauso, wie Tatabánya den Wurf von Rechtsaußen ans Lattenkreuz nagelte.

Letztendlich bewahrheitete sich Petkovics Ansage trotzdem: Die Füchse Berlin siegten mit 30:25 und nehmen ein Fünf-Tore-Polster mit nach Hause.

Kreisläufer Kresimir Kozina sagte nach der Partie: „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, Ziel war nur, zu gewinnen. Mit fünf Toren ist es sogar perfekt, denn dann nimmt man die Sache ernst genug, um nicht die ersten Minuten des Rückspiels zu verschlafen. Man hat aber auch gleichzeitig ein gutes Polster für den Fall, dass man einen schlechten Tag erwischt.“

Jakov Gojun sagte: „Wir gewinnen mit plus fünf, das ist wichtig für uns. Die erste Halbzeit war richtig gut, die zweite weniger. Aber das macht nichts, Sieg ist Sieg und jetzt freuen wir uns auf das Rückspiel in Berlin.“

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