EHF-Cup Final Four 2014: Ausgeglichenes Turnier der Extraklasse

15.05.2014 – EHF / SPORT4Final:

EHF-Cup Final4 2014: Drei Favoriten und ein “Geheimfavorit”

Halbfinale:

Füchse Berlin (GER) vs. Pick Szeged (HUN)

HCM Constanta (RUM) vs. Montpellier Agglomeration HB (FRA) 

Aus der Berliner Max-Schmeling-Halle berichtet SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp.

EHF-Cup Final Four: Auslosung im Berlin TV Tower - Foto: EHF Media
EHF-Cup Final Four: Auslosung im Berlin TV Tower – Foto: EHF Media

EHF-Cup Final4 2014:

Quasi im Sandwich zweier Final Four Turniere der Champions League (Budapest und Köln) findet im Männerhandball das gutklassig besetzte Final Four im EHF-Cup in Berlin statt. Im Klartext: Es ist kein zweitklassiges Event sondern ein ausgeglichenes Turnier der Handball-Extraklasse! Mit drei Favoriten und einem „Geheimfavoriten“. Vielen Stars der europäischen Handballszene in einem „Handball-Tempel“, der emotional die Fanherzen höher schlagen lässt. Beispiele gefällig: 

Der Champions-League-Sieger von 2003, Montpellier Agglomeration HB, gewann alle bisherigen zehn Saisonspiele incl. des Viertelfinals in diesem Wettbewerb. Aktuell in der französischen Meisterschaft auf dem zweiten Platz liegend, ist der 14-fache Landesmeister mit vielen Stars gespickt. Übungsleiter Patrice Canayer begann 1994 seine Karriere und trainierte Spieler wie Nikola Karabatic, Thierry Omeyer, Jérôme Fernandez und Didier Dinart. In dieser Saison gewann er bereits den französischen Ligapokal und Canayer will mehr – den Sieg im EHF-Pokal in Berlin. Über seine Führungsspieler Thierry Omeyer (Doppel-Olympiasieger, 2003 erstmalig Champions-League-Sieger), William Accambray, Dragan Gajic (Slowenien), Michael Guigou oder Vid Kavticnik (Slowenien) noch viele Worte zu verlieren, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Für SPORT4Final ist Montpellier der Cup-Favorit schlechthin. 

Es ist sicherlich auch nicht vermessen, den Gastgeber Füchse Berlin zum engsten Favoritenkreis zu zählen. Mit dem „Rückenwind“ des erst kürzlich errungenen ersten Titels in der Vereinsgeschichte, dem deutschen Pokal gegen den Final Four-Halbfinalisten von Köln, die SG Flensburg-Handewitt, könnte zusätzlich die „Festung“ Max-Schmeling-Halle zum ausschlaggebenden Sieg-Momentum werden. Der seit 2009 das „Trainerruder“ innehabende Isländer Dagur Sigurdsson (215 Länderspiele) formt seit Jahren zusammen mit Bob Hanning ein Berliner Team, das mit international erfahrenen Führungsspielern und jungen deutschen Hoffnungsträgern in beeindruckender Art und Weise in Deutschland auftritt. Dies trifft auf den spanischen Weltmeister von 2005 und Champions-League-Gewinner mit dem FC Barcelona (2005, 2011) Iker Romero sowie Konstantin Igropulo, Pavel Horak und Bartlomiej Jaszka genauso zu wie auf den deutschen Jung-Nationalspieler Fabian Wiede. Natürlich nicht zu vergessen Nationalspieler Sven-Sören Christophersen und den extrovertierten Nationaltorhüter Silvio Heinevetter, der in den letzten Jahren zur Extraklasse avancierte. Sollte Berlin das Finale gegen Montpellier erreichen, könnte das „Keeper-Duell“ zwischen Omeyer und Heinevetter mitentscheidend für den Spielausgang werden. 

EHF-Cup Final Four: Auslosung im Berlin TV Tower - Foto: EHF Media
EHF-Cup Final Four: Auslosung im Berlin TV Tower – Foto: EHF Media

Aber Vorsicht: Man soll ja das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist. Heißt im Klartext, dass die Füchse Berlin in einem sicher äußerst spannenden und „favoritenlosen“ Semifinale auf Pick Szeged treffen. Der ungarische Spitzenclub, Nummer zwei hinter MKB-MVM Veszprém, und mehrfache Teilnehmer in der Champions League hat nicht nur den spanischen Weltmeistertrainer von 2005, Juan Carlos Pastor, unter Vertrag sondern auch eine Vielzahl von Topspielern. Darunter befinden sich die Schweden Jonas Larholm und Jonas Källman sowie die ungarischen Nationalspieler Gábor Ancsin, Zsolt Balogh, Ferenc Ilyés und Torhüter Roland Mikler. Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Berlin und Szeged liegt noch nicht lange zurück. In der Gruppenphase der Champions League 2012/2013 gewannen die Berliner beide Matches mit 29:22 in Szeged und daheim mit 29:24 Toren. Aber jedes Spiel beginnt ja bekanntlich bei null und muss auch wieder neu gespielt werden. Und auch ein Gastgeber- oder Favoritenbonus kann mal die Arme schwer werden lassen. 

„Geheimfavorit“ HCM Constanta ist den Berliner Zuschauern bereits aus der diesjährigen Gruppenphase im EHF-Cup bekannt. Die Füchse siegten 28:26, nachdem sie auswärts in Rumänien ein 31:31-Remis erzielen konnten. Größter internationaler Erfolg des achtfachen Landesmeisters war der Einzug ins Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger 2005/2006. Der mazedonische Trainer Zvonko Šundovski bezeichnet sich selbst als Perfektionist und für ihn ist ein Schlüssel des Erfolgs, zwei bis drei Tassen Espresso jeden Morgen zu trinken. Seine glücklichsten Erinnerungen hatte er mit dem fünften Platz seiner Nationalmannschaft bei der EURO 2012. Danach kamen 100.000 Mazedonier auf die Straßen von Skopje, um den Erfolg zu feiern. Zu den Leistungsträgern und strategischen Eckpfeilern von HCM Constanta gehören Branislav Angelovski (Mazedonien), Dalibor Cutura (Serbien) sowie die rumänischen Nationalspieler Alexandru Csepreghi, Torhüter Mihai Popescu (2010 – 2012 Handballer des Jahres) und Alexandru Simicu (Handballer des Jahres 2013; 2 Meter groß). Simicu ist ein kompletter Spieler in Abwehr und Angriff mit einem sehr präzisen und technisch guten Torwurf.   

Wer wird Nachfolger des letztjährigen EHF-Cup-Champions Rhein-Neckar Löwen? Am Sonntag gegen 17:30 Uhr werden wir es wissen. Vielleicht auch erst nach einem Finale mit Verlängerung und Siebenmeterwerfen. Ein tolles Handball-Wochenende steht bevor. Egal welcher Favorit am Ende die neue Sieger-Trophäe in die Höhe strecken darf.  

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