Thüringer HC – Historischer Sieg mit sensationellem Kampfgeist

09.02.2014 – PM THC:

Champions-League-Hauptrunde: Fantastische Stimmung und grandiose Aufholjagd

Der Thüringer HC schaffte im ersten Heimspiel in der Champions-League-Hauptrunde einen nicht mehr für möglich gehaltenen 26:24 (10:14) Sieg gegen den FC Midtjylland. Damit erreichten die Thüringerinnen Historisches, niemals zuvor konnte eine deutsche Mannschaft in der Champions-League-Hauptrunde einen Sieg erringen. Beste Werferinnen für den Thüringer HC waren Svenja Huber und Alexandrina Barbosa mit je 6 Treffern. Für Midtjylland war Trine Jensen Oestergard ebenfalls sechsmal erfolgreich.

Handball: Champions-League-Hauptrunde - Thüringer HC mit Alexandrina Barbosa (86) gegen FC Midtjylland 26:24 am 08.02.2014 in Nordhausen - Foto: Mario Gentzel (pictureteam.com)
Handball: Champions-League-Hauptrunde – Thüringer HC mit Alexandrina Barbosa (86) gegen FC Midtjylland 26:24 am 08.02.2014 in Nordhausen – Foto: Mario Gentzel (pictureteam.com)

Der Thüringer HC startete optimal in die Partie und führte schnell mit 3:1 durch Treffer von Barbosa, Huber und einen klasse Rückraumtreffer von Katrin Engel. Im Anschluss wurden aber erneut mehrere Großchancen liegen gelassen und so konnten die Däninnen ausgleichen. In den nächsten Minuten war das Spiel ausgeglichen, Midtjylland legte vor und der Thüringer HC glich aus. Beim deutschen Meister bekamen Franziska Mietzner und Alexandrina Barbosa innerhalb weniger Sekunden eine Zeitstrafe, in dieser doppelten Überzahl konnte der dänische Meister auf 11:8 davon ziehen. Die letzten Minuten der zweiten Halbzeit spielten die Gegnerinnen ganz cool herunter und so gingen sie mit einer 14:10-Führung in die Pause.

Auf der Tribüne viele fragende Gesichter in der roten Wand. Ist dieser Rückstand noch aufzuholen? Erst einmal sah es gar nicht danach aus. Der Thüringer HC stand in der Abwehr unsicher und Sabine Englert hielt auf der Gegenseite einfach alles. Der Rückstand betrug in der 37. Minute bereits sechs Tore (12:18). In der Halle glaubte wohl keiner mehr an die ersten zwei Punkte in der Hauptrunde. Doch die Thüringerinnen fassten sich nun endlich ein Herz und ihr Kampfgeist kehrte zurück. Vier Tore in Folge durch zweimal Snelder, Mietzner und Nadgornaja veränderten die Körpersprache der Gastgeber komplett. Die Faust ging jetzt bei jeder guten Aktion nach oben, das was Trainer Herbert Müller vor dem Spiel noch als dänische Stärke beschrieben hatte. Die Wiedigsburghalle stand Kopf und die Atmosphäre war Gänsehaut-Feeling pur. Bei Rückraumspielerin Franziska Mietzner platzte heute endlich  der Knoten und sie konnte endlich zeigen, was sie kann. Auch unglaublich – 14 Minuten vor dem Ende traf Kreisspielerin Danick Snelder mit einem Hammer aus dem Rückraum zum 19:20.

Das musste doch eigentlich jetzt so eine Schlüsselaktion gewesen sein, die man zu seinen Gunsten entschieden hatte. Aber wer jetzt dachte, die Däninnen seien geschlagen, hatte falsch gedacht. Drei Tore in Folge brachten erneut eine komfortable Vier-Tore-Führung. Noch acht Minuten zeigte die Hallenuhr an – das wird eng werden. Die THC-Spielerinnen fassten sich nochmal ein Herz und erkämpften sich Tor um Tor. Die überragende Alexandrina Barbosa traf in der 56. Minute zum nie mehr für möglich gehaltenen Ausgleich (24:24). Maike März, die in der ganzen Partie schon grandiose Paraden gezeigt hatte, hielt auch jetzt wieder. Im Gegenangriff bescherte Außenspielerin Svenja Huber die 25:24 Führung. Der Neuzugang ist mit diesem Spiel nun wirklich endlich im Team angekommen. Sie erreichte heute auch eine 100 Prozent-Quote von der Strafwurflinie, das hatte es beim Thüringer HC auch schon lange nicht mehr gegeben. Jetzt waren noch zwei Minuten auf der Uhr. Midtjylland probierte viel, doch Maike März war einfach nicht mehr zu überwinden. Der THC nun wieder im Angriff – ein Treffer und das Spiel wäre entschieden. Die französischen Schiedsrichter entschieden auf Zeitspiel, Nadja Nadgornaja stand zum Freiwurf bereit. Barbosa kam die zündende Idee: sie nahm den Ball von Nadja und passte auf die außen startende Sonja Frey, diese netzte freistehend zum 26:24 ein. Was blieb, war grenzenloser Jubel in der gesamten Wiedigsburghalle über einen historischen Sieg.

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