Thüringer HC scheitert in Skopje an eigenen Schwächen

02.02.2014 – Anmerkung der SPORT4Final-Redaktion:

Im ersten Hauptrundenspiel der Champions League verlor der deutsche Meister Thüringer HC gegen den mazedonischen Titelträger Vardar Skopje mit 25:31 (13:16) Toren. Vor allem in der ersten aber auch phasenweise in der zweiten Halbzeit war der Thüringer HC trotz Personalnot dem Gruppenfavoriten ebenbürtig. Herausragend die Phase zwischen der 38. Minute bei 14:20-Rückstand bis zum 19:21 nach 45 Minuten. Eine Auszeit der Trainerin von Skopje, Indira Kastratovic, brachte den Gastgeber mit einem 3:0-Lauf innerhalb von zwei Minuten wieder in die Erfolgsspur.

Zu den Ursachen der Niederlage gehören die Steigerung der Torhüterin Inna Suslina in der zweiten Hälfte (13 gehaltene Bälle) und die für die „Königsklasse“ unterirdische Wurfeffizienz (46:60 Prozent) beim deutschen Meister. Die beste Spielerin des Matches, Iveta Luzumova (8 Tore), konnte allein das Übergewicht der Mazedonier im Rückraum nicht ausgleichen. Nadja Nadgornaja (4 Tore) nur in Normalform und die schwache Alexandrina Barbosa (2 Tore), vor allem ihre unvorbereiteten und teilweise zu eigensinnigen Würfe bei unterirdischer Effektivität, wären als große Reserven für die nächsten Spiele zu nennen. Probleme im Abwehrinnenblock wurden auch durch das verletzungsbedingte Fehlen von Anja Althaus sichtbar. Für die kommenden fünf Hauptrundenspiele scheint aber für den Thüringer HC weiterhin alles offen.   

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Thüringer HC

02.02.2014 – PM THC:

Im Auftaktspiel der Champions League Hauptrunde konnten die Damen des Thüringer HC keine Überraschung vollbringen. Mit nur drei Feldspielerinnen auf der Wechselbank unterlagen die von Co-Trainer Helfried Müller gecoachten Thüringerinnen dem favorisierten Star-Team von Vardar Skopje mit 25:31. Der Thüringer HC hielt die Partie 20 Minuten lang offen, dann aber war es wieder die schlechte Chancenverwertung, die einen eventuellen Punktgewinn verhinderte. Die meisten Treffer der Partie erzielten Jovanka Radicevic und Marina Dimitrovic (je 6) für Vardar und Iveta Luzumova (8) für die Gäste aus Thüringen.

Der Thüringer HC startete mit Anwurf in die Partie und wurde von der ersten Sekunde in der vollbesetzten Halle von Skopje ausgepfiffen. Die Stimmung war aufgeheizt und ließ auf ein gutes Spiel hoffen. Der erste Angriff der Thüringer lief ins Leere und Skopje ging mit 1:0 in Führung. Sonja Frey konnte im Gegenangriff von Rechtsaußen ausgleichen. Die Anfangsphase gestaltete sich ausgeglichen.­ Skopje legte vor und der Thüringer HC glich aus. Nach zehn Minuten ging der Deutsche Meister erstmals in Führung durch einen klasse Treffer von Danick Snelder vom Kreis (5:4). Wenige Minuten später erhöhte Luzumova auf 6:4. Die Fans, die zuhause vor dem Fernseher teilweise in kleinen Gruppen mitfieberten, bekamen Hoffnung, dass das Wunder von Skopje tatsächlich passieren könnte. Die Mazedonier fingen sich wieder und Crvenkoska konnte von der Strafwurflinie zum 7:7 ausgleichen. Es war nun deutlich zu merken, dass dem Team von Helfried Müller die Kräfte ausgingen. Während Skopje kräftig durchwechseln konnte, spielte der Thüringer HC mit seiner ersten Sieben durch. Insgesamt saßen auch nur drei Feldspieler (Svenja Huber, Martine Smeets und Franziska Mietzner) auf der Auswechselbank. Vardar konnte sich ab der 20. Minute langsam absetzen, aber die Thüringerinnen kämpften verbissen, um den Abstand gering zu halten. Außenspielerin Sonja Frey zeigte heute wieder einige tolle Würfe – sie markierte den elften und zwölften Treffer für ihr Team. In der 29. Minute zog Skopje durch einen Treffer von Dmitrovic erstmals auf drei Tore davon. Davor konnte Maike März im THC-Tor das ein oder andere Mal durch schöne Paraden eine höhere Führung verhindern. In die Pause ging es mit 16:13 für Vardar. Die mitfiebernden THC-Fans waren mit ihrer Mannschaft völlig zufrieden und die minimalen Hoffnungen auf das Wunder von Skopje lebten weiter.

Nach der Halbzeit scheiterten die THC-Spielerinnen einmal mehr an ihrer Chancenverwertung. Im Rückraum wirbelte Iveta Luzumova fast allein, Nadja Nadgornaja und Alexandrina Barbosa blieben heute relativ blass. In der 38. Minute begrub Skopje jegliche Hoffnungen des Deutschen Meisters auf einen Sensationssieg, sie waren auf 20:14 davon gezogen. Der THC ließ reihenweise Großchancen liegen und verlor die eigene Überzahl mit 2:0. Doch wer nun dachte, die Thüringerinnen würden sich aufgeben, hatte weit gefehlt. Luzumova tankte sich allein ganz stark durch die Abwehr des Gegners und traf zum 16:20. Dieses Tor hatte Signalwirkung und es ging ein Ruck durch das ganze Team. Helfried Müller wechselte für die glücklose Katrin Engel Neuzugang Svenja Huber ein. Diese konnte in Unterzahl sogar nochmal auf 19:21 (45. Minute) verkürzen. Vorm Livestream wurde gejubelt und das große Zittern begann erneut, geht heute doch noch etwas in Skopje? Doch dieser Gedanke wurde schnell durch Skopje zerstört. Die Mazedonierinnen spielten konzentrierter und bauten die Führung erneut auf 24:19 aus. Die Abwehr des Thüringer HC stand heute nicht so sicher wie sonst. Der Mittelblock konnte teilweise viel zu einfach überwunden werden und es gelangen mehrfach Pässe an die Kreisspielerin Djokic, die man hätte verhindern müssen. Am Ende verkauften sich die wenigen THC-Spielerinnen teuer gegen das Starensemble aus Skopje und können erhobenen Hauptes mit einer 25:31-Niederlage zurück nach Deutschland reisen.

Das Spiel heute lässt hoffen, dass man im Rückspiel die Übermannschaft von Vardar vor heimischem Publikum schlagen kann. Erst mal stehen aber die zwei wichtigen Heimspiele gegen den dänischen Vertreter FC Midtjylland (8. Februar) und IK Sävehof aus Schweden (15. Februar) an. Das letzte Spiel der Champions League Hauptrunde findet am 16. März in Dänemark statt. Bis heute sind schon über 60 THC-Fans für die Auswärtsfahrt dahin angemeldet. In dieser Partie könnte es noch, um den Einzug ins Final Four gehen. Dies wäre dann wirklich eine große Handball-Sensation. Aber träumen darf doch erlaubt sein.

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