Titelverteidiger Györi Audi ETO KC deklassiert Hypo Niederösterreich 41:22

05.10.2013 – SPORT4Final:

Champions League: Vorrunde – Gruppe A

Györi Audi ETO KC (HUN) vs. Hypo Niederösterreich (AUT)  41:22 (21:11)

Famos. Denkwürdig. Brillant. Zum Auftakt der Vorrunde in der Handball-Champions-League der Frauen deklassiert Titelverteidiger Györi Audi ETO KC im Duell der Europapokalsieger der vergangenen Saison den Gewinner des „Cup Winners Cup“ Hypo Niederösterreich mit 41:22. Bereits mit dem Halbzeitstand von 21:11 war die Demontage der Österreicher komplett – eine Vorentscheidung in dieser Begegnung gefallen. Titelverteidiger Győr spielte, egal in welcher Formation auf der „Platte“, die Gäste in großer Dominanz und Qualität in Grund und Boden. Dabei war Győrs Weltstar Anita Görbicz höchstens 30 Minuten insgesamt in beiden Halbzeiten im Spiel!  

Zur Spielanalyse:    [private]

Lassen wir zuerst die Statistik sprechen: Die Wurfeffizienz (77:46%) und die Torhüterfangquote ((40:16 %) sprachen eine deutliche Sprache zu Gunsten Győrs. Hypo Niederösterreich führte die Statistik bei den technischen Fehlern und Offensivfouls mit 16:10 an. Die erfolgreichste Torschützin des Spiels stellte Hypo mit Do Nascimento (8 Tore – davon 6 Siebenmeter).

Beeindruckender aber die Fakten aus ungarischer Sicht: Von 14 Feldspielerinnen trugen sich 11 Frauen in die Torschützenliste ein! Und Weltklasse-Kreisspielerin Heidi Loke war mit 6 Toren beste des ungarischen Teams.

Györi Audi ETO KC spielte wie aus einem Guss und erweckte den Eindruck, nicht mal voll gefordert zu werden. Allein der „erste“ Rückraum mit Amorim, Katarina Bulatovic und „Görbicz-Ersatz“ Kovacsics spielte, zauberte und warf zusammen 13 Tore. Aber auch die „zweite“ Rückraumreihe konnte durch die 6:0-Deckung von Hypo nicht aufgehalten werden. Győr hatte mit Görbicz, Kovacsics und Bulatovic sogar drei Spielmacherinnen in der Mannschaft, die nicht nur Loke am Kreis sondern auch die Außen sehr gut in Szene setzen konnten. Hypos Abwehr agierte mit zu wenig Laufbereitschaft, verschob nur ungenügend und hatte wenig Körperkontakt gegen die quirligen ungarischen Spielerinnen. Auch die zeitweise in der zweiten Hälfte praktizierte 5:1-Abwehr war zu unbeweglich und langsam auf den Beinen. Hypos Torhüterleistung war ebenfalls mit 16 % gehaltener Bälle „außerirdisch“ schwach. Spielstruktur war bei den Gästen nur wenig zu erkennen – Steigerungspotential in allen Mannschaftsteilen sowie im Zusammenspiel der Abwehr mit der Torhüterin allemal.

Aber Hypo Niederösterreich hatte nicht nur einfach „einen rabenschwarzen Tag“, sondern der Champions-League-Sieger der letzten Saison war auf fast jeder Position besser besetzt sowie spiel- und kombinationssicherer. Alle Spielerinnen bekamen Einsatzzeiten – vor allem in der zweiten Hälfte wechselte Győrs Trainer Ambros munter durch. Als Anita Görbicz in der 14. Minute beim Stand von 9:3 erstmals mitspielte, war die Vorentscheidung des Spiels bereits erkennbar. Hypo fand nie den Spielfaden und „ergab“ sich phasenweise der sich abzeichnenden Niederlage. Selbst eine frühe Auszeit von Trainer Soubak bei 5:2 (9.) konnte dem Spiel der Gäste keine Impulse geben. Eine zweite Auszeit (49.) in der ersten Hälfte zu nehmen, kam ihm nicht in den Sinn. Am Ende verlor sein Team mit einem riesengroßen Klassenunterschied von 19 Toren.

Am kommenden Wochenende trifft Hypo Niederösterreich auf den deutschen Meister Thüringer HC. Möglicherweise geht es dann schon um den zweiten Gruppenplatz. Györi Audi ETO KC scheint in dieser Form auf Kurs Titelverteidigung zu sein.  

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