Handball Bundesliga: SG BBM Bietigheim und Thüringer HC siegten

Handball Bundesliga: HC Leipzig unterlag Thüringer HC - Foto: Hans-Joachim Steinbach / Thüringer HC
Handball Bundesliga: HC Leipzig unterlag Thüringer HC – Foto: Hans-Joachim Steinbach / Thüringer HC

Handball Bundesliga Frauen: Das Spitzentrio marschiert vorne weg, im Abstiegskampf konnte hingegen der TV Nellingen nach dem ersten Heimsieg in dieser Saison den Anschluss ans rettende Ufer schaffen.

In der 2. Bundesliga hat die HSG Bensheim/Auerbach das letzte Fragezeichen um den Aufstieg ausgeräumt. Die Flames profitierten nach dem eigenen Derbysieg über die Kurpfalz Bären Ketsch von der Niederlage der SGH Rosengarten/Buchholz beim Viertplatzierten Halle-Neustadt.

27.03.2017 – PM HBF / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball Bundesliga Frauen: Die weiße Weste der SG BBM Bietigheim hielt auch am 18. Spieltag. Beim VfL Oldenburg siegte der Spitzenreiter mit 30:22 (17:11). „Wir haben das Spiel im Angriff verloren. In den letzten zehn Minuten waren wir sehr oft im Angriff, da Julia fast alles gehalten hat. Das hat aber nichts genutzt, weil wir zu viele Chancen vergeben haben. Gegen solch einen Gegner kann ich nicht ohne oder unzureichende Vorbereitung aufs Tor werfen“, so VfL-Trainer Leszek Krowicki, dessen Abschied zum Saisonende nach zwölf Jahren unter der Woche bekannt wurde. BBM-Trainer Martin Albertsen bilanzierte: „Das taktische Verhalten war gut, aber wir haben zu viele Chancen nicht verwertet. Das muss besser werden. Da wir bisher noch nie in Oldenburg gewinnen konnten, waren wir heute besonders konzentriert.“

Ärgster Verfolger der Enztälerinnen mit vier Punkten Rückstand bleibt der Thüringer HC. Der Deutsche Meister siegte im Derby beim HC Leipzig mit 31:27 (17:10). „Wir sind mit einer überragenden Dinah Eckerle, die die Würfe aus dem Rückraum fast zu 100 Prozent entschärft hat, sehr gut ins Spiel gekommen. Das hat uns sehr viel Sicherheit gegeben und wir konnten das schnelle Spiel speziell über Manon Houette forcieren. Das war der Schlüssel für die klare Halbzeitführung“, so THC-Trainer Herbert Müller, der aber betonte: „Wir haben dann in der zweiten Hälfte gesehen, dass das Spiel am Mittwoch gegen Metzingen unglaublich viel Kraft gekostet hat. Leipzig hat nach der Pause gefightet und bei uns sind die Beine schwerer geworden, die Passgeschwindigkeit ließ deutlich nach. In der Abwehr haben wir immer weniger Zugriff auf den Leipziger Angriff bekommen.“ HCL-Trainer Norman Rentsch stellte fest: „Wir waren in der ersten Halbzeit nicht mutig genug und haben mit vielen Querpässen Fehler produziert, die dem THC die leichten Tore erlaubt haben. Wir konnten damit nicht in unser normales Positionsangriffsverhalten kommen.“

Gut erholt von der 28:35-Niederlage beim Thüringer HC zeigte sich die TuS Metzingen. Die Ermstälerinnen besiegten Schlusslicht SVG Celle deutlich mit 32:20 (15:11). „Es hat mich gefreut, dass heute auch die zweite Garnitur spielen durfte. Auch wenn das sicher ein Schritt nach vorne war, dürfen wir das nicht überbewerten und müssen in den kommenden Wochen weiter arbeiten“, so TuS-Manager Ferenc Rott, dessen Mannschaft zwei Zähler hinter dem THC bleibt.

An Leipzig vorbeigezogen ist der Buxtehuder SV, der in Neckarsulm mit 35:24 (18:14) gewann. „Wir haben in der ersten Viertelstunde zu passiv gedeckt und zu viele einfache Tore aus dem Rückraum zugelassen. Vor der Pause haben wir es versäumt, den Sack schon zuzumachen“, meinte BSV-Coach Dirk Leun und ergänzte: „Aber es war insgesamt eine ordentliche Leistung.“ „Wir sind heute viel zu ängstlich in das Spiel gegangen, unsere Abwehr hat heute mindestens 40 Minuten nicht gut funktioniert. Wir haben nach 15 Minuten etwas umgestellt, dann sind wir ein bisschen bissiger geworden. Aber wir sind eine Mannschaft, die keine 18 Tore pro Halbzeit bekommen darf, sondern wir müssen die Anzahl unserer Gegentore insgesamt im Bereich von maximal 25 halten. Dann haben wir eine gute Chance, auch einmal mit Tempo Tore zu machen“, betonte NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic.

Von der Neckarsulmer Niederlage profitierte vor allem der TV Nellingen. Die Schwaben Hornets besiegten Borussia Dortmund deutlich mit 31:23 (15:10). „Anne Bocka hat stark gehalten und auch die Abwehr vor ihr hat einen super Job gemacht, das waren die Grundpfeiler des Erfolgs“, freute sich TVN-Trainer Pascal Morgant und fügte hinzu: „Das war auf jeden Fall unsere beste Saisonleistung und wir haben endlich auch zu Hause gewonnen.“ „Nellingen war bei 100 Prozent. Wir waren nicht fit, aber auch nicht konzentriert genug. Unser Gegner war von Beginn an gewillt, seine gute Vorstellung aus dem Celle-Spiel zu bestätigen. Wir hingegen haben es nicht auf den Punkt geschafft, gegenzuhalten“, resümierte Dortmunds Trainerin Ildiko Barna.

Dortmund bleibt mit 19:17 Zählern vor Oldenburg (17:19). Auch Frisch Auf Göppingen (16:20) konnte keine Pluspunkte in der Handball Bundesliga sammeln. Die Württembergerinnen unterlagen den Bad Wildungen Vipers mit 28:34 (14:15). „Wir haben Druck auf Göppingen ausüben können und sind dadurch zu einfachen Toren gekommen“, so HSG-Trainerin Tessa Bremmer mit Blick auf die vorentscheidende Phase, in der sich die Gäste auf sechs Tore (16:22) absetzten. „Natürlich hat teilweise die Kraft gefehlt, aber wir haben auch einfach unkonzentriert verworfen. Ich bin enttäuscht über die kämpferische Leistung“, so Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic.

Die Vipers kletterten in der Tabelle auf Platz elf und überholten die HSG Blomberg-Lippe, die mit 25:27 (14:12) im NRW-Derby gegen Bayer 04 Leverkusen verlor. „Wir haben uns heute zum großen Teil selbst geschlagen“, ärgerte sich HSG-Trainer André Fuhr. Elfen-Trainerin Renate Wolf analysierte hingegen: „In der ersten Hälfte hatte Blomberg sicherlich Vorteile, in der zweiten haben wir uns dann zurückgekämpft und auch das Quäntchen Glück gehabt“. Leverkusen verbesserte sich so um einen Platz auf Rang 9 und hat weiterhin sieben Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

In der 2. Handball Bundesliga kann die HSG Bensheim/Auerbach nicht mehr aus den Aufstiegsplätzen fallen. Die Flames haben nach dem 31:24-Sieg in Ketsch und der 28:37-Niederlage der SGH Rosengarten-Buchholz beim SV Union Halle-Neustadt vierzehn Zähler Vorsprung auf die Handball-Luchse und den TV Beyeröhde, der mit 34:33 die Trierer Miezen besiegte. Da sich aber beide Mannschaften Ende April noch duellieren, kann theoretisch nur eine der beiden Mannschaften den Tabellenführer noch einholen. Sollte das Team von Heike Ahlgrimm in den letzten sieben Partien noch einen Punkt holen, dann ist auch die Meisterschaft perfekt.

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