Handball Bundesliga: SG BBM Bietigheim mit Rekord. Thüringer HC Vize-Meister

Der letzte Spieltag der Saison 2016/17 in der Handball Bundesliga Frauen ist absolviert. Die SG BBM Bietigheim stand bereits zuvor als Meister fest, unterstrich ihre Dominanz aber noch einmal mit einem deutlichen 33:22 bei Vorgänger Thüringer HC und einer beeindruckenden Endbilanz von 52:0 Punkten.

Handball Bundesliga: Tess Wester und Martine Smeets aus Thüringer HC vs. SG BBM Bietigheim - Foto: Hans-Joachim Steinbach / Thüringer HC
Handball Bundesliga: Tess Wester und Martine Smeets aus Thüringer HC vs. SG BBM Bietigheim – Foto: Hans-Joachim Steinbach / Thüringer HC

Im Kampf um den Klassenverbleib trumpfte Neckarsulm mit einem 26:23 gegen Metzingen auf und war so nicht auf Schützenhilfe angewiesen. Die Weichen für eine weitere Saison in der höchsten Spielklasse hatte die NSU eine Woche zuvor mit einem Erfolg im direkten Duell mit dem TV Nellingen erzielt. Der TVN ist zweiter Absteiger, hat aber noch eine kleine Hoffnung.

21.05.2017 – PM HBF / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball Bundesliga: Das Duell zwischen neuem und altem Meister stand am letzten Spieltag der Handball Bundesliga Frauen im Mittelpunkt. Nur anfänglich konnte der entthronte Thüringer HC dabei mithalten, auch aufgrund der Verletzungssorgen. Bietigheim hatte beim 9:6 ein kleines Polster, zog in einer unterhaltsamen Partie auf 15:9 davon und verbuchte nach einem 19:12 zur Pause ein ungefährdetes 33:22. „Wir haben versucht zu kämpfen, aber es ist beim Versuch geblieben“, bilanzierte THC-Coach Herbert Müller und fügte an: „Wir hatten eine Unmenge an Chancen, die wir nicht nutzen konnten und haben nach Ballverlusten schnelle Konter einstecken müssen. Das Ergebnis geht auch in dieser Höhe völlig in Ordnung. Wir gratulieren Bietigheim zur Meisterschaft und auch zum heutigen Spiel.“

„Wir haben eines unser besten Spiele gemacht und klar gewonnen, aber auch gesehen, dass der THC mit dem kleinen Kader bis zum Schluss gekämpft hat. Ich freue mich auf ein Wiedersehen nächste Woche in Bietigheim zum Pokal“, blickte BBM-Coach Martin Albertsen unterdessen auf das nächste Großereignis und die nächste Titelchance. Beeindruckt zeigte er sich von der makellosen Saison: „Hut ab vor meiner Mannschaft für diese Leistung. 52:0 Punkte – das steht noch in vielen Jahren in der Liste. Alle meine Spielerinnen wollten das Zu-Null bei den Punkten halten und das haben sie taff gemacht!“ Geschäftsführer Gerrit Winnen fügt an: „Wir gewinnen diese Meisterschaft mit 52:0 Punkten, das muss man sich bei dieser Leistungsdichte in der Spitze dieser deutschen Liga auf der Zunge zergehen lassen.“

Handball Bundesliga: Susann Müller und Meike Schmelzer aus Thüringer HC vs. SG BBM Bietigheim - Foto: Hans-Joachim Steinbach / Thüringer HC
Handball Bundesliga: Susann Müller und Meike Schmelzer aus Thüringer HC vs. SG BBM Bietigheim – Foto: Hans-Joachim Steinbach / Thüringer HC

Offen war unterdessen die Frage nach dem zweiten Absteiger. Den entscheidenden Vorteil im Zweikampf mit dem TV Nellingen hatte sich die Neckarsulmer Sport-Union am vergangenen Wochenende mit einem knappen 21:20 im direkten Vergleich gesichert. Mit einem Punkt Vorsprung ging es in den letzten Spieltag und an diesem verließ sich die NSU nicht auf Schützenhilfe anderer Clubs. Mit einer mannschaftlich geschlossenen Leistung legten die Gastgeberinnen vor 1.100 Zuschauern gegen den favorisierten Tabellendritten aus Metzingen vor und feierten am Ende einen 26:23-Erfolg. Für die Gäste eine missglückte Generalprobe vor dem Final4 im DHB-Pokal, für Neckarsulm der Auftakt für die Party.

Die hätte auch bei einer Niederlage gestartet werden können, denn die Schwaben Hornets des TV Nellingen konnten in Blomberg keine Überraschung schaffen. „Wir haben uns in der gesamten Woche vorgenommen, das Spiel vernünftig anzugehen“, sagte HSG-Coach André Fuhr nach der Partie, die seine Mannschaft äußerst konzentriert begann. Mit einem 11:3 waren die Weichen bereits gestellt, über ein 18:9 zur Pause steuerten die Blombergerinnen bei ihrem Saisonausklang zu einem deutlichen 37:23. Für Nellingen bleibt nur noch die Hoffnung auf ein Nachrücken, falls Aufsteiger HC Rödertal nicht die geforderte erhöhte Bankbürgschaft nachweisen oder der HC Leipzig die aufschiebende Bedingung im Lizenzierungsverfahren nicht erfüllen sollte – andernfalls ist der TVN der zweite Absteiger.

Der erste Absteiger, der SVG Celle, zeigte unterdessen bei seinem Abschied vor heimischer Kulisse gegen Borussia Dortmund noch einmal eine starke Leistung, forderte den favorisierten Gast bis in die letzten Sekunden. Eigentlich deutete sogar alles auf einen finalen Punkt hin. Celle hatte sich nach einem 26:29 noch einmal zum Ausgleich gekämpft. Doch Carolin Schmele zerstörte diesen Hoffnung mit dem letzten Wurf – ihr direkter Freiwurf bescherte Dortmund den 30:29-Erfolg, der in der Endabrechnung den sechsten Platz bedeutet, da dem HC Leipzig aufgrund von Verstößen hinsichtlich der Lizenzierung zum Saisonende vier Punkte abgezogen worden.

Die Saison beendeten die Leipzigerinnen unterdessen vor 1.366 Zuschauern in der heimischen Arena mit einem 33:27 (16:13) gegen Frisch Auf Göppingen, danach wurden zahlreiche Leistungsträgerinnen verabschiedet. Nationalspielerin Anne Hubinger ragte in ihrer letzten Partie für Leipzig mit zehn Toren heraus, bei den Gästen aus Göppingen erzielte Michaela Hrbková acht Treffer und unterstrich ihren Status als Torschützenkönigin der Saison mit insgesamt über 200 Treffern. Dem Verein steht ein Umbruch bevor, sofern es gelingt, die Bedingung im Lizenzverfahren zu erfüllen. Diesbezüglich zeigte sich Manager Kay-Sven Hähner optimistisch, auch hinsichtlich der kommenden Saison: „Unsere großen Partner haben alle gesagt, dass sie zu uns stehen.“

Der Buxtehuder SV und der VfL Oldenburg lieferten sich unterdessen noch einen Kampf im Fernduell um den vierten Tabellenplatz. Das bessere Ende hatte der BSV, der damit die Teilnahme am Europapokal sicher stellte. „Platz vier ist ein richtig geiles Ergebnis“, freute sich Dirk Leun. Der Coach der Buxtehuderinnen musste allerdings nach einem zwischenzeitlichen 25:16 am Ende sogar noch zittern, da den Gästen aus Bad Wildungen acht Treffer in Serie gelangen. „Wir können in solchen Spielen häufig unser Risiko nicht einschätzen, sodass wir zu oft zu schnell abgeschlossen haben. Ein Dutzend klare Chancen haben wir so vergeben. Das wird dann vom Gegner bestraft“, räumte Leun ein. Der Favorit fand aber ins Spiel zurück und feierte am Ende auch Maxi Hayn, die ihre Karriere mit dem Treffer zum 31:28-Endstand beendete.

Der VfL Oldenburg schloss die Saison mit einem 30:25 in Leverkusen ab. Emotional wurde das Spiel aber aufgrund der Tatsache, dass es das letzte von Trainer Leszek Krowicki war. Die Amtszeit des Polen endet nach zwölf Jahren. „Das hat heute Spaß gemacht. Alles hat gepasst. Eine gute Leistung, die mit einem Sieg im letzten Spiel belohnt wurde. Wir waren heute sehr variabel im Angriff und somit von mehreren Positionen gefährlich. Zudem haben wir gut verteidigt und Madita hat wieder sehr gut im Tor gestanden“, so der Trainer, der angesichts gut einhundert mitgereister VfL-Fans anfügte: „Unsere Fans haben uns immer toll unterstützt, aber das heute war noch einmal was ganz Besonderes.“

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