Handball Bundesliga: Thüringer HC gewann in Leverkusen

Thüringer HC - Handball Bundesliga Saison 2020-2021 - Foto: Thüringer HC
Thüringer HC – Handball Bundesliga Saison 2020-2021 – Foto: Thüringer HC

Handball Bundesliga Frauen: Mit 30:25 (17:13) Toren setzte sich der Thüringer HC auswärts gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen durch.

08.03.2021 – PM THC / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball Bundesliga Frauen: Wieder zeigte der Thüringer HC eine Leistungskurve mit „Auf und Ab“. Mitte der zweiten Halbzeit konnten die Werkselfen einen Sieben-Tore-Rückstand bis auf zwei Tore verkürzen, scheiterten jedoch mit einigen technischen Fehlern am Ausgleich. Der Thüringer HC hielt in dieser Phase kämpferisch dagegen und ebnete so den Weg zum Erfolg. Beste Werferin auf Seiten des TSV war mit sechs Treffern Zivile Jurgutyte. Acht Tore erzielte Asli Iskit für den Thüringer HC.

Die Torfrauen waren in der ersten Halbzeit ein wichtiger Faktor auf beiden Seiten. Kristina Graovac parierte einen Strafwurf und hielt den TSV Bayer 04 Leverkusen in Schlagdistanz. Kurz darauf zeigte sich Emma Ekenman-Fernis gewohnt kaltschnäuzig im Abschluss und markierte mit ihrem 100. Saisontreffer das 11:9 aus Gäste-Sicht. Es blieb bis zum Ende der ersten Hälfte eine enge Kiste. Mit einem Tempogegenstoß verkürzte Svenja Huber für ihre Mannschaft auf 11:12. THC-Coach Herbert Müller nahm daraufhin in der 22. Minute sein erstes Team Timeout. Emma Ekenman-Fernis kassierte zwei Minuten später eine Zeitstrafe, den daraus resultierenden Strafwurf verwandelte Svenja Huber erfolgreich.

Die Thüringerinnen setzte auf die Empty-Goal-Taktik, um die vorübergehende Unterzahl im Angriff zu kompensieren. Auf der Gegenseite musste Kim Hinkelmann für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen. Die heute hervorragend aufgelegte Asli Iskit verwandelte erst von der Strafwurflinie und brachte im Anschluss ihren vierten Ball ins Bayer-Tor. Marketa Jerabkova legte für den THC nach und so ging es beim Stand von 13:17 in die Kabinen.

Das gefürchtete THC-Tief nach der Halbzeitpause blieb aus und der Thüringer HC baute die Führung zu einem unerwarteten 21:14 aus. Die Werkselfen mühten sich weiterhin und wurden für ihren Kampf belohnt. Nach vier Toren in Folge kamen die Gastgeberinnen auf 18:21 heran. Herbert Müller zog die grüne Karte und bat seine Mannschaft an die Seitenlinie. Leverkusen war zurück im Spiel und bot dem THC ordentlich Paroli, zudem zeigte Vanessa Fehr sehenswerte Paraden. Der TSV gestaltete das Spiel weiterhin offen und verkürzte zum 21:24.

Mitte der zweiten Spielhälfte nahm Martin Schwarzwald das nächste Team Timeout. Der THC konnte die zwischenzeitliche Sieben-Tore-Führung wenig machen und ließ den Gastgeberinnen zu viel Raum zum Agieren. Im Angriff produzierten die Gäste einfachste Fehler und vergaben so ihre Chancen. Zehn Minuten vor dem Abpfiff waren die Werkselfen auf drei Tore ran – 23:26.

Von der Strafwurflinie hatte der Thüringer HC kein Glück, Asli Iskit, die sich im Spiel wurfgewaltig und sicher präsentierte, vergab in der 52. Minute den dritten Siebenmeter des THC. Noch fünf Minuten waren zu spielen, der THC lag mit 24:27 vorn. Der Thüringer HC kämpfte, um die Führung nicht zu leichtfertig abzugeben. Konzentrierter und ruhiger wurden jetzt die Angriffe aufgebaut. Nina Neidhart brachte den Ball ins Netz der Gastgeberinnen und hielt den Vorsprung so mit vier Toren weiter komfortabel.

Leverkusens Vanessa Fehr zeigte immer wieder tolle Paraden, vorn versuchten es die Handballelfen jetzt mit der Brechstange und so unterliefen einfachste Fehler. Das Spiel war zwei Minuten vor der Schlusssirene entschieden. Mit dem 30:25-Sieg holte der Thüringer HC zwei wichtige Punkte im Kampf um einen internationalen Startplatz in der kommenden Saison.

Herbert Müller (THC): Ein wichtiger Auswärtssieg in der Handball Bundesliga heute in Leverkusen mit einer kämpferischen Leistung, die wir in der zweiten Halbzeit, als wir vorentscheidend mit plus sieben wegziehen konnten, nicht vergoldet haben. Ich hätte mir gewünscht, dass wir etwas klarer und dominanter auftreten, aber im Endeffekt zählen die beiden Punkte. Die waren eminent wichtig, um dranzubleiben an diesem fünften Tabellenplatz. Auch wenn Leverkusen noch einmal aufgeholt hat und Ergebniskosmetik betreiben konnte, war die Mannschaft im entscheidenden Moment da und hat verdient mit 30:25 gewonnen. Die Schlüsselspielerin heute war sicherlich Asli Iskit, die aus meiner Sicht eine sehr gute Leistung gebracht hat, sich entscheidend durchsetzen konnte und gute Rückraumwürfe vorzuweisen hatte. Unterm Strich ist eine Steigerung nötig, um in den nächsten Wochen mit unserer Leistungsgrenze die nötigen Punkte einzufahren.

Statistik:

TSV Bayer 04 Leverkusen: Vanessa Fehr, Kristina Graovac; Zivile Jurgutyte 6, Kim Lara Hinkelmann, Zoe Sprengers 2/1, Jennifer Souza 1, Jennifer Kämpf 4, Annefleur Bruggeman 2, Jule Polsz, Svenja Huber 4/1, Pia Terfloth 1, Sophia Cormann 4, Lea Flohr 1.

Thüringer HC: Laura Kuske, Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Emma Ekenman-Fernis 3, Asli Iskit 8/1, Ina Großmann, Arwen Rühl 1, Kerstin Kündig 5, Lydia Jakubisova 2, Jolina Huhnstock, Nina Neidhart 5, Marketa Jerabkova 3, Josefine Huber 3.

Strafwürfe: 2/3 – 1/4. Zeitstrafen: 4 – 2. Schiedsrichter: Julian Fedtke/Niels Wienrich.

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