Handball Bundesliga: Thüringer HC mit Zittersieg bei HL Buchholz 08 Rosengarten

Thüringer HC - Handball Saison 2020-2021 - Foto: Thüringer HC
Thüringer HC – Handball Saison 2020-2021 – Foto: Thüringer HC

Handball Bundesliga: In der Nordheidehalle gewann der Thüringer HC gegen die HL Buchholz 08 Rosengarten mit 27:26 (13:12) Toren.

In einem Spiel, dass viele Höhen und Tiefen auf Seiten des Thüringer HC aufzeigte, wurden am Ende die zwei wichtigen Punkte mitgenommen. Die Handball Luchse entpuppten sich als unbequemer Gegner, der das Spiel hätte durchaus gewinnen können, nachdem der Tabellensechste es nicht schaffte seine Fünftoreführung über die Schlußphase zu sichern.

Erfolgreichste Werferin der Luchse war mit sechs Toren Sarah Lamp. Neun Treffer, einschließlich dem Strafwurf zum 27:26-Erfolg, gingen auf das Tore-Konto von Marketa Jerabkova.

18.02.2021 – PM THC / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball Bundesliga: In der fünften Minute glich für den Thüringer HC Emma Ekenman-Fernis nach einer tollen Parade von Marie Skurtveit Davidsen zum 2:2 aus. Dennoch taten sich die Gäste in der Anfangsphase insbesondere im Angriffsspiel schwer und so legten die Handball Luchse in der siebten Minute durch ein Tor von Sarah Lamp zwei Tore vor. Beim Stand von 4:3 musste Josefine Huber für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen. Der Thüringer HC versuchte mit der Einwechslung einer sechsten Feldspielerin der Unterzahl entgegen zu wirken – mit Erfolg: Marketa Jerabkova netzte in der 13. Minute aus dem Rückraum zum 5:5 ein.

Nach einer Zeitstrafe gegen Marleen Kadenbach, verwandelte Emma Ekenman-Fernis sicher von der Strafwurflinie zum 7:6. Torhüterin Mareike Vogel zeigte in dieser Spielphase einige Glanzparaden und verhinderte, dass die HL Buchholz 08 – Rosengarten in Rückstand gerieten. Das Spiel war sehr ausgeglichen und keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Die erste THC-Führung gelang Nina Neidhart mit einem Tempogegenstoß nach 22 Spielminuten zum 9:10. Herbert Müller nahm bei diesem Stand die erste Auszeit, um das Team auf die Schlussphase der ersten Hälfte einzuschwören. Das Ziel, die Führung bis zum Pausenpfiff zu verteidigen und auszubauen, unterstrichen Asli Iskit und Josefine Huber mit ihren Treffern zum Spielstand von 12:9, der gleichzeitig die erste Drei-Tore-Führung für die Gäste bedeutete. Der Trainer der Handball Luchse Dubravko Prelcec nahm daraufhin sein erstes Team Timeout. Seine Worte schienen bei der Mannschaft zu fruchten und so kämpften sich die Gastgeberinnen auf das 12:12-Unentschieden heran. Der Pausenpfiff ertönte bei einer knappen 13:12-THC-Führung.

Beim Stand von 14:18 nahm Dubravko Prelcec das Team Timeout, um die zunehmend einfachen Tore der Thüringerinnen zu unterbinden. Die Gäste machten Druck in Abwehr und Angriff und zogen in der 38. Minute nach Treffer von Emma Ekenman-Fernis mit sechs Toren davon (14:20). Louise Cronstedt überwand drei Minuten später die Thüringer Abwehr und netzte zum 16:21 ein. Nach einer starken Parade von Zoe Ludwig verkürzte Evelyn Schulz mit einem sehenswerten Heber auf 18:23. Sarah Lamp brachte nach einem technischen Fehler von Josefine Huber ihr Team auf vier Tore heran. Herbert Müller nahm die zwei schnellen Gegentore in Folge zum Anlass und nahm die nächste Auszeit, um sein Team erneut zur Konzentration aufzurufen. Nach einem unglücklichen Lattentreffer von Emma Ekenman-Fernis nutzte Asli Iskit die zweite Chance zum 19:24.

Die Handball-Luchse gaben nicht auf und waren nach drei Toren in Folge wieder dran – 22:24. Der THC antwortete prompt zum 22:25. Die inzwischen eingewechselte Laura Kuske verhinderte mit einer Glanzparade, dass die Gastgeberinnen den Rückstand weiter verkürzen konnten. Auf der Gegenseite hielt Zoe Ludwig ihrer Mannschaft den Rücken frei und entschärfte sieben Minuten vor Schluss einen Strafwurf der Gäste. Es wurde es noch mal richtig knapp – Sarah Lamp erzielte den Anschlusstreffer zum 24:25, die Damen aus der Nordheide waren wieder dran. Marketa Jerabkova versenkte in der 57. Minute einen Strafwurf zum 24:26 und erlöste ihr Team nach sieben torlosen Minuten.

Die Handball-Luchse sahen ihre Chance auf Punkteteilung oder gar dem Überraschungssieg. Fatos Kücükyildiz machte das Handballdrama mit ihrem Ausgleichstreffer zum 26:26 perfekt. Eine halbe Minute stand noch auf der Uhr, als Herbert Müller sein letztes Team Timeout nahm, um den letzten Angriff seiner Mannschaft zu planen. Die Handball-Luchse konnten die Thüringerinnen nur auf Kosten einer roten Karte für Melissa Luschnacht stoppen. Marketa Jerabkova behielt beim direkten Wurf von der Strafwurflinie die Nerven und verwandelte sicher. Die verbleibende Zeit reichte für die Gastgeberinnen nicht für einen erfolgreichen Angriff und der Thüringer HC verbuchte einen denkbar knappen 27:26-Auswärtssieg.

Stimmen:

Herbert Müller (THC): Ich hab meiner Mannschaft schon vor dem Spiel gesagt, dass es heute ein reines Kampfspiel wird. Wir haben hier vor zwei Jahren schon mal diese Erfahrung im Pokal gemacht. Wir sind zur Zeit wie eine Wundertüte, man weiß nie, was so raus kommt. Wir hätten in der ersten Halbzeit schon viel abgezockter sein müssen und hier mit mehreren Toren in Führung in die Halbzeit gehen müssen. Aber wir wurden dann unruhig und haben nach ein paar Sekunden überhastet abgeschlossen. Da müssen wir cleverer werden und in der Hinsicht kann man uns auch einen Vorwurf machen. Aber trotzdem möchte ich unsere Leistung auf keinen Fall schmälern. Es hat sich niemand zu irgendeiner Zeit aufgegeben und wir sind sehr froh, hier mit zwei Punkten nach Hause zu fahren.

Dubravko Prelcec (HLBR): Ich muss Herbert in Hinsicht auf das schwere Spiel widersprechen. Für uns war es eigentlich das leichteste Spiel, da wir überhaupt keinen Druck hatten. Wir spielen oft gut gegen starke Mannschaften und hoffen, dass wir diese Leistung auch am Wochenende abrufen können. Da wo wir Punkte holen müssen, haben wir Probleme. Ich denke, wir hätten heute ein Unentschieden verdient gehabt. Die Mädels sind im Moment natürlich sehr enttäuscht, aber wir haben heute eine tolle Leistung gezeigt.

Statistik:

HL Buchholz 08 – Rosengarten: Mareike Vogel, Sophie Löbig, Zoe Ludwig; Louise Cronstedt 5, Evelyn Schulz 3, Maj Nielsen 3, Marleen Kadenbach 2/1, Finja Harms, Fatos Kücükyildiz 4, Sarah Lamp 6/1, Kim Berndt 1, Natalie Axmann, Melissa Luschnat 1, Alexia Hauf, Lisa Borutta 1.

Thüringer HC: Laura Kuske, Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Emma Ekenman-Fernis 6/1, Beate Scheffknecht 1, Asli Iskit 5, Arwen Rühl , Kerstin Kündig, Lydia Jakubisova, Jolina Huhnstock, Nina Neidhart 3, Marketa Jerabkova 9/3, Josefine Huber 3.

Strafwürfe: 3/2 – 5/4. Zeitstrafen: 6 – 3. Disqualifizierung: Melissa Luschnat (59:48). Schiedsrichter: Saskia Blunck/Svenja Maczeyzik.

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