Handball EM Qualifikation: Deutschlands „bad boys“ auf dem Weg zur EHF EURO

Handball: Nationalmannschaft Deutschland (DHB) - Foto: Marco Wolf/DHB
Handball: Nationalmannschaft Deutschland (DHB) – Foto: Marco Wolf/DHB

Handball EM Qualifikation mit vielen Rückkehrern und zwei Neulingen: Bundestrainer Dagur Sigurdsson nominierte 19 Spieler für das Aufgebot der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Die DHB-Auswahl kommt am 31. Oktober in Wetzlar zusammen, um die Qualifikation zur EHF EURO 2018 in Angriff zu nehmen. In der bereits seit Wochen ausverkauften Rittal-Arena trifft der Europameister auf Portugal (2. November) und drei Tage später folgt das Gastspiel in der Schweiz.

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24.10.2016 – PM DHB / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball – DHB: 13 Spieler des aktuellen Aufgebots gewannen im August Olympia-Bronze, zwölf waren Europameister, acht waren an beiden Erfolgen beteiligt: Zum ersten Lehrgang der Länderspiel-Saison 2016/2017 wandelt sich das Aufgebot mit der Rückkehr der für Rio nicht berücksichtigten Europameister Jannik Kohlbacher, Rune Dahmke, Niclas Pieczkowski und Simon Ernst. Dazu kommen die Neulinge Dominik Weiß und Philipp Weber. „Das spricht für die in den vergangenen Turnieren gezeigte Qualität unseres Kaders und damit für die Arbeit der Liga“, sagte Sigurdsson.

Sein Team muss der Isländer im linken Rückraum neu ausrichten: Der noch in der Reha befindliche Kieler Christian Dissinger wird aufgrund zahlreicher Verletzungen bis auf Weiteres pausieren. Der Gummersbacher Julius Kühn fällt mit verletztem Knie vorerst aus. Zudem legt Spielmacher Martin Strobel (Balingen-Weilstetten) in der Nationalmannschaft eine Pause ein. „Wir respektieren das, aber gleichzeitig ist das sehr schade“, sagte Sigurdsson. „Martin ist ein großer Spieler und guter Charakter. Der Nationalmannschaft hat er in den vergangenen Jahren sehr geholfen.“

Besetzen wird Sigurdsson die Positionen Rückraum Mitte und links auch mit Pieczkowski und Ernst sowie Weiß und Weber. „Dominik Weiß hat in Stuttgart eine bisher gute Saison gespielt, und wir wollen ihn bei uns besser kennenlernen“, sagte Sigurdsson. „Das gilt auch für Philipp Weber, der sich seit längerem in unserem Blickfeld befindet. In Wetzlar spielt er stabil und war zuletzt sehr gut drauf.“ Angesichts des straffen November-Programms der Vereine hat Sigurdsson bewusst einen 19er-Kader nominiert, um die „Trainingsbelastung gut zu verteilen“.

Mit Portugal erwartet die deutsche Nationalmannschaft einen gefährlichen Gegner. Trainer Paulo Jorge Pereira muss zwar auf den für die HSG Wetzlar spielenden Linkshänder Joao Ferraz verzichten, doch wie gefährlich Portugals Handballer sind, bewiesen sie im Juni: In den WM-Playoffs brachten sie Island an den Rand des Ausscheidens. „Wer sich so präsentiert, ist sicher ein sehr starker Gegner“, sagte Sigurdsson, der mit seinen Co-Trainern Alexander Haase und Axel Kromer nicht nur diese beiden Partien auswertete und mit Respekt in diesen Vergleich geht.

Auch deshalb richtet der Bundestrainer vor dem Auftaktspiel gegen Portugal einen Appell an seine Spieler und das Wetzlarer Publikum: „Es müssen alle hellwach sein und von Anfang an brennen. Ich weiß, wie die Rittal-Arena kochen kann. Die Jungs haben sich diese Atmosphäre verdient und brauchen sie auch ab der ersten Minute, denn wir wollen unbedingt einen guten Start in die EM-Qualifikation schaffen.“

Das DHB-Aufgebot der deutschen Handball-Nationalmannschaft:

Silvio Heinevetter (Füchse Berlin, 148 Länderspiele/1 Tor), Andreas Wolff (THW Kiel, 40/5); Uwe Gensheimer (Paris Saint-Germain HB, 129/577), Finn Lemke (SC Magdeburg, 41/21), Patrick Wiencek (THW Kiel, 92/212), Tobias Reichmann (KS Vive Kielce, 56/178), Fabian Wiede (Füchse Berlin, 49/95), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen, 62/90), Steffen Weinhold (THW Kiel, 93/243), Steffen Fäth (Füchse Berlin, 41/81), Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen, 100/273), Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf, 39/84), Philipp Weber (HSG Wetzlar, 0/0), Rune Dahmke (THW Kiel, 20/46), Dominik Weiß (TVB 1898 Stuttgart, 0/0), Simon Ernst (VfL Gummersbach, 26/21), Niclas Pieczkowski (SC DHfK Leipzig, 19/20), Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar, 19/35), Paul Drux (Füchse Berlin, 40/90)

Über den am heutigen Montag dem europäischen Verband EHF gemeldeten erweiterten 28er-Kader stehen folgende Spieler als Reserve zur Verfügung:

Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach), Dario Quenstedt (SC Magdeburg); Johannes Sellin (MT Melsungen), Erik Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf), Matthias Musche (SC Magdeburg), Nikolai Link (HC Erlangen), Tim Suton (TBV Lemgo), Nicolai Theilinger (HC Erlangen), Daniel Fontaine (Frisch Auf Göppingen)

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