Handball-EM 2014: Deutschland verliert nach schwächerer Vorstellung gegen gutes Oranje-Team

EhfEuro2014W_Hun-Cro_logo_bw_EN_EPS8

 

 

08.12.2014 – EHF / SPORT4Final:

Handball-EM 2014: Gruppe C in Varazdin, Stadtsporthalle

Herausragende Torhüterin Clara Woltering gab deutschem Team keine Spielsicherheit

Deutschland wirkte weder eingespielt in den Mannschaftsteilen noch abgestimmt im teamorientierten Zusammenspiel

Niederlande mit stabilerer, schnellfüßigerer Abwehrleistung und tempohärterer Angriffsgestaltung verdienter Sieger im Auftaktspiel

Deutschland am Mittwoch gegen Kroatien (28:30-Niederlage gegen Schweden) bereits mächtig unter Zugzwang und darf auf keinen Fall verlieren

SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp berichtet live vom Final-Wochenende der Handball-EM aus Budapest.

Handball-EM 2014: Gruppe C mit Deutschland

Handball-EM 2014: Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes - Foto: DHB/Sascha Klahn
Handball-EM 2014: Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes – Foto: DHB/Sascha Klahn

Deutschland vs. Niederlande  26:29 (11:12)

Clara Woltering (16 Bälle, 36 %) und Shenia Minevskaja im rechten Rückraum auf der „Susann-Müller-Position“ mit 5 Toren in Folge bis zum 7:3 (15.) waren die Garanten der stabilen deutschen Führung zu diesem Zeitpunkt. Das Oranje-Team wurde in der Folge im Abwehrverbund stärker, Jasmina Jankovic mit 9 Bällen und 27 Prozent insgesamt, und war in der temposcharfen Angriffsvorbereitung bzw. in der zweiten Hälfte mit der ersten und zweiten Welle erfolgreich. Die deutsche Abwehr agierte mit zwei Systemen nicht kompakt und schnellfüßig. Im Angriff ging gegen Ende der ersten Hälfte der Spielfaden komplett verloren. Trotz vieler personeller Varianten auf der Spielmacherposition konnte keine Spielerin das Heft des strukturierten Handelns in die Hand nehmen.

Die deutsche Mannschaft kam gut erholt aus der Pause und ging durch Svenja Huber im Gegenstoß mit 14:13 (33.) in Führung. Letztmalig war Deutschland beim 16:17 (39.) auf Tuchfühlung. Danach brachen alle Dämme und das deutsche Team fast auseinander. Bis zur 50. Minute wuchs der Rückstand auf 19:25 an. Estavana Polman als holländische „Matchplayerin“ mit 7 Toren und Cornelia Groot (6 Tore) sowie Dannick Snelder (3 Tore) als „Turm in der Schlacht“ spielten sich in einen emotionalen Rausch. Das Jensen-Team kämpfte unverdrossen und lag beim 25:27 (59.) auf Schlagdistanz, bis Snelder die Entscheidung mit dem 28. Treffer herbeiführte. Clara Woltering wurde als deutsche „Matchplayerin“ geehrt.

Stimmen nach dem Spiel: 

Estavana Polman (NED): 

„Ich denke, es war super, wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber wir können noch besser spielen. Wir können diesen Sieg jetzt genießen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass Schweden der nächste Gegner ist. Ich glaube, sie haben eine gute Mannschaft und wir müssen uns gut vorbereiten … Ich glaube, sie (Woltering – d.R.) ist eine erstaunliche Torhüterin. Sie ist eine der besten in der Welt in diesem Moment.“ 

Henk Groener (NED-Trainer): 

„Wir mussten ihren Angriff öfter unterbrechen, weil wir auch unser schnelles Spiel zeigen wollten. Und in diesem Moment begannen wir, es besser zu machen … Wir hatten einen Vorsprung von sieben Toren und einige der Mädchen waren ein wenig nervös, weil sie einen so großen Vorsprung nicht erwarteten. Aber am Ende glaube ich, es war ein verdienter Sieg bei der Handball-EM.“ 

Clara Woltering (GER-Torhüter):

„Dies geschah nur, weil wir zu viele Tore nach Kontern kassierten. Wir haben nicht unser wahres Gesicht gezeigt … Ab morgen müssen wir uns auf das nächste Spiel gegen Kroatien konzentrieren. Wir werden kämpfen … Ich will immer meine Mädchen motivieren. Es sind manchmal nur ein paar motivierende Worte. Ich sehe von hinten, was wir besser machen können und versuche den Spielerinnen zu helfen.“

Heine Jensen (GER-Trainer):

„Wir haben ziemlich gut begonnen. Aber dann wurden die Niederlande aggressiver in der Verteidigung. Wir spielten nicht direkt genug auf das Tor. Das war eine Einladung für Gegenangriffe. Wir müssen aus diesem Spiel lernen und uns jetzt auf Kroatien konzentrieren.“

Kommentar verfassen