Handball-WM 2015 Katar: Deutschland on Top – Hochverdientes Benchmark-Remis gegen Dänemark

20.01.2015 – SPORT4Final:

Handball-WM 2015 Katar:

Deutschland erspielte sich hochverdientes Benchmark-Remis im Topspiel gegen WM-Mitfavoriten Dänemark, hatte mehr Zugriff auf das Spiel und sah lange Zeit wie der mögliche Sieger aus

Deutschland agierte als das kompaktere Team mit temposchärferen Angriffen incl. Gegenstößen, nur im Deckungsverbund dreier gespielter Abwehrsysteme (4:1+1, 5:1, 6:0) zeigte das deutsche Team leichte Schwächen auf den Halbpositionen

Bemerkenswerte Absicherung des Punktgewinns in der Schlussminute: Zuvor 97 Sekunden vor Spielende eine Zeitstrafe für Erik Schmidt und die letzten 47 Sekunden bei „Zeitspiel-Androhung“ „schaukelte“ Deutschland im eigenen Angriffsspiel das Remis nach Hause

Deutschland ist als derzeitiger Spitzenreiter in der Vorrundengruppe D auf klarem Achtelfinalkurs

Handball-WM 2015 Katar: Hinten von links: Teamkoordinator Volker Schurr, Michael Kraus, Tim Kneule, Steffen Weinhold, Bundestrainer Dagur Sigurdsson, Martin Strobel, Patrick Wiencek, Michael Müller, Teammanager Oliver Roggisch. - Mitte: Torwarttrainer Henning Fritz, Co-Trainer Axel Kromer, Paul Drux, Stefan Kneer, Fabian Böhm, Hendrik Pekeler, Jens Schöngarth, Erik Schmidt, Mannschaftsarzt Prof. Dr. Kurt Steuer, Co-Trainer Alexander Haase. - Vorn: Physiotherapeut Peter Gräschus, Johannes Sellin, Patrick Groetzki, Silvio Heinevetter, Carsten Lichtlein, Andreas Wolff, Uwe Gensheimer, Matthias Musche, Physiotherapeut Dennis Finke. - Foto: Thomas Niedermüller/DHB
Handball-WM 2015 Katar: Hinten von links: Teamkoordinator Volker Schurr, Michael Kraus, Tim Kneule, Steffen Weinhold, Bundestrainer Dagur Sigurdsson, Martin Strobel, Patrick Wiencek, Michael Müller, Teammanager Oliver Roggisch. – Mitte: Torwarttrainer Henning Fritz, Co-Trainer Axel Kromer, Paul Drux, Stefan Kneer, Fabian Böhm, Hendrik Pekeler, Jens Schöngarth, Erik Schmidt, Mannschaftsarzt Prof. Dr. Kurt Steuer, Co-Trainer Alexander Haase. – Vorn: Physiotherapeut Peter Gräschus, Johannes Sellin, Patrick Groetzki, Silvio Heinevetter, Carsten Lichtlein, Andreas Wolff, Uwe Gensheimer, Matthias Musche, Physiotherapeut Dennis Finke. – Foto: Thomas Niedermüller/DHB

 

Wer die Spielberichte und Analysen des Top-Thrillers zweier „Augenhöhe-Teams“ nicht bei Sky sehen konnte oder wollte, wird sich im Nachhinein ärgern, die „paar Groschen“ nicht ausgegeben zu haben. Und der Ärger könnte noch größer werden, wenn das deutsche Team mit derartigen Leistungen auf hohem Niveau wie gegen den WM-Mitfavoriten Dänemark langsam zum „WM-Geheimfavoriten“ aufsteigen sollte. Dies ist sicherlich noch zu hoch gegriffen, weil die K.O-Matches ab dem Achtelfinale einen ganz anderen Charakter haben, aber das Sigurdsson-Team setzte heute die erste, wirklich starke „Duftmarke“ im Handball-WM-Turnier von Katar. 

Warum war Deutschland heute noch stärker als in den bisherigen beiden Spielen gegen Russland und Polen? 

Deutschland spielte kompakt, war torgefährlich aus allen Lagen (14 Rückraum- zu 16 Kreisspielertoren incl. Siebenmeter) und sogar im Tempogegenstoßverhalten bei 5:1 Toren gefährlicher als Dänemark. Das dänische Spiel konzentrierte sich zu stark auf die Scorer- und Spielgestalter-Qualitäten des ehemaligen Welthandballers Mikkel Hansen (6 Tore). 

Die deutsche Rückraumachse mit Spielmacher Steffen Weinhold, zweitem „Playmaker“ Martin Strobel (3 Tore – sein Ellenbogencheck gegen Toft Hansen in der 50. Minute blieb straffrei) und dem individuell immer stärker sich in Szene setzenden Paul Drux (3 Tore) agierte druckvoller und strategischer als der dänische Rückraum, der wiederum im „Spiel in der kleinen Gruppe“ Vorteile besaß und nur dadurch ein wenig abgezockter wirkte. 

Das deutsche Team lag in der zweiten Hälfte nur zweimal mit einem Tor in Rückstand (18:17 sowie 20:19) und diktierte mit zwingendem Zugriff das Match. Bei eigenen 27:24- und 28:26-Führungen schien ein Top-Erfolg möglich. Einzig und allein ein paar „Löcher“ auf den Halbpositionen in der 6:0-Abwehrformation sowie die in der Quote nicht überragenden Torhüterleistungen bei beiden Teams sind kritisch anzumerken. 

Herausragend für den Betrachter das deutsche Taktik-Verhalten in der Schlussminute, als in Unterzahl sage und schreibe 47 Sekunden (!!!) das „Zeitspiel“ mit dem Unentschieden über die Runden „geschaukelt“ wurde. 

Deutschland auf Achtelfinalkurs – mehr als nur eine Illusion. Von mehr zu träumen scheint es mir noch zu früh … 

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Handball-WM-Statistik:

„Matchplayer“: Steffen Weinhold (Deutschland – 8 Tore) 

Wurfeffizienz:           68:66 %

Torhüter:                  24:20 % (11:9 Bälle)

Technische Fehler:   6:6

Strafzeiten:               3:5 

„Spielfilm“:

5:5 (10.); 5:7 (13.); 10:9 (19.); 11:12 (23.); 13:14 (25.); 16:16 (HZ)

21:21 (38.); 21:24 (45.); 24:25 (48.); 24:27 (51.); 28:28 (55.); 29:30 (58.); 30:30 (EST)

Dänemark vs. Deutschland  30:30 (16:16)

Dänemark: Landin (7 Bälle), Green (4 Bälle incl. 1 Siebenmeter von Gensheimer); Christiansen 6, Mortensen 1, Eggert 5, Lauge Schmidt 1, Spellerberg 1, Noddesbo, Svan 3, Lindberg 2, Toft Rene 2, Mollgard 1, Sondergard, Toft Henrik 2, Hansen 6, Damgaard

Deutschland: Lichtlein (5 Bälle), Heinevetter (4 Bälle); Kneer, Gensheimer 6/3, Sellin, Wiencek 1, Pekeler 3, Groetzki 6, Weinhold 8, Strobel 3, Schmidt, Kraus, Müller, Schöngarth, Böhm, Drux 3

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