DHB-Präsident Andreas Michelmann in der Bundestrainer-Frage zur Handball WM in Deutschland: „Größte Chance für den Frauen-Handball“

DHB-Präsident Andreas Michelmann - Foto: DHB/Sascha Klahn
DHB-Präsident Andreas Michelmann – Foto: DHB/Sascha Klahn

Im Fokus: Die Bundestrainer-Frage um Christian Prokop und der gescheiterte „Kuhhandel“ um die diskutierte Trainer-Doppelfunktion von Frauen-Bundestrainer Michael Biegler für den SC DHfK Leipzig sowie der „Ladies“-Nationalmannschaft

DHB-Präsident Andreas Michelmann bewies Rückrat sowie Glaubwürdigkeit im Sinne der weiteren Entwicklung der Frauen-Nationalmannschaft von Bundestrainer Michael Biegler und ordnete einem möglichen Erfolg der deutschen „Ladies“ bei der Heim-Weltmeisterschaft vernünftigerweise alles unter: Einer Doppel-Trainer-Funktion von Michael Biegler beim DHB und SC DHfK Leipzig bis zu den Welt-Titelkämpfen im Dezember 2017 wurde eine Absage erteilt. 

DHB-Präsident Andreas Michelmann im SPORT4FINAL-Interview mit Redakteur Frank Zepp.

05.02.2017 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

SPORT4FINAL-Chefredakteur Frank Zepp
SPORT4FINAL-Chefredakteur Frank Zepp

Andreas Michelmann, Ihr entschiedenes Eintreten für das Ausschluss-Kriterium, Michael Biegler nicht in Doppelfunktion arbeiten zu lassen, hat scheinbar den Entscheidungsprozess für den Bundestrainer Christian Prokop beschleunigt?

Andreas Michelmann: „Ich habe gelernt, das höchste Gut was man haben kann, ist die eigene Glaubwürdigkeit. Ich habe nach meinem Amtsantritt gesagt, dass sich Bob Hanning etwas mehr um die Männer kümmern wird und ich mich um die Frauen-Nationalmannschaft. Wir waren alle gemeinsam der Meinung, dass die Weltmeisterschaft 2017 bei den Frauen die größte Chance für den Frauen-Handball in Deutschland in absehbarer Zeit ist. Nun ging es darum, trotz der absoluten Priorität in der Bundestrainer-Frage für die Männer-Nationalmannschaft den möglichen Erfolg der deutschen Frauen bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land mit allen Mitteln zu sichern. Da sind wir ja froh, dass wir mit Michael Biegler und Wolfgang Sommerfeld ein Trainer-Duo haben, das in ziemlich kurzer Zeit die Mannschaft schon so entwickelt hat, wie wir das ja in Schweden bei der EURO sehen konnten. Jetzt ist das Final-Wochenende in Hamburg als Ziel noch erreichbar. Deshalb war das am Schluss in den Verhandlungen mit Leipzig so ein Kriterium, bei dem wir sagten, das wollen wir auf keinen Fall gefährden.“

Mit Christian Prokop haben Sie einen neuen Bundestrainer, der nach dem neunten WM-Platz in Frankreich wieder für Erfolge stehen kann?

Andreas Michelmann: „Erstmal sind wir Dagur Sigurdsson dankbar, was er auf den Weg gebracht und mit den Erfolgen untermauert hat. Es sind ja nicht nur der Europameister-Titel und Olympia-Bronze. Sondern es ist auch die Formierung einer starken und selbstbewussten Mannschaft. Wir sagten auch immer, dass es Rückschläge geben kann. Dieser Rückschlag ist bei der Weltmeisterschaft gegen Katar eingetreten. Aber Christian Prokop kann auf einer Top-Mannschaft aufbauen, die Dagur Sigurdsson in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Von daher finde ich trotz Enttäuschung nicht so sehr das Ergebnis bei der WM entscheidend sondern den Zustand der Mannschaft. Dieser ist weiter so, dass wir mit diesem Team jeden Gegner schlagen können. Wir haben jetzt gelernt, dass wir uns in jedem Spiel voll fokussieren müssen. Sonst kann man auch so ein Spiel wie gegen Katar verlieren. Ich glaube, auf diesem Weg ist Christian Prokop genau der richtige Trainer, um Erfolge mit dieser Mannschaft erreichen zu können.“

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