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Exklusiv-Interview mit Heiner Brand: „Das werde ich den Leipzigern nie vergessen.“

12.05.2014 – SPORT4Final:

Heiner Brand: Gemeinsam mit Polens Nationaltrainer Michael Biegler coachte er das „Team Kretzsche“ beim „Prolog-Spiel“ um die DHfK-Zuschauer-Rekordjagd am vergangenen Sonnabend in der Arena Leipzig:

Heiner Brand und Michael Biegler coachten das „Team Kretzsche“ beim „Prolog-Spiel“ am 10. Mai 2014 in der Arena Leipzig – Foto: SPORT4Final

Handball-Legende Heiner Brand. Er wurde sieben Mal zum „Handballtrainer des Jahres“ in Deutschland gewählt und 2007 in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen. Sowohl als Nationalspieler als auch Trainer einen großen Titel (Weltmeisterschaft oder Olympiasieger) gewonnen zu haben, war nur noch den Legenden Paul Tiedemann und Lothar Doering vergönnt.

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Das „Gesicht des deutschen Handballs“ Heiner Brand gab SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp das folgende Exklusiv-Interview:

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Herr Brand, Sie sind heute in Leipzig zu einem guten Zweck. Welche Erinnerungen haben Sie denn gut 10 Jahre zurück?

Heiner Brand: „Damit verbinde ich im Moment gar nichts. Wenn Sie sagen 10 Jahre Slowenien, dann erinnern Sie mich daran. Das habe ich im Moment gar nicht im Kopf. Ich habe gerade mit einem Kollegen über 1974 und die Fußball-Weltmeisterschaft gesprochen. Wir waren vor 10 Jahren hier in Leipzig im Rahmen des Supercups und da glaube ich, hat Olli Roggisch die ersten Länderspiele für uns gemacht. Leipzig ist immer eine Reise wert, sowohl im sportlichen als auch privaten Bereich. Eine tolle Halle hier, immer gute Stimmung und ich bin heute auch sehr gern hier hingekommen. Ich habe auch noch eine sehr gute Erinnerung an Leipzig, als ich das letzte Mal hier auf der Bank saß beim Spiel der Nationalmannschaft gegen die Bundesliga-Auswahl nach der verkorksten Weltmeisterschaft 2011. Die Zuschauer haben mich hier gefeiert und für mich war schon klar, dass ich als Bundestrainer aufhören würde. Sie haben mich trotzdem gefeiert. Das werde ich den Leipzigern auch nie vergessen. Das ist eine schöne Erinnerung an Leipzig für mich“. 

Schicksalsspiel in Magdeburg für die Nationalmannschaft? Andreas Thiel meinte im Interview zu mir, es geht danach auch weiter im deutschen Handball.

Heiner Brand: „Es ist sicherlich ein wichtiges Spiel und wenn wir es schaffen sollten, uns in den beiden Spielen gegen Polen durchzusetzen, ist das sehr gut für den deutschen Handball. Aber ich stimme da mit Andreas überein. Wenn wir es nicht schaffen geht die Welt auch nicht unter. Andere Sportler haben es auch schon geschafft, Nichtqualifikationen zu überstehen. Aber es wäre für den deutschen Handball schon wichtig.“ 

Sie entwickelten ja vor ca. 10 Jahren die „goldene Generation“. Die alte Bundesrepublik hatte in den 80er noch nicht diese Generation trotz des Weltmeisterschaftssieges 1978?

Heiner Brand: „Ich habe ja selbst bis 1984 in der Nationalmannschaft und in der Bundesliga bis 1986 gespielt. Da war die Nationalmannschaft nach dem Gewinn der olympischen Silbermedaille auch nicht im besten Zustand. Dann war die DDR-Nationalmannschaft bis 1990 noch gut. Aber danach war es auch schwer und spricht sicherlich nicht für den Zustand der Nationalmannschaft damals. So konnte Andreas Thiel eben so oft „Handballer des Jahres“ werden, sonst wäre sicherlich auch mal jemand anders gewählt geworden.“ 

Sie haben ja schon für das nächste Jahr angekündigt, in „Handball-Pension“ zu gehen, Haben Sie nicht noch mal Lust, einen großen internationalen Verein zu trainieren?

Heiner Brand: „Nein. Da müsste schon etwas ganz besonderes passieren. Ich werde nicht mehr auf die Trainerbank zurückkehren, außer in solchen Spielen wie heute. Meine Tätigkeit beim DHB wir dann auf jeden Fall beendet sein.“ 

Aber Sie sind doch das „Gesicht des deutschen Handballs“?

Heiner Brand: „Ja gut, aber irgendwann müssen die Gesichter auch mal verschwinden.“ 

Vielen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute, Herr Brand.

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