Handball – DHB: Trauer um Olympiasieger Paul Tiedemann

22.09.2014 – PM DHB:

Handball – DHB: Paul Tiedemann ist tot. Der frühere DDR-Nationalspieler und legendäre Trainer der Olympiasieger-Mannschaft von 1980 ist am Sonntag im Alter von 79 Jahren nach langer und schwerer Krankheit im österreichischen Linz gestorben. „Der deutsche Handball trauert um Paul Tiedemann und verneigt sich vor dem Lebenswerk dieses herausragenden Spielers und Trainers, der unseren Sport über Generationen hinweg geprägt hat. Er war eine große Persönlichkeit”, sagte DHB-Präsident Bernhard Bauer.

Handball-Hochburg Leipzig: Doppelter Europapokalsieg 1966 bei den Landesmeistern

Legendäre deutsche Handball-Trainer

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Handball-Spieler - Foto: Fotolia
Handball-Spieler – Foto: Fotolia

In die deutsche Sportgeschichte ging Tiedemann vor allem mit dem Olympiasieg 1980 ein, als die Auswahl der DDR in Moskau die vermeintlich übermächtige UdSSR mit 23:22 nach Verlängerung schlug. „Paul Tiedemann war ein unnachahmlicher Taktikfuchs”, sagte sein langjähriger Mitspieler und Co-Trainer Klaus Langhoff. „Mit seiner ruhigen und besonnenen Art hatte er großen Einfluss auf die Spieler.”

Von 1976 bis 1988 trainierte er gemeinsam mit Langhoff die DDR-Handballer – in diese Zeit fielen neben dem Olympiasieg auch noch Bronzemedaillen bei den Weltmeisterschaften 1978 und 1986. Von 1989 bis 1992 zeichnete er für die ägyptische Nationalmannschaft verantwortlich. Mit dieser gewann er die Afrikameisterschaft, nahm an den Olympischen Spielen in Barcelona teil und etablierte damit Ägypten auf der Karte des Welthandballs.

Tiedemann verlegte seinen Lebensmittelpunkt anschließend nach Österreich, trainierte ASKÖ Linz und erreichte 1994 das EHF-Cup-Finale gegen den spanischen Vertreter CBM Alzira Avidesa. In der Bundesliga war er in der Saison 1996/97 ab dem 10. Spieltag für die SG VfL/BHW Hameln aktiv, die er zum Klassenverbleib führte.

Ebenso imposant wie die Laufbahn des Trainers Paul Tiedemann war die des Spielers Paul Tiedemann: Er gewann 1958 in der gesamtdeutschen Mannschaft bei der in der DDR ausgetragenen Weltmeisterschaft die Bronzemedaille. Auf dem Großfeld war er 1963 Weltmeister und drei Jahre später WM-Zweiter – jeweils in Endspielen gegen die bundesdeutsche Auswahl. Tiedemann war der erste deutsche Nationalspieler, der 100 Länderspiele bestritt. In diesen erzielte er 303 Tore.

Neben sechs DDR-Meisterschaften ragte vor allem der Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1966 mit dem SC DHfK Leipzig heraus. Im Finale setzte sich der sächsische Klub in Paris mit 16:14 gegen Honved Budapest durch.

Erst am Samstag, 13. September, war die Halle des TSV 1862 Radeburg im Beisein von Tiedemanns Lebensgefährtin und der beiden Kinder sowie zahlreicher Ehrengäste wie DHB-Vizepräsident Andreas Michelmann in Paul-Tiedemann-Halle umbenannt worden. Tiedemann hatte in der sächsischen Stadt seine Schulzeit verlebt, ehe er zum Studium zum SC DHfK Leipzig wechselte.

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