FC Hansa Rostock verdienter 2:1-Sieger gegen RB Leipzig bei Fußballfest

23.11.2013 – SPORT4Final:

Bundesligareife Zuschauerkulisse von 23.000 Fans wird Fußballfest in 2. Halbzeit geschenkt

Einige Fanausschreitungen (Pyrotechnik) zum und vor dem Stadion – Hansa-Fans boykottieren acht Anfangsminuten

RB Leipzigs erste Saison-Heimniederlage durch beeindruckend spielstarke Hansa-Kogge – Aufstiegsplatz 2 vor Erfurt trotzdem behauptet

Perry Bräutigam: „Vielleicht war es für Sie ein größeres Highlight-Spiel als für uns in dieser Phase.“

Andreas Bergmann: „Man sollte seine Spielidee schon durchziehen, obwohl sie natürlich auch Varianten hat und nicht so einseitig sein darf.“

Am SPORT4Final-Mikro waren weiterhin: Steven Ruprecht und Daniel Frahn 

Exklusiv-Interview mit Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung

 

Erik Domaschke (RB Leipzig) und Johan Plat (Rostock) - Foto: GEPA pictures/ Roger Petzsche
Erik Domaschke (RB Leipzig) und Johan Plat (Rostock) beim 0:2 für Rostock – Foto: GEPA pictures/ Roger Petzsche

Gemeinsamkeiten zwischen RB Leipzig und Bayern München? Na klar, zumindest spielten beide in diesem Jahr gegen Hansa Rostock. Die Bayern im wirtschaftlich-solidarischen Benefizspiel (4:0-Sieg in Rostock) und die Rasenballsportler vor bundesligareifer Zuschauerkulisse der 23.000 Fans in der Red Bull Arena. Für Rostocks Trainer Bergmann war das heutige Fußballfest, zumindest in der zweiten Hälfte, mit dem 2:1-Sieg über den Aufstiegskandidaten RB Leipzig auf SPORT4Final-Nachfrage spielerisch und mental viel wichtiger: „Ja natürlich, keine Frage.“ Deutlicher kann man die Bedeutung dieses „Ostschlagers“ für Rostock nicht charakterisieren. Und auf Hansa wartet nächstes Wochenende in heimischer Umgebung der Ligadritte Erfurt zum nächsten Highlight …

Der Rostocker Sieg geht vollends in Ordnung. Da gibt es aus Redaktionssicht keine zwei Meinungen, auch nicht über den „versagten Elfmeter“ an Kapitän Frahn, Herr Zorniger. Denn die gute Schiedsrichterleistung steht nicht zur Diskussion. War ausgewogen und an den Spielgedanken angepasst. Eben auch reif für ein Fußballfest.

Nach der „Verlängerung der (langweiligen) Aufwärmphase“ in den ersten 30 Minuten kam endlich Fahrt ins Spiel.

 

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Nach Coltortis Verletzung (wahrscheinlich Innenbandriss) in der Anfangsphase ohne gegnerische Einwirkung sollte erst Poulsens Schuss (33.) den Startschuss eines beeindruckenden Spieles geben. Danach folgte auf der RB-Seite ein gefährlicher Haas-Schuss, den Leipzigs neuer Keeper Domaschke noch halten konnte. Der beste Rostocker Spieler Haas legte nach 37 Minuten für Blacha auf, der mit einem präzisen, ca. 25-Meter Distanzschuss, Domaschke überwand. Klar war schon hier, dass Leipzig im Mittelfeld Probleme hatte, den Spielfaden nicht fand und den nötigen Druck gegen die Gäste nicht aufbauen konnte. Die Hansa-Spieler wirkten im Zweikampfverhalten konsequenter und kampfentschlossener. Vor allem in der Innenverteidigung sah Frahn gegen Weidlich keinen Stich.

Rostock überzeugte auch in vielen Phasen der zweiten Spielhälfte mit spielerischer Dominanz und klugen Steilpassspiel, nachdem in der eigenen Hälfte der Ball gewonnen wurde. Brillant wurde das zweite Tor (52.) mit Pass von Mendy auf Plat in die Spitze heraus kombiniert. Hansa zog sich danach unerklärlicherweise zu weit zurück. RB Leipzig wechselte Röttger für Thomalla ein. Mit dem ehemaligen, zweitligaerfahrenen Dresdner Spieler kam mehr spielerische Linie und Passgenauigkeit in das Leipziger Spiel. Das sehr intensiv geführte Match wurde nach Kaisers tollem Freistoßtor (60.) an der Mauer vorbei in die Torhüterecke noch einmal spannend. Leipzigs Kapitän Frahn wollte nach einem scheinbaren Ruprecht-Foul einen Elfmeter bekommen, den der Schiedsrichter aber richtigerweise versagte.

Rostocks großer Vorteil in Hälfte zwei: Man ließ nicht locker, deckte sicher in der Innenverteidigung und überlies Leipzig nicht das Spiel und die Mittelfeldhoheit. Hansa spielte mit und wirkte spielerisch etwas geschmeidiger. Auch die hochkarätigeren Torchancen (Starkes Heber 72., zweimal Ioannidis in der Nachspielzeit) besaßen die Ostseestädter. Insofern ging dieser Sieg für Hansa Rostock voll in Ordnung.       

Am SPORT4Final-Mikro waren:

Perry Bräutigam (Torwarttrainer RB Leipzig): „Ich glaube ja, Hansa hat verdient gewonnen. Sie waren immer einen kleinen Tick schneller. Sie waren immer griffig. Vielleicht war es für Sie ein größeres Highlight-Spiel als für uns in dieser Phase. Man muss eben auch respektvoll anerkennen, dass Hansa heute wahrscheinlich hier und da schon die besseren Phasen hatte. Sie waren ein bisschen robuster und eher drin in den Zweikämpfen. Bei Fabio Coltorti kann das Innenband gerissen sein. Glückwunsch an Hansa Rostock.“

Steven Ruprecht (Hansa Rostock): „Wir hätten das Spiel höher gewinnen können und wir haben das Spiel über weite Strecken dominiert. Wir wollten zeigen, dass wir gegen solche große Mannschaften schon mithalten können. Wir haben uns wieder als Mannschaft aus dem Tal heraus gearbeitet. Wir wollen nicht noch einmal wie in Darmstadt untergehen. Das darf uns nie mehr passieren.“

Daniel Frahn (RB Leipzig): „Wenn man einen Elfmeter bekommt, dann steht es 2:2. Man muss schon auch uns gegenüber gerecht bleiben. Hansa Rostock war sehr effektiv. Rostock hat gewonnen und wir verloren, da gibt’s nichts großartig schön zu reden.“

Andreas Bergmann (Hansa-Trainer): „Wir haben hinten sehr flexibel gespielt. In der zweiten Hälfte war es ein sehr intensives Spiel und wir haben trotzdem noch nach vorne gespielt, um das ein oder andere Tor zu machen. Beide Mannschaften haben extrem viel investiert. Unsere Chancen waren für mich klarer in der zweiten Halbzeit. Bei der Qualität des Gegners musst du bis zum Schluss mit Situationen oder einem Gegentor, auch aus Standards, rechnen. Leo Haas hat einfach eine gewisse Spielkultur. Man sollte seine Spielidee schon durchziehen, obwohl sie natürlich auch Varianten hat und nicht so einseitig sein darf.“  

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