Handball-WM 2013 Serbien: Brasilien lässt Dänemark keine Chance

20.12.2013 – SPORT4Final – Live aus Belgrad:

Handball-WM 2013 Serbien: Halbfinale

Brasilien vs. Dänemark 27:21 (14:10) in Belgrad vor 7.000 Zuschauern

Bei der Handball-WM 2013 in Serbien bleibt Brasilien die einzige ungeschlagene Mannschaft des WM-Turniers. Im zweiten Halbfinale war der WM-Vierte von 2011 und Deutschland-Bezwinger im Viertelfinale, Dänemark, nach dem verlorenen Gruppenspiel (18:23) zum zweiten Mal Brasilien mit 21:27 Toren unterlegen. Auf brasilianischer Seite ragten die zur „Matchplayerin“ ausgezeichnete Torhüterin Barbara Arenhart (34 %) sowie die Welthandballerin von 2012, Alexandra Nascimento, mit 7 Toren heraus.

Handball-WM 2013 Serbien - Halbfinale: Brasilien vs. Dänemark 27:21 am 20.12.2013 - Foto: SPORT4Final
Handball-WM 2013 Serbien – Halbfinale: Brasilien vs. Dänemark 27:21 am 20.12.2013 – Foto: SPORT4Final

 

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Brasilien diktierte das Tempo sowie das Spiel von der ersten Minute. Herausragend wiederum die Beweglichkeit und Antizipation vieler Bälle in der Abwehr und das manchmal „blinde Verstehen“ im Positionsangriff. Dänemark ging in Minute eins das erste und letzte Mal durch Mette Gravholt in Führung. Nach sieben Minuten führte Brasilien bereits 5:2, nach 15 Minuten 8:4 – Grund genug für die dänische Auszeit von Trainer Pytlick. Aber auch danach wurde es nicht besser: Die Wurfeffizienz lag im ersten Durchgang bei 50 Prozent. Bei den technischen Fehlern lagen beide Teams mit 8:9 fast gleichauf – am Spielende „führte“ Dänemark deutlich mit 19:15 Fehlern. Durch die nicht so gute Abwehrleistung im Gesamtverbund, die schnellen Halben Amorim und Cavaleiro durchbrachen oft die Schnittstellen, kam Dänemark auch nicht wie gegen Deutschland in den Tempogegenstoß (1:2). Und dann war ja noch Torhüterin Arenhart da, die mehrfach völlig freie Bälle hielt. Auch Dänemarks ständiger doppelter Abwehr-Angriff-Wechsel sorgte mehr für „Unruhe“ und schnelles Tempospiel der Brasilianerinnen. Brasilien war im Rückzugsverhalten ebenso besser als Dänemark.

Dänemarks Aufholjagd begann in der zweiten Hälfte wieder erfolglos: Torhüterin Poulsen hält, dann im Gegenstoß ein technischer Fehler und Jensen trifft im nächsten Angriff das Latteninnenkreuz! So schön auch Kristiansens Rückhandtor im Sprung zum 11:16 (34.) war, Brasilien zog auf 20:13 (38.) durch einen Siebenmeter von Nascimento weiter davon. Aber die Südamerikaner leisteten sich auch eine kleine Schwächeperiode, in der Dänemark noch einmal über eine offensive Deckung (4:2) schnelle Balleroberungen anstrebte. Das 19:22 (51.) durch Fisker und das 20:23 durch Kristiansen (54.) ließen Hoffnungen aufleben. Brasiliens Endspurt auf 27:20 (59.) durch Rodrigues war Dänemark nicht mehr gewachsen.

Brasilien zog völlig verdient ins Finale ein. Immer wenn es enger oder nötig wurde, im Tempo und der Spielpräzision anzuziehen, zeigten die Brasilianerinnen ihr großes individuelles Können. Aber auch die Mannschaft insgesamt wirkte sehr gefestigt und sicher in Abwehr sowie Angriff mit den verschiedenen Systemen. Auch die emotionale, sich gegenseitig anfeuernde Seite spielte im „Teamworking“ eine große Rolle. Bemerkenswert: Das Team verließ in der Halbzeitpause nicht die Halle und besprach im Kreis an der Auswechselbank das „Nötige“ für die zweite Halbzeit. Es half prima zum Sieg!

Stimmen aus der Pressekonferenz:

Morten Soubak (Trainer Brasilien): „Wir sind sehr glücklich und zufrieden mit unserem Spiel. Es ist historisch für uns, im Finale zu sein. Es ist ein großer Schritt für Brasilien. Wir erwarten 20.000 Menschen im Finale, die für Serbien sein werden. Wir erwarten großen Druck. Das ist fantastisch für den Frauen-Handball. Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich so viele Menschen in einem Spiel des Frauen-Handballs. Glückwunsch an die serbische Handball- Föderation. Wir wissen, dass das Spiel in Nis kein Vergleich zu der Begegnung am Sonntag sein wird.“

Jan Pytlick (Trainer Dänemark): „Ich gratuliere dem Gewinner-Team. Ich glaube, dass wir sehr gut gespielt haben, heute aber die beste Mannschaft gewonnen hat. Sie waren viel stärker und wir versuchten, besser als sie zu sein, aber es war nicht möglich. Ich bin mir sicher, dass die beiden besten Teams im Finale sind.“

Ana Rodrigues (Brasilien): „Dies ist ein wirklich gutes Ergebnis, da wir nicht über eine Handballtradition in Brasilien verfügen.“

Stine Jorgensen (Dänemark): „Herzlichen Glückwunsch an das brasilianische Team. Sie verdienen es, im Finale zu sein. Sie spielten clever. Wir hatten eine Menge Fehler gemacht und es überrascht mich nicht, dass sie uns besiegt haben.“

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