Handball-WM 2013 Serbien: Tomasevic und Fans besiegen Polen

20.12.2013 – SPORT4Final – Live aus Belgrad:

Handball-WM 2013 Serbien: Halbfinale

Polen vs. Serbien 18:24 (6:14) in Belgrad vor dem Zuschauer-Weltrekord von 18.236 Handball-Fans

Bei der Handball-WM 2013 in Serbien gelang Polen keine weitere Überraschung. Im Halbfinale unterlag man Gastgeber Serbien unerwartet deutlich mit 18:24 Toren. Nach einer desaströsen ersten Spielhälfte aus polnischer Sicht waren beim Halbzeitstand von 6:14 (fast) schon alle Messen gelesen. Nicht nur dieser hohe Rückstand sondern auch die Art und Weise des Zustandekommens hatten spielvorentscheidenden Charakter.

Handball-WM 2013 Serbien - Halbfinale: Polen vs. Serbien 18:24 am 20.12.2013 - Foto: SPORT4Final
Handball-WM 2013 Serbien – Halbfinale: Polen vs. Serbien 18:24 am 20.12.2013 – Foto: SPORT4Final

In der ersten Hälfte hatte die polnische Mannschaft eine Wurfeffizienz von sage und schreibe 21 Prozent. Dem stehen die gehaltenen Bälle beider serbischer Torhüterinnen gegenüber: Katarina Tomasevic 12 von 18 Bällen (67 %) und Jovana Risovic mit 4 von 4 Bällen (100 %). Beide Torhüterinnen waren für Serbien die Lebensversicherung in diesem Halbfinale, denn die eigene Wurfeffektivität lag auch nur bei durchschnittlichen 48 Prozent, weil Polens Keeperinnen immerhin auch 7 von 21 Bällen (33 %) halten konnten. Wohlgemerkt alle Zahlen aus der ersten Halbzeit.

Polen war nach 14 Minuten und 4:5 im Spiel drin. Dann kamen 9 Minuten Torflaute und Serbien zog mit einem 6:0-Lauf davon. Zwei polnische Tore in 16 Minuten bis zur Pause sprachen Bände – Serbien war beim 14:6-Pausenstand schon (fast) im sicheren Hafen.  

Gleich nach dem Seitenwechsel erhöhte Serbien auf 17:6 (36.). Im weiteren Spielverlauf gab die polnische Mannschaft nicht auf, aber näher als sechs Tore beim 15:21 (53.) kamen die Spielerinnen um Karolina Kudlacz nicht mehr heran. Serbien nutzte dank seiner frenetischen Fans den Heimvorteil gnadenlos aus und versetzte Polen gerade in der ersten Halbzeit in einen mentalen Schockzustand, von dem sich die Gäste nie mehr erholten. Als „Matchplayerin“ wurde völlig zu Recht Serbiens Torhüterin Katarina Tomasevic (17/31 = 55 %) nach einer Weltklasseleistung ausgezeichnet.

Handball-WM 2013 Serbien - Halbfinale: Polen vs. Serbien 18:24 am 20.12.2013 - Pressekonferenz - Foto: SPORT4Final
Handball-WM 2013 Serbien – Halbfinale: Polen vs. Serbien 18:24 am 20.12.2013 – Pressekonferenz – Foto: SPORT4Final

Stimmen aus der Pressekonferenz:

Sasa Boskovic (Trainer Serbien): „Ich weiß, wie es sich für Polen anfühlt, so zu verlieren, und ich hoffe, dass sie nach dieser Niederlage noch die Medaille gewinnen. Ich freue mich auf Sonntag, auch wenn ich nicht weiß, gegen wen wir spielen. Aber, so oder so, ich hoffe  für das Finale auf eine volle Arena.“

Kim Rasmussen (Trainer Polen): „Es war ein verdienter Sieg für Serbien. Wir hatten eine Menge Probleme, unser Shooting war nicht gut genug. Ich bin nicht mit der ersten Hälfte zufrieden, wie wir gegen die serbische Verteidigung spielten. Unsere zweite Hälfte war besser, aber es war hart aufzuholen. Serbien hat den Sieg verdient.“

Jovana Risovic (Serbien): „Ich muss sagen, dass Katarina (Tomasevic) die beste Torhüterin der Welt ist. Ich glaube, wir haben alles richtig von Anfang an gemacht und gaben alles, um zu gewinnen. Wir machten einen Deal im Aufwärmraum, nicht die gleichen Fehler zu machen wie im letzten Jahr. Ich bin so glücklich, ein Teil dieses Teams zu sein. Wir waren phänomenal.“

Sanja Damjanovic (Serbien): „Ich bin im Grunde sprachlos und noch immer unter Schock. Ich bin stolz darauf, wie wir in der ersten Hälfte gespielt haben: enge Verteidigung und Gegenangriffe. Wir hatten uns in der Umkleidekabine verständigt, in der 2. Halbzeit so zu spielen, als ob es 0:0 steht.“

Karolina Szwed-Orneborg (Polen): „Glückwunsch an das serbische Team und die Zuschauer. Ich will nicht darüber reden, was heute passiert ist, aber auf das nächste Spiel und unsere Chancen auf den Gewinn der Bronzemedaille konzentrieren wir uns jetzt.“