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Olympia Handball: Gescheiterte DHB-Mission. Stagnation unter Alfred Gislason

Olympia Tokio 2021 – Deutschland – DHB Handball Team – Foto: Sascha Klahn/DHB

Olympia Tokio 2020 Handball, Kommentar, Deutschland, DHB, Alfred Gislason:

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Männer unter Bundestrainer Alfred Gislason kehrt mit Platz 6 vom olympischen Handball-Turnier zurück.

Das von der Mannschaft, dem Bundestrainer und den DHB-Funktionären gesteckte Ziel Halbfinale (Medaille) wurde verfehlt.

Ein Kommentar in Thesen von SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp. 

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Olympia Tokio 2021 – Deutschland – DHB Handball Team – Alfred Gislason – Foto: Sascha Klahn/DHB

04.08.2021 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Olympia Tokio 2020 Handball Kommentar zum Abschneiden der DHB-Auswahl unter Bundestrainer Alfred Gislason:

1. Quintessenz: Es war eine gescheiterte Medaillen-Mission. Deutschland besaß nicht die sportliche Qualität für Edelmetall!

2. Deutschlands Männer gehören seit Jahren (2016, Ausnahme WM 2019 Platz 4, klare Niederlage im Halbfinale gegen Norwegen) nicht mehr zur absoluten Weltspitze.

3. Die mit dem Wechsel auf dem Posten des Bundestrainers von Christian Prokop zu Alfred Gislason 2020 angestrebte Weiterentwicklung des deutschen Teams befindet sich sowohl ergebnistechnisch als auch von der Performance in der Stagnationsphase. Unter Gislason ist keine Leistungssteigerung erkennbar. Ob der deutsche Handball mit Alfred Gislason „auf dem richtigen Weg“ ist, wie DHB-Sportvorstand Axel Kromer stets betont, ist aktuell auch in Frage zu stellen.

Liga-Präsident Uwe Schwenker äußerte am 7. Februar 2020 zur Begründung des Trainer-Wechsels: „Mit Alfred haben wir einen erfahrenen und sehr erfolgreichen Mann gewinnen können. Wir gehen davon aus, dass wir in dieser Konstellation erfolgreich sein können. Die Aussicht auf die Zukunft hat aber den Ausschlug für Alfred gegeben.“ Bob Hanning, der den Machtkampf gegen Schwenker verloren hatte, legte nach: „Der Erfolg ist mit Gislason wahrscheinlicher als mit Prokop.“ Was immer noch zu beweisen wäre …

4. Das Erringen von Medaillen in dieser aktuellen Mannschaftsbesetzung, in der sich ja laut DHB-Pressekonferenzen vor Olympia die derzeit besten deutschen Handballer befinden, scheint unmöglich. Ein personeller Umbruch auf einzelnen Positionen ist unumgänglich.

5. Seit Platz 4 bei der Heim-WM und Rang 5 bei der EHF EURO 2020 unter Bundestrainer Christian Prokop erkämpfte das DHB-Team unter Gislason die historisch schlechteste WM-Platzierung mit dem 12. Rang in Ägypten und nun den 6. Platz in Tokio.

6. Seit 2017 (Achtelfinale der WM gegen Katar noch unter Dagur Sigurdsson) kann die DHB-Auswahl kein wichtiges K.-O.-Match bei Handball WM, EHF EURO oder nun bei den Olympischen Spielen gewinnen. In diesen Top-Spielen werden Weltklasse-Spieler und Weltklasse-Mannschaften geboren und geformt. Davon sind wir momentan weit weg. Gislasons Einschätzung bspw. über Philipp Weber vor Olympia, „Weber hat alle Qualitäten eines Weltklasse-Spielmachers“, war auch nicht von großem Realismus geprägt.

7. Tokio-Bilanz – Benchmark Weltklasse: Spanien – vermeidbare Niederlage auf gutem Niveau. Argentinien und Brasilien Pflichtsiege mit normaler Leistung. Frankreich-Niederlage mit schwächerer DHB-Performance. Norwegen beste Turnierleistung – kein Weltklasse-Niveau. Ägypten – chancenlos und weit weg von einer Weltklasse-Leistung.

8. Die deutsche Mannschaft zeigte über alle sechs Spiele gesehen nur eine durchwachsene Turnier-Leistung – Benchmark Weltklasse bzw. Weltspitze. Es fehlte oftmals die mentale Stärke in den Crunchtime-Phasen sowie durchgängig die Konstanz bei vielen Spielern – auch bei den Torhütern. Bitter und Wolff zeigten gegen Norwegen und Brasilien sehr gute Leistungen, um dann im bis dahin wichtigsten Match, im Viertelfinale gegen Ägypten, zu versagen – wie aber auch die gesamte Mannschaft.

9. Ohne eine detaillierte Einzelkritik starten zu wollen, haben der SPORT4FINAL-Redaktion nur Hendrik Pekeler (Deutschlands einziger Weltklasse-Spieler aktuell), Johannes Golla, Timo Kastening und Steffen Weinhold mit sehr guten bis guten Leistungen überzeugt. Ihrer Normalform hinterher liefen vor allem Kapitän Uwe Gensheimer (2016 in Rio im All-Star-Team), Julius Kühn, Kai Häfner und phasenweise Andreas Wolff.

10. Ausblick – EHF EURO 2022: Die nächste Medaillenchance beginnt im Januar 2022 in der Slowakei in Bratislava und könnte in Budapest am Final-Wochenende zum deutschen Medaillen-Erfolg führen … Bis dahin ist aber noch sehr viel an Arbeit für Spieler und Bundestrainer zu erledigen.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen:

Johannes Bitter (HSV Hamburg), Paul Drux (Füchse Berlin), Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt), Kai Häfner (MT Melsungen), Silvio Heinevetter (MT Melsungen), Timo Kastening (MT Melsungen), Juri Knorr (Rhein-Neckar Löwen), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Julius Kühn (MT Melsungen), Finn Lemke (MT Melsungen), Hendrik Pekeler (THW Kiel), Tobias Reichmann (MT Melsungen), Marcel Schiller (Frisch Auf Göppingen), Philipp Weber (SC Magdeburg), Steffen Weinhold (THW Kiel), Andreas Wolff (KS Vive Kielce/POL)

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