Leichtathletik: Olympia-Showdown im deutschen Mehrkampf

Leichtathletik: Olympia-Showdown im deutschen Mehrkampf - Foto: Fotolia
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Leichtathletik: Beim Stadtwerke Ratingen Mehrkampf-Meeting wollen Deutschlands beste Siebenkämpferinnen und Zehnkämpfer die letzte Chance ergreifen, sich für die Olympischen Spiele in Tokio zu qualifizieren.

DLV-Top-Athleten wie Niklas Kaul und Carolin Schäfer müssen dabei sowohl starke nationale als auch internationale Konkurrenz im Blick bewahren. Die spannende Entscheidung kann ein Millionen-Publikum am Sonntag ab 16:00 Uhr im ZDF bei „sportstudio live“ mitverfolgen.

16.06.2021 – PM DLV / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Leichtathletik: Das Hygiene-Konzept steht. Die Teilnehmerfelder auch. Die Athletinnen und Athleten planen ihre Anreise. Und 250 ausgewählte Zuschauer – aus dem Kreise der ehrenamtlichen Helfer sowie dem familiären Umfeld der Athleten – fiebern dem ersten Startschuss entgegen: Am Samstag und Sonntag steigt das mit Spannung erwartete Stadtwerke Ratingen Mehrkampf-Meeting 2021.

Wir werden am Wochenende ein großartiges Mehrkampf-Meeting mit der absoluten deutschen Spitze erleben“, blickte Frank Lebert, Meeting-Direktor und CEO der Deutschen Leichtathletik Marketing GmbH DLM, am Mittwoch im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz voraus. Die Bedeutung der Entscheidungen spiegele sich auch in den TV-Planungen wider: Im attraktiven Umfeld der Fußball EM wird das ZDF am Sonntag ab 16:00 Uhr rund eine Stunde live die Endphase des Meetings präsentieren. „Wir erwarten ein Millionen-Publikum an den Bildschirmen und damit eine Wahnsinns-Aufmerksamkeit“, erklärte Frank Lebert.

Super spannend“

Spannung versprechen sowohl die nationale Ausgangslage als auch die internationale Konkurrenz-Situation. Denn neben der sicheren Qualifikation über die direkte Olympia-Norm (Zehnkampf: 8.350 Pkt | Siebenkampf: 6.420 Pkt) plus Leistungsnachweis im Olympia-Jahr kann auch ein Platz in den Top 24 des World Rankings einen Olympia-Startplatz bedeuten. In einem Feld mit 14 Siebenkämpferinnen, die schon die 6.000 Punkte-Marke überboten haben, sowie mit 13 Zehnkämpfern mit einer Bestmarke von mehr als 8.000 Punkten sind die vorderen Plätze hart umkämpft.

Wir haben viele Athletinnen und Athleten am Start, die sich im World Ranking im Bereich zwischen Platz 20 und 30 bewegen. Das wird super spannend, nicht nur was die Punktzahlen betrifft, sondern auch die Platzierungen“, sagte der leitende Bundestrainer Mehrkampf Frank Müller. Zwar werde die finale Weltrangliste erst zum Ende des Nominierungszeitraums nach dem 29. Juni erstellt. Aber: „Wir werden nach Ratingen ein ganzes Stück schlauer sein, wer für eine Nominierung in Frage kommt.“

Niklas Kaul und Carolin Schäfer führen Teilnehmerfelder an

Mit der Norm und dem Leistungsnachweis in der Tasche wollen Leichtathletik Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul (USC Mainz) und der WM-Dritte von 2017 Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) in Ratingen ihren Olympia-Startplatz absichern. Für die EM-Dritte von Berlin Carolin Schäfer (Eintracht Frankfurt) gilt es, nach überstandenen Beschwerden in Folge einer Impfreaktion den Leistungsnachweis von 6.250 Punkten im Siebenkampf nachzuliefern.

Niklas Kaul werde am ersten Tag „von den 100 bis zu den 400 Metern richtig marschieren. Er will zeigen, dass er ein höheres Leistungsniveau hat, als er in Götzis unter Beweis stellen konnte, wo er noch in alte Muster verfallen ist“, erklärte Frank Müller. Dann wird im kleinen Kreis in Abstimmung mit seinen Eltern und Trainern Stefanie und Michael Kaul die Entscheidung fallen, wie es an Tag zwei weiter geht.

Tim Nowak wieder 100 Prozent fit

Hinter den deutschen Top Drei lauert gleich eine Reihe weiterer DLV-Asse, die die Chance auf Tokio ergreifen wollen. Zum Beispiel der zweimalige Hallen-EM-Teilnehmer Andreas Bechmann (Eintracht Frankfurt) oder die beiden Ulmer WM-Starter Mathias Brugger und Tim Nowak.

Der WM-Zehnte Tim Nowak ist nach einer muskulären Verletzung im Oberschenkel wieder voll einsatzfähig: „Tokio ist das große Ziel, möglichst mit der direkten Qualifikation über die Olympia-Norm“, bestätigte der 25-Jährige. „Götzis kam nach dem Muskelfaserriss noch zu früh. Wir haben entschieden: In Ratingen setzen wir alles auf eine Karte! Jetzt bin ich um so froher, dass ich 100 Prozent fit und genesen an den Start gehen kann.“

In der Siebenkampf-Konkurrenz traut Frank Müller auch der Überraschungs-Fünften von Götzis Vanessa Grimm (Königsteiner LV) sowie den Leverkusenerinnen Sophie Weißenberg und Anna Maiwald die Olympia-Qualifikation zu. „Sie alle haben in Götzis sehr gut performt und die Chance auf die Top 24 der Welt – und bei guten Bedingungen in Ratingen ohne die angekündigten Gewitter vielleicht sogar auf die Direktnorm.“

DLV und TV Ratingen: eingespieltes Team

Dafür, dass am Wochenende alles bereitet ist für Topleistungen, wird wie gewohnt der Gastgeber TV Ratingen sorgen. „Der TV Ratingen und der DLV sind ein eingespieltes Team. Die Vorbereitungen laufen sehr gut, auch wenn die Abläufe in diesem Jahr natürlich anders sein werden als in den Jahren zuvor“, berichtete Claudia Erwes-Sidar, Vorstandsmitglied im TV Ratingen. „Das Hygiene-Konzept sieht strenge Vorgaben vor, aber wir haben alles gut hingekriegt. Da zahlt sich auch die gute Kooperation mit der Stadt Ratingen aus.“

Trotz Corona-Pandemie müssen die Athletinnen und Athleten vor rund 250 Zuschauern nicht auf die ebenso familiäre wie stimmungsvolle Atmosphäre in Ratingen verzichten: „Das Stadion ist nicht so groß, da sind die Zuschauer dicht dran und die Teilnehmer können die Nähe und die Atmosphäre hoffentlich aufnehmen und einige Bestleistungen rauskitzeln!“

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