CNN-Exklusiv-Interview: Lance Armstrong über Hochmut vor dem Fall

20.08.2014 – PM CNN:

CNN-Exklusiv-Interview mit Lance Armstrong

Über anderthalb Jahre nach seinem medienwirksamen Geständnis, Dopingmittel genutzt zu haben, hat der in Ungnade gefallene ehemalige Rennradfahrer exklusiv mit CNN über sein jetziges Leben gesprochen.

CNN-Exklusiv-Interview: Lance Armstrong über Hochmut vor dem Fall - Foto: CNN
CNN-Exklusiv-Interview: Lance Armstrong über Hochmut vor dem Fall – Foto: CNN

„Ich bin eigentlich darüber überrascht, dass ich nie dumm angeredet werde”, sagte Lance Armstrong zu CNNs Matt Majendie. „Klar merke ich manchmal, dass mich jemand auf die Vorfälle ansprechen möchte, aber es ist bisher noch nicht passiert.“ Armstrong erklärte weiter, dass er wahrscheinlich immer noch auf seine Unschuld pochen würde, wären keine Beweise für seinen Doping-Missbrauch gefunden worden. „Ich war ziemlich gut darin, diese Rolle zu spielen. Wenn man es hunderte Male abgestritten hat, kann man so etwas nicht einfach zugeben. Wenn du einmal ‚nein‘ gesagt hast, musst du immer ‚nein‘ sagen.“

„Wenn das mit der FBI-Untersuchung nicht passiert wäre, würde ich wahrscheinlich noch immer mit der gleichen Überzeugung und demselben Ton wie früher ‚nein‘ sagen. Aber das ist ja vorbei.“

In Bezug auf den bevorstehenden Rechtstreit mit einem seiner früheren Sponsoren, U.S. Postal Service, gab sich Armstrong trotzig und selbstüberzeugt: „Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass wir den Fall gewinnen werden. Ich glaube nicht, dass irgendjemand wirklich beweisen kann, dass das U.S. Postal Service einen Schaden davon getragen hat. Sie haben mit dem Deal viel Geld gemacht und haben das bekommen, was sie ausgehandelt haben. Ich habe mir für sie den Arsch abgearbeitet und bin stolz darauf. Darüber hinaus gab es keine Beziehung zwischen mir und dem U.S. Postal Service.“

Während es genau diese Einstellung und dieses Selbstvertrauen waren, die aus Armstrong einen erfolgreichen Athleten machten, gibt er auch zu, dass sie ihn auch in seine momentane Lage gebracht haben. „Ich bin definitiv ein Typ, der auf andere Dinge scheißt. Ich kämpfe im Training, ich kämpfe, um Rennen zu gewinnen, ich kämpfe, um die anderen im Team zu motivieren. Dreist zu sein hilft dabei, aber für persönliche Beziehung ist es eher schädlich. Ich hatte einfach keinen Schalter, um das abzustellen. Meine Einstellung hat mir auf dem Fahrrad geholfen, aber mich auch in die Lage manövriert, in der ich mich heute befinde.“

Quelle: CNN (cnn.com)

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