Volleyball-EM: Männer scheitern im Viertelfinale 1:3 gegen Bulgarien

25.09.2013 – PM:

Der Traum von der ersten deutschen Medaille bei einer EM-Medaille ist mit der ersten Turnierniederlage vorbei: Die DVV-Männer unterlagen bei der Volleyball-EM 2013 im Viertelfinale in Danzig dem Olympia-Vierten Bulgarien mit 1:3 (30-28, 25-27, 22-25, 20-25) und beendeten das Turnier auf Platz sechs. Damit sind sie automatisch für die EM 2015 in Bulgarien & Italien qualifiziert. Bulgarien revanchierte sich für die 2:3-Vorrundenniederlage und trifft im Halbfinale auf Italien. Punktbeste Spieler der Partie waren Denis Kaliberda (17) und Georg Grozer (16) sowie Tsvetan Sokolov (29).

Die deutschen Männer, die mit der zuletzt bewährten Formation Lukas Kampa, Georg Grozer, Marcus Böhme, Tim Broshog, Denis Kaliberda, Christian Fromm und Ferdinand Tille begannen, liefen nach ausgeglichenem Beginn einen Rückstand hinterher. Grund: Der bulgarische Block war nicht zu überwinden, vor allem Fromm scheiterte des Öfteren (11-16). Grozer hielt sein Team mit Angriffen und Aufschlag im Spiel, dann stachen die Wechselspieler. Sebastian Schwarz punktete mit Block und Aufschlag, anschließend holte Markus Steuerwald per Ass den ersten Satzball für das deutsche Team. Der erste wurde noch nicht genutzt, dann packte Broshog im Block zu.

Noch enger ging es im zweiten Satz zu. Kein Team konnte sich großartig absetzen, beiden Mannschaften gelangen immer wieder kleinere Serien, wenn der Gegner mit maximal drei Punkten vorne lag. Wie in Durchgang eins wehrten das deutsche Team den ersten Satzball der Bulgaren ab und holte sich durch einen Broshog-Block einen eigenen. Dann agierte Kaliberda in der Annahme zweimal nicht ganz sauber, sodass die gegnerische Block-Abwehr zweimal punkten und nach Sätzen ausgleichen konnte.

Kapitän Jochen Schöps, der erstmals bei dieser EM im 12-er Kader stand, hatte vor der Partie gesagt: „Sokolov ist ein sehr dominanter Spieler, der viele wichtige und schwierige Bälle macht. Ihn ein bisschen zu bremsen, ist schon wichtig.“ Das gelang dem Team bis zu diesem Zeitpunkt gut. Zu Beginn des dritten Satzes sorgten zudem die deutschen Flatteraufschläge für viel Unruhe im bulgarischen Annahmeriegel (10-6). Eine kleinere Schwächephase und zwei unglückliche Aktionen von Böhme führten zum zügigen Ausgleich (12-12). Dieser blieb bis zum 16-16, dann servierte Sokolov zwei wuchtige Asse. Diesen Rückstand konnte die DVV-Auswahl nicht mehr egalisieren.

Heynen reagierte und machte Steuerwald zum Libero. Bis zum 10-8 lief alles gut, dann bekam das deutsche Team viermal in Folge den Ball nicht auf den Boden. Aber die DVV-Männer kämpften um ihre historische Chance und agierten auch per Fuß erfolgreich (Schwarz zum 14-14). Doch kurz darauf brachen alle Dämme: Während bei den Bulgaren alles klappte, patzten die deutschen Spieler in Annahme und Angriff. Sechs Zähler in Serie gingen an den Olympia-Vierten, der letztlich verdient den Sieg davon trug.

Immerhin bleibt den DVV-Männern die Qualifikation für die nächste EM-Endrunde 2015 in Italien & Bulgarien erspart. Da die beiden kommenden EM-Gastgeber im Halbfinale stehen, sind auch der Sechstplatzierte Deutschland und der Siebtplatzierte Belgien für die nächste EM direkt qualifiziert.

Stimmen:

Vital Heynen: „In einem Viertelfinale geht es nicht darum, gut zu spielen. Man hat heute auf beiden Seiten gesehen, dass es ein Match mit Endspielcharakter war. Im 1. Satz und auch lange im zweiten sind wir ruhig geblieben. Der zweite Satz hat den Bulgaren Aufwind gegeben. Bei uns kam dann leider Unruhe auf, wie nach dem 10:5 im dritten Satz. In London haben wir im Viertelfinale nicht gespielt, als es gegen die Bulgaren ging, heute dagegen schon.”

Jochen Schöps: „Ich bin enttäuscht, weil wir nicht an die Leistungen der Vorrunde anknüpfen konnten. Es war kein guter Volleyball, eher ein sehr zerfahrenes Spiel. Die Bulgaren haben am Ende weniger Fehler gemacht und uns in der Annahme unter Dauerdruck gehalten.“

Sebastian Schwarz: „Spielerisch war das nicht das, was wir können. Auf beiden Seiten war spürbar, dass es ein Endspiel war. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Das Resultat gibt das Spiel wieder.“

Lukas Kampa: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. In vielen Situationen waren wir nicht so clever wie in anderen Spielen. Das hat uns heute immer wieder zurück geworfen, obwohl wir oft in Führung waren. Je weiter man kommt in so einem Turnier, desto größer wird die Anspannung. Wahrscheinlich werden wir erst in ein paar Tagen sagen können, dass es eine gute EM war, jetzt aber noch nicht.“

DVV-Präsident Thomas Krohne: „Die Abschneiden der Männer ist trotzdem ein toller Erfolg. Wir sind direkt für die EM 2014 qualifiziert. Es war ein wichtiger Schritt im Lernprozess Richtung Rio. Bulgarien war schlagbar, leider gab es am Ende zu viele Eigenfehler.” 

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